Uwe Morawe erklärt Wayne Rooneys Vertragsverlängerung, bringt Licht in Barcas Finanzen und erklärt Adrian Mutus neueste Eskapade.

Hallo Fußball-Freunde,

999. So lautet in England die Notrufnummer der Polizei.

Nicht wie bei uns ein sinnentleertes 110, nein, der Brite hat Gespür für das Subtile.

Man stelle einfach die 666 - die mythische Zahl des Antichristen und Bösen - auf den Kopf, schwuppdiwupp schon steht die Polizei als das Gute da.

Donnerstagabend auf einer Wache in Manchester. Die Bleistifte sind gespitzt, die Pizza Tonno verspeist, sonst nichts los.

[image id="70ea4b37-65ae-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Plötzlich leuchtet die 999:

"Hier Rooney, Wayne Rooney, Elsterweg 5. Ich werde bedroht. Ein Haufen Rowdys steht vor meiner Tür. Die sagen, ich sei ein toter Mann, wenn ich zu Manchester City wechsle".

Was würden Sie tun? Das klingt doch arg nach Scherzbold. Wie kann ich erfahren, ob es der echte Wayne Rooney ist - vielleicht ein kurzes Fußballquiz am Telefon?

Was sich an diesem Abend wirklich abspielte bleibt diffus.

Hier die Fakten: Polizeistreife fährt zu Rooneys Villa und schlichtet, statt Pöbelei entsteht eine angeregte Diskussion zwischen Fußballer und Fans, man spricht eben dieselbe Sprache, ein sensationelles Ergebnis.

In weit weniger als 666 Stunden hat Wayne Rooney seine Meinung komplett geändert, wird vom Saulus zum Paulus.

Statt Vertragsauflösung heißt es Vertragsverlängerung, aus Wasser wird Wein. Und das Wunder zeitigt weitere Wirkung.

Manchester United gewinnt erstmals ein Auswärtsspiel in dieser Saison, Rivale ManCity vergeigt seine Heimpartie 0:3 gegen Arsenal.

Bleibt abzuwarten, mit wem Rooney da einen Kontrakt unterschrieben hat. United heißt unter Umständen nicht zufällig "Red Devils".

Vertrag mit dem Bösen - damit kennt man sich aus beim strenggläubigen FC Barcelona.

2003 wurde Joan Laporta Präsident von Barca und versprach die Entschuldung des Vereins. Im Sommer 2010 endete seine Amtszeit mit einem Finanzloch von fast 666 Millionen Euro.

Es folgte ein bisher einmaliger Vorgang. Der Verein verlangt 45 Millionen aus dem Privatvermögens Laportas zurück, denn es tut sich ein Netzwerk von Korruption und Seilschaft auf.

Flüge im Privatjet, Gelage in Luxusrestaurants, Urlaub auf Vereinskosten. Dieses Spesenrittertum ist auch dem Katalanen durchaus vertraut.

Doch ein Kostenpunkt brachte die Volksseele zum Überkochen.

Unglaubliche drei Millionen Euro des Vereinskapitals verwendete Laporta, um oppositionelle Vorstandsmitglieder zu bespitzeln und auszuspionieren.

Watergate im Nou Camp. Laporta wird auch "der Kennedy Kataloniens" genannt. Nun, Richard Nixon hatte ebenfalls eine ausladende Kinnpartie.

Inzwischen ist Joan Laporta vollständig in die Politik gewechselt, kandidiert Ende November für das Amt des katalonischen Ministerpräsidenten.

Wenn nicht alles täuscht, gibt diese Kandidatur einen Untergang sondergleichen - Atlantis ist nichts dagegen.

Persönlich darnieder liegt seit geraumer Zeit Adrian Mutu vom AC Florenz. In 14 Tagen läuft seine zweite Dopingsperre der Karriere aus.

Zunächst war es Kokain, dann ein Appetitzügler - entscheiden Sie bitte selbst, was peinlicher ist.

Mutu auf alle Fälle scheint von geringer Lernfähigkeit.

Ihm droht weiterhin wegen der Kokaingeschichte die Schadensersatzzahlung von 17 Millionen Euro an seinen Ex-Verein Chelsea, die Angelegenheit liegt in 3. Instanz vor einem europäischen Gericht.

Da sind Geldbeutel und Nervenkostüm schon mal angegriffen. Am letzten Freitag leistete sich der Rumäne in einem Restaurant in Florenz eine sagenhafte Nummer.

Als der Kellner mit der Rechnung kam, blickte der Stürmerstar verwundert auf: "Ich Mutu, ich Freibier".

Der Herr Ober aber, ein ganz beharrlicher Geschäftsmann, verlangte pekuniäre Gegenleistung für erbrachten Service.

Nach Schließung des Lokals lauerte Adrian Mutu dem Uneinsichtigen auf dem Bürgersteig auf und prügelte ihn kurzerhand zusammen.

Merkt ja keiner, wozu gibt es schnelle Autos und Fahrerflucht?

Dumm nur, wenn man so ein Zittervogel wie Adrian Mutu ist. Nach nur 500 Metern schneller Fahrt setzte er seinen Luxusschlitten an die Laterne, das war's. Ein Zeuge wählte die Notrufnummer 999.

Strafanzeige, das mit dem Comeback in 14 Tagen wird dann wohl verschoben.

Bis nächste Woche,Euer Uwe Morawe

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel