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Bernd Schuster ist seit 2007 Trainer von Real Madrid © getty

Das Tauziehen um den Portugiesen blockiere Real und verhindere andere Transfers. Zudem spricht der Deutsche über Alternativen.

Von Jan Reinold

München - Real Madrids Trainer Bernd Schuster hat seinen Verein wegen des monatelangen Wechseltheaters um Cristiano Ronaldo kritisert.

Auf der Pressekonferenz vor dem erstem Testspiel des spanischen Rekordmeisters beim österreichischen Bundesliga-Spitzenreiter LASK Linz beklagte Schuster, dass "wir seit langer Zeit davon besessen sind, einen gewissen Spieler, dessen Name mir gerade nicht einfällt, zu verpflichten".

Gemeint war natürlich Cristiano Ronaldo.

Die Hängepartie um den Portugiesen von Manchester United lähme die Transferaktivitäten der Madrilenen und "hätte vor der Europameisterschaft unter Dach und Fach gebracht werden müssen", so Schuster.

"Wir haben einen Plan B"

"Wir haben zwar einen Plan B, aber je mehr Zeit vergeht, umso schwieriger wird dessen Umsetzung", sagte der Coach. Wie genau dieser "Plan B" aussieht, wollte Schuster allerdings nicht verraten.

"Wir schauen uns natürlich nach anderen Spielern um. Ich kann nur sagen, dass wir nach Mittelfeldspielern und Stürmern suchen", lautete sein vielsagendes Statement.

Van der Vaart und Villa im Visier

Medienberichten zufolge soll es sich bei diesen "anderen Spielern" um EM-Toschützenkönig David Villa vom hochverschuldeten Ligarivalen FC Valencia und Rafael van der Vaart vom Hamburger SV handeln.

Für "Killer-Villa" steht angeblich eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro im Raum, deutlich weniger dürfte HSV-Kapitän van der Vaart kosten.

Wie die "Bild" am Freitag berichtete, soll der Niederländer eine "Adios-Klausel" besitzen, wonach ihn die Hamburger bis zum 31. August für 13 Millionen zu seinem Lieblingsklub ziehen lassen würden.

Aufeinandertreffen beim "Emirates Cup"

Nachdem der HSV ein erstes Angebot der Madrilenen über sechs Millionen Euro als "indiskutabel" (Sportchef Dietmar Beiersdorfer) abgelehnt hatte, soll Real angeblich "vom Interesse an Rafael Abstand" genommen haben, so Beiersdorfer weiter.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird sich bereits am kommenden Wochenende herausstellen, wenn beide Vereine beim "Emirates Cup" in London aufeinandertreffen.

Schuster bleibt gelassen

Sollte es für die Madrilenen mit keinem der genannten Transfers klappen, würde dies Schuster allerdings auch keine großen Sorgen bereiten.

"Es wäre überhaupt kein Problem mit den vorhandenen Spielern in die Saison zu gehen. Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft", so der Trainer, der Madrid gleich in seiner ersten Saison zur Meisterschaft geführt hatte: "Ich bin überhaupt nicht beunruhigt, weil ich mit einem Team von Spielern arbeite, die seit einem Jahr zusammenspielen".

Kein großer Umbruch

Wie zufrieden der Deutsche mit seiner Mannschaft ist, zeigt auch seine Ankündigung, das Team nur punktuell verstärken zu wollen.

"Die harte Arbeit, viele neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren, haben wir letzte Saison erledigt", so Schuster. Dieses Jahr werde es nur "einige wenige Verstärkungen" geben.

Ein Hintertürchen ließ sich der 48-Jährige dann aber doch noch offen, als er betonte, dass man "jederzeit auf jede Situation vorbereitet sein" müsse: "Das ist das Wichtige".

Lob für Ferguson

Schuster ließ durchblicken, dass er sich nur wenig Hoffnung auf ein Einlenken von Manchester United macht.

"Ich würde das gleiche tun, wenn ich in seiner Position wäre", sagte Schuster zur Haltung von United-Teammanager Sir Alex Ferguson und dem Verein im Werben um den Portugiesen.

"Ich würde auch nicht wollen, dass ein anderer Klub mir solch einen Spieler wegnimmt. Sie verteidigen sich sehr gut. Ich würde das auch so machen", erklärte der Europameister von

Absage an Robinho-Transfer

Sollte sich der Ronaldo-Transfer doch noch realisieren, könnte noch einmal Bewegung in das Mannschaftsgefüge der Madrilenen kommen.

Immer wieder war über einen Verkauf von Robinho spekuliert worden, der zuletzt mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht worden war.

Geht es nach Schuster, spielt der 24-jährige Brasilianer aber auch in der nächsten Saison für Real.

"Er muss bei uns bleiben und Teil dieses Projekts sein", stellte Schuster klar. "Wir brauchen ihn dieses Jahr."

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