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Thomas Doll absolvierte als Spieler 102 Partien in der Bundesliga © getty

Bei SPORT1 äußert sich der Trainer zu seiner Situation und Gerüchten um den 1. FC Köln. Dort wird Overath sehnlich erwartet.

Von Daniel Rathjen

München - Sein frohes Gemüt hat er noch.

In Tränen aufgelöst war Thomas Doll jedenfalls nicht, als er am Mittwochnachmittag an sein Handy ging.

Dabei muss das Verwirrspiel um den Zwischenzeitlich-Nicht-, aber Jetzt-Doch-Wieder-Trainer von Genclerbirligi Ankara zum Heulen für ihn sein.

"Es ist eine schwierige Situation", gestand Doll SPORT1.

Zwei Tage konnte sich der 44-Jährige als gefeuert betrachten.

Dienstag und Mittwoch stand Doll plötzlich wieder auf dem Trainingsplatz des türkischen Erstligisten.

"Im Moment bin ich Trainer von Ankara"

"Im Moment bin ich Trainer von Ankara", erklärt er.

Ob sich an seinem Status in Kürze etwas ändert?

"Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Heute, morgen - schauen wir mal", sagte Doll SPORT1 und lachte dabei.

Fakt ist: Momentan laufen noch Gespräche mit dem Verein, der den Rauswurf mit einer Verkettung von Missverständnissen zu erklären versuchte.

Eine weitere gemeinsame Zukunft scheint mehr als unsicher. Gegenstand der Verhandlungen mit den Ankara-Bossen ist die Höhe der Ablöse.

Feilschen um Ablöse

Der Verein teilte mit, dass Dolls Manager zu einem Gespräch gebeten worden sei.

Dabei gehe es auch um die Zahlung von 750.000 Euro, die in einem solchen Fall vorgesehen sei. Der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers läuft eigentlich bis 2012.

Solange die Situation nicht geklärt ist, muss er seinen Job weiter ausführen. "Es ist eine schwierige Situation", gibt Doll zu.

Sorgen um Perspektiven braucht sich der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund und dem Hamburger SV aber wohl kaum zu machen.

[kaltura id="0_4xdozn8w" class="full_size" title="Soldo unter Druck"]

Was läuft mit "Gala"?

Galatasaray Istanbul, das Frank Rijkaard vor die Tür setzte, hat offenbar Interesse angemeldet. Und auch beim 1. FC Köln fiel Dolls Name.

Die Gerüchte wollte Doll weder kommentieren noch dementieren: "Ich kann mich dazu momentan überhaupt nicht äußern. Ich habe mich nicht an den Diskussionen beteiligt", bemerkte er nur.

Laut "Bild" soll Doll im Freundeskreis erzählt haben, dass man beim FC bereit sei, ihn zu verpflichten, würde man sich von Zvonimir Soldo trennen.

Das könne der Fall sein, falls auch am Samstag in Hannover verloren würde.

Köln-Manager Michael Meier reagierte darauf, indem er mitteilte: "Dass ich mit ihm in letzter Zeit gesprochen, geschweige denn verhandelt habe, ist frei erfunden."

Beide hätten sich lediglich im Januar im Trainingslager in Belek kurz gesehen.

Dementi aus Köln

Wahrscheinlich wäre Doll für die eher finanziell klammen "Geißböcke" ohnehin zu teuer. In Hamburg und Dortmund kassierte der Coach jeweils Millionen.

Dass neuer Schwung in diese Spekulation kommt, sollte Köln tatsächlich am Samstag verlieren, ist jedoch nicht auszuschließen. Soldo weiß, was die Stunde geschlagen hat.

Ihm ist bewusst: "Natürlich werde ich an Ergebnissen gemessen." Aktuell sprechen die nicht für ihn - der FC befindet sich auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Die Situation ist angespannt im Geißbockheim (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle), in das am Donnerstag Urlauber Wolfgang Overath zu einer Vorstandssitzung zurückkehrt.

Der Präsident wird schon sehnlich erwartet.

Mohamad wünscht sich Overath

"Wir brauchen ihn. Der Präsident war selbst Fußballer und weiß, was wir brauchen", sagte FC-Kapitän Youssef Mohamad dem "Express".

Er fordert, dass Overath vor jeder Partie zu den FC-Profis in die Kabine kommen solle: "Die Spieler würden das lieben", ergänzte Mohamad.

Der Mittelfeldakteur wünscht sich zudem, dass Overath, Weltmeister von 1974, jeden Tag für die Mannschaft da sein soll.

Zum eigentlich zuständigen Manager Meier scheint das Team also kein besonders großes Vertrauen zu haben.

Doch der beschwichtigt noch: "Alles in Schutt und Asche zu reden, hilft nicht weiter."

Was man nötiger denn je brauche, seien Punkte.

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