Die neue Bescheidenheit verhilft ManUnited zum Sieg gegen Liverpool. Weit weniger bescheiden zeigt sich Blackburns Sam Allardyce.

Hallo Fußball-Freunde,

Spitzenspiel zwischen Manchester United und FC Liverpool. Und ich kriege den Namen Madeleine Schickedanz nicht aus dem Kopf. Die Milliardenerbin aus Fürth, Karstadt-Insolvenz.

Die gute Dame wehklagte öffentlich über nichtvorhandene Rente, logo, die Frau hat ja nur von Zinsen gelebt.

Schickedanzens Vermögen fiel in den letzten drei Jahren von 3200 Millionen Euro auf vermutete 60, das von Manchester United von plus 400 auf minus 300, also ein Klacks dagegen.

Das undankbare Fußvolk reagierte dennoch mit Unmut auf den amerikanischen Schickedanz Malcolm Glazer.

Um das lästige Love United - Hate Glazer abzuwürgen, verkündete der Vereinseigentümer im April, er werde das Geld aus dem Ronaldo-Transfer mit einem Jahr Verspätung Trainer Ferguson zur Verfügung stellen.

Althergebrachte Pädagogik: "Kinder gebt Ruhe, dann gibt's später auch ein Eis".

War natürlich geflunkert, Eisdiele längst umgezogen, steht jetzt vorm Stadion von Manchester City. Mittel für Neuzugänge quasi Fehlanzeige, doch das war am letzten Wochenende auch gut so.

Denn ansonsten hätte man Dimitar Berbatov verkauft, und der hätte keine drei Tore für United gemacht.

Neue Bescheidenheit, arm ist sexy oder um mit Madeleine Schickedanz zu sprechen: "Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im eigenen Garten."

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Spanien steht unter dem Eindruck des brutalen Fouls an Lionel Messi. Glückliche Fügung, dass er in zwei Wochen wieder spielen kann.

Die Szene erinnerte an Andoni Goikoetxea; der "Schlächter von Bilbao" stellte einst den Schuh, mit dem er Maradona den Knöchel durchgetreten hatte, in die heimische Glasvitrine.

Mit dem Vorgängermodell hatte er schon Bernd Schusters Knie erlegt.

Heutzutage sind die Jungs weicher geworden. Zugegeben, Tomas Ujfalusi bestätigte seinen Ruf als bestbezahlter Holzfäller Europas, doch zwei Tage später folgte eine lasche Entschuldigung.

Wäre Goikoetxea nie über die stählernen Lippen gekommen.

Für Belustigung sorgte dagegen Sam Allardyce. Sie wissen schon, der Trainer, der aussieht wie ein Basset (Kategorie der Schweißhunde) und pro Tag 50 Kaugummis verbraucht.

Offensichtlich gibt es Chewing Gums neuerdings mit Cannabis-Geschmack, denn Allardyce sinnierte seine Methodik sei ideal für Real Madrid oder den FC Barcelona, seine immensen Fähigkeiten würden erst dort zum Tragen kommen, nicht wie bei einem kleineren Klub, sagen wir mal Blackburn Rovers.

Erraten, Allardyce ist Coach in Blackburn.

Auf die Nachfrage, warum er dann einst in Newcastle trotz üppigen Etats kläglich scheiterte, antwortete "Big Sam": "Man hat mir nicht genügend Zeit gegeben".

Uns beschleicht das Gefühl, diese offensive Selbstbewerbung wird verpuffen wie das Vermögen von Frau Schickedanz.

Auch in Italien war ein Interview das Highlight der Woche. Zlatan Ibrahimovic wurde zugeschaltet, im Studio Arrigo Sacchi - selbsternannter Erfinder des modernen Fußballs.

Genau der Sacchi, der nach erfolgreicher Zeit beim AC Mailand als italienischer Nationaltrainer 1994 und 1996 den Globus mit phantasielosem Gekicke quälte.

Als TV-Experte wirkt er immer noch und er kennt sich aus im Gebiet schaler Alt-Herren-Sprüche.

Ibrahimovic habe einen Treffer doch nur erzielt, weil er Schuhgröße 47 besitze. Nicht der erhoffte Schenkelklopfer, doch allemal harmlos. Kam jedoch nicht gut an.

Ibrahimovic zischelte zurück, Sacchi solle lernen den Mund zu halten, er sei doch nur neidisch und sowieso solle der Alte besser zu Hause bleiben. Sacchi forderte darauf gepflegte Manieren ein.

Wow, Generationskonflikt live im Fernsehen. Onkel Arrigo will den kleinen Zlatan von der Playstation wegzerren: Junge, lies doch mal ein Gedicht, eine Ode von Friedrich Gottlieb Klopstock...

Und beim Betrachten blieb der Zuschauer ratlos zurück: Wer der beiden ist eigentlich weltfremder?

Bis nächste Woche,Euer Uwe Morawe

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