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Der Ungar Balazs Dzsudzsak (r.) spielt seit 2007 für den PSV Eindhoven © imago

Nach Rotterdams historischer Blamage ist eine ganze Nation fassungslos - auch van Gaal. Coach Been sitzt dennoch fest im Sattel.

München - Ganz Holland lacht über die "Trottel in Gelb", selbst Louis van Gaal machte das Feyenoord-Debakel fassungslos. (DATENCENTER: Eredivisie)

"Das ist schlecht für den holländischen Fußball, wenn einem so großen Team so etwas passiert", sagte der Trainer des FC Bayern am Tag nach der schier unglaublichen 0:10-Pleite des 14-maligen niederländischen Meisters aus Rotterdam bei Spitzenreiter PSV Eindhoven.

"Einfältig, traurig und skandalös" schrieb die niederländische Tageszeitung "de Volkskrant", und auch "AD" drückte sich am Tag nach der historischen Niederlage drastisch aus: "PSV schlachtet Feyenoord".

Es gab reichlich Redebedarf im überfüllten Pressesaal des Stadions "De Kuip", als der ehemalige niederländische Spitzenklub am Montag zu einer eilig einberufenen Pressekonferenz bat und die Verantwortlichen Stellung bezogen.

Beenhakker stützt Trainer

"Was in Eindhoven passiert ist, darf und kann eigentlich nicht passieren", sagte Leo Beenhakker.

Der Sportdirektor nahm aber gleichzeitig Trainer Mario Been in Schutz: "Wir wechseln niemanden aus. Wir alle haben bei einer gemütlichen Tasse Kaffee mit Mario Been zusammengesessen und ihm unser Vertrauen ausgesprochen."

Trotzdem Klartext

Been selbst stellte sich den Journalisten nicht, stattdessen sprach Beenhakker Klartext:

"Er muss sich auf das Heimspiel gegen Venlo konzentrieren. Das beste Heilmittel, um so eine Niederlage zurechtzurücken, ist oft das nächste Spiel", sagte der ehemalige Feyenoord-Coach.

Er machte dabei aber deutlich, dass der Trainer "keine Schweigepflicht" habe.

Been stellt Vertrauensfrage

Unmittelbar nach dem Fiasko hatte Been den Reportern noch Rede und Antwort gestanden.

"Es ist eine Schande, dass man mit 0:10 vom Platz geht. Ich schäme mich, es tut weh", sagte der 46-Jährige, der den Spielern noch am Sonntag die Vertrauensfragen stellte. Das Team hielt zum Coach.

Abstiegsduell gegen Venlo

Die Chance, dem Trainer den Rücken zu stärken, haben die Profis schon am Mittwoch gegen VVV Venlo.

Nichts anderes als ein Abstiegsduell hat Rotterdam vor der Brust, wenn es zum Duell zwischen dem 15. und 17. der Tabelle kommt.

Ganze acht Punkte bei 12:24 Toren hat der frühere Weltpokalsieger nach zehn Spieltagen auf dem Konto.

Truus van Gaal geschockt

Auch im Haus von Louis van Gaal schlug das Desaster hohe Wellen.

"Willst Du das noch sehen?", fragte der Bayern-Trainer seine mit Feyenoord fiebernde Frau Truus beim Stand von 0:6 und durfte daraufhin zum Spiel Dortmund - Hoffenheim umschalten.

Die Trauer habe sich allerdings in Grenzen gehalten. "Schließlich spiele ich ja auch noch eine Rolle bei meiner Frau", so van Gaal am Montag.

Fans stehen hinter Been

Trotz der beschämenden Vorstellung in Eindhoven stehen neben der Vereinsführung auch die Fans weiter hinter dem Coach.

"Es ist keine Lösung, den populären Trainer Been wegzuschicken. Wir müssen am Mittwoch Venlo besiegen", sagt Eric van Dorp, Vorsitzender des offiziellen Feyenoord-Fanklubs.

Auch finanziell drückt der Schuh

Bei aller Rückendeckung für Been stellte Beenhakker aber auch klar, dass der Klub derzeit gar keine Möglichkeit hat, personelle Konsequenzen zu ziehen.

"Wir sind finanziell überhaupt nicht in der Lage, neue Spieler oder einen Trainer zu kaufen."

Feyenoord hat knapp 40 Millionen Euro Schulden und ist auf der Suche nach neuen Investoren und Spendern.

Um die Kosten zu senken, wurde unter anderem bereits Denny Landzaat an Twente Enschede verkauft.

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