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Der 23- jährige Evander Sno steht seit 2008 bei Ajax Amsterdam unter Vertrag © getty

Innerhalb kurzer Zeit kämpfen drei Spieler mit Leben und Tod. Ein Nigerianer aus Geinsheim stirbt. Dudar kann gerettet werden.

München - Künstliches Koma, plötzlicher Herzstillstand und ein Zusammenbruch mit Todesfolge:

Auf den nationalen und internationalen Fußball-Plätzen haben sich in den vergangenen zwei Tagen schreckliche Tragödien abgespielt.

Während Emiliano Dudar von den Young Boys Bern und Evander Sno von Ajax Amsterdam in lebengefährlichen Situationen noch Glück im Unglück hatten, starb der ehemalige Dresdner Oberliga-Kicker Nduka Anyanwu trotz 45-minütiger Reanimation noch auf dem Platz.

"Nduka war topfit"

Der Verteidiger vom rheinland-pfälzischen Bezirksligisten SV Geinsheim brach beim Auswärtsspiel in Queichhambach bei einem Angriff kurz vor Ende der ersten Halbzeit zusammen und konnte nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden.

Die Todesursache ist noch unklar, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

"Nduka war so ein lebensfroher Junge und topfit. Der Notarzt konnte nichts mehr für ihn tun", sagte Geinsheims Vorstandsmitglied Ursula Kästel der "Bild".

Der nigerianische Verteidiger lief in der Saison 2001/02 in 28 Spielen für Dresden auf, spielte zudem auch für die Amateure von Eintracht Frankfurt.

Sno mit Defibrillator wiederbelebt

Unterdessen erlitt der niederländische Profi Evander Sno in einem Spiel der Reservemannschaft von Rekordmeister Ajax Amsterdam bei Vitesse Arnheim einen Herzstillstand.

Der 23-Jährige war auf dem Feld zusammengebrochen und musste dabei mehrfach wiederbelebt werden.

Erst nach dem vierten Versuch mit dem Defibrillator konnte Sno gerettet werden.

Inzwischen ist der Mittelfeldspieler wieder auf dem Weg der Besserung.

Eine heldenhafte Tat

Der Zwischenfall ereignete sich in der zweiten Halbzeit der Partie.

"Hätten die Teamärzte von Ajax und Vitesse nicht so schnell reagiert, wäre Evander nicht mehr am Leben. Die Ärzte waren 15 Minuten auf dem Feld. Das war eine heldenhafte Tat von ihnen. Wir haben um sein Leben gebangt. Evander hatte soviel Glück", sagte Ajax-Trainer Albert van der Dussen.

Sno verbrachte die Nacht in einem Arnheimer Krankenhaus.

"Er ist bei Bewusstsein. Evander atmet wieder selbst und kann auch sprechen", sagte ein Ajax-Sprecher.

Dudar in künstliches Koma versetzt

Als erste Diagnose nannten die Ärzte einen Herzstillstand im Zuge von Herzrhythmusstörungen.

Emiliano Dudar von den Young Boys Bern - Gegner des VfB Stuttgart in der Europa League (Do., ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) - musste nach einem Zusammenprall mit seinem Mitspieler Francois Affolter in ein künstliches Koma versetzt werden.

Der Schweizer Klub konnte aber bereits vorsichtig Entwarnung geben: Der Argentinier Dudar hatte sich "nur" eine schwere Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch zugezogen, der Profi wurde bereits wieder aus dem Koma aufgeweckt und hat die Intensivstation verlassen.

Foe stirbt beim Confed-Cup

"Sein Zustand ist stabil", hieß es in einer Mitteilung der Berner über Dudar, er brauche nun viel Ruhe, um sich erholen zu können.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrmals ähnliche Zwischenfälle im Profifußball gegeben, die weniger glücklich endeten.

So starb 2003 der Kameruner Marc-Vivien Foe während eines Spiels beim Confederations-Cup.

Auch der Spanier Antonio Puerta erlag vier Jahre später in einer Partie zwischen dem FC Sevilla und CF Getafe einer Herzattacke.

2009 starb dessen Landsmann Daniel Jarque im Trainingslager von Espanyol Barcelona in Italien.

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