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Samir Nasri (l.) hat bislang 18 Länderspiele absolviert, Bacary Sagna deren 25 © getty

Frankreich setzt gegen England auf die Jugend. Capello nominiert drei 20-Jährige. Ein Nürnberger steht vor seinem Debüt für die Türkei.

München ? Wenn sich die tief gefallenen Ex-Weltmeister England und Frankreich am Mittwoch im Wembley-Stadion gegenüberstehen, werden nur noch wenige Gesichter an die Schmach der WM in Südafrika erinnern.

Sowohl der stark in der Kritik stehende englische Coach Fabio Capello als auch der neue französische Trainer Laurent Blanc setzen ganz nach deutschem Vorbild auf junge Spieler.

"Wie schon in der Zeit vor dem England-Spiel werden wir auch danach unseren Erneuerungsprozesss fortführen", sagte Blanc, in dessen Kader lediglich zehn WM-Teilnehmer stehen.

Franzosen auf dem Prüfstand

Der Coach hofft darauf, dass die runderneuerte Equipe Tricolore nach einem Jahr voller Frust und Skandalen ihren Aufwärtstrend, den sie zuletzt in der EM-Qualifikation gezeigt hat, im Prestigeduell in London fortsetzen kann.

"Im diesem Spiel können einige Spielern den Beweis antreten, dass sie zurecht in die Mannschaft gehören", erklärte Blanc, dessen Team nach einem schwachen Start die Führung in der Qualifikationsgruppe F übernommen hat.

Die nach oben zeigende Formkurve allein reicht allerdings noch nicht aus, um das blamable Vorrunden-Aus und das skandalöse Auftreten des Teams bei der WM wiedergutzumachen.

Deshalb hatten die Spieler zuletzt angekündigt, die von Sponsoren gezahlten WM-Prämien für einen guten Zweck spenden zu wollen.

Anelka vor Rückkehr?

Für Blanc selbst ist die Endrunde in Südafrika bereits so weit weg, dass er sogar eine Rückkehr von "WM-Buhmann" Nicolas Anelka ins Gespräch brachte.

Der nach wie vor gesperrte Stürmer des FC Chelsea ist aktuell aber noch kein Thema für die Nationalmannschaft.

Genau wie der zweite WM-Unruhestifter Franck Ribery. Da der Superstar von Bayern München erst am Sonntag sein Comeback nach langer Verletzungspause gefeiert hat, ist er nicht mit von der Partie.

28-jähriger Debütant für Capello

Noch mehr Stars fehlen auf Seiten der Engländer, die nach wie vor unter dem 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Deutschland leiden. Da Wayne Rooney, John Terry, Ashley Cole und Jermain Defoe nicht auflaufen können, hat Capello vier Neulinge nominiert.

Drei sind erst 20 Jahre alt. Der Coach will die Talente mit großer Sorgfalt integrieren.

"Man muss vorsichtig mit den jungen Spielern umgehen und sie in ein Team mit vielen Routiniers einbauen", erklärte Capello: "Wenn sie in einem Spiel gegen einen guten Gegner schlecht spielen, kann es ihnen schaden."

Die Nominierung des bereits 28-jährigen Neulings Jay Bothroyd vom Zweitligisten Cardiff City zeigt aber auch, wie stark Capello unter dem hohen Ausländeranteil in der Premier League leidet.

Messi will Premierenerfolg

Mit Zweitliga-Spielern müssen sich weder die Argentinier noch die Brasilianer beschäftigen. Die südamerikanischen Erzrivalen treffen in Doha aufeinander. Den Reiz des Duells machen diesmal zwei neue Trainer sowie das Wiedersehen der Freunde Lionel Messi und Ronaldinho aus.

Vor allem der argentinische Superstar ist heiß auf einen Sieg im Wüstenemirat.

"Mit der A-Mannschaft habe ich noch nie gegen Brasilien gewonnen. Ich denke, es ist an der Zeit für das erste Mal", sagte Messi. Der bisher letzte Sieg der Argentiner gegen den Rekordweltmeister liegt bereits über fünf Jahre zurück.

Portugal will Revanche für WM-Aus

Einen Erfolg erhofft sich allerdings auch Brasiliens Altstar Ronaldinho, der 595 Tage nach seinem bisher letzten Auftritt ins Nationalteam zurückkehrt.

Beweisen müssen sich auch die Trainer. Auf Seiten der Argentinier will Sergio Batista aus dem Schatten von Diego Maradona heraustreten. Von Brasiliens Coach Mano Menezes wird eine attraktivere Spielweise als unter Carlos Dunga erwartet.

Große Erwartungen haben auch die Fans vor dem iberischen Duell zwischen Portugal und Weltmeister Spanien. Die Portugiesen wollen sich für das 0:1 im WM-Achtelfinale revanchieren.

Für beide Länder geht es aber auch darum, ihrer gemeinsamen Bewerbung für die WM-Ausrichtung 2018 Nachdruck zu verleihen.

Hiddink setzt auf Nürnberger

Mit Nachdruck will auch der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus darauf hinweisen, dass seine Berufung zum bulgarischen Nationaltrainer keine Fehlentscheidung war. Matthäus tritt mit seinem Team gegen Serbien an.

Noch wichtiger als für Matthäus ist das Spiel für den türkischen Trainer Guus Hiddink in seiner Heimat Niederlande. Durch das 0:1 des deutschen Qualifikations-Gegners gegen Aserbaidschan steht der Coach mächtig unter Druck.

Aus der Patsche soll Hiddink auch Mehmet Ekici helfen. Der frühere deutsche U-21-Nationalspieler vom 1. FC Nürnberg steht erstmals im türkischen Kader.

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