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Cristiano Ronaldo fällt derzeit wegen einer Knöchel-OP aus © imago

Das Tauziehen um den portugiesischen Superstar geht offenbar in die nächste Runde. Angeblich will er nicht zu ManU zurückkehren.

von Martin Hoffmann

München - Das Ringen von Manchester United und Real Madrid um Superstar Cristiano Ronaldo ist das spannendste Transfergefecht des Sommers - und es steht nun womöglich vor der Eskalation.

An diesem Dienstag sollte der Portugiese nach seiner Knöchel-OP eigentlich wieder in Manchester eintreffen.

Zum einen sollen Manchesters Ärzte dort seinen Heilungsprozess auswerten, zum anderen ist ein Einzelgespräch mit Coach Alex Ferguson eingeplant.

Doch Manchester bekam Ronaldo nur auf dem Titelbild der spanischen "Marca" zu sehen - mit der Überschrift: "Ich gehe nicht zurück nach Manchester."

Jeder weiß, was er will"

So hat es der 23-Jährige zwar nicht ausgesprochen ("Ich kann jetzt gar nichts sagen", sagte er dem Blatt vielmehr nur).

Aber die Zeitung will erfahren haben, dass Ronaldo im portugiesischen Städtchen Geres bleiben und abwarten will, wie sich die Verhandlungen mit ManUnited und Real Madrid entwickeln.

Die Darstellung deckt sich mit einem Bericht, des englischen "Mirror", der eine Quelle aus Ronaldos Umfeld mit den Worten zitiert: "Cristiano kommt nicht heute, nicht morgen und auch nicht irgendwann bald zurück. Jeder weiß, was er will."

Manchester spielt Sache herunter

Ronaldo will zu Real Madrid, wie hinlänglich bekannt ist. Und Spaniens Rekordmeister, der gerade Rafael van der Vaart vom Hamburger SV abgeworben hat, soll dabei sein, ein formelles Angebot über 88,5 Millionen Euro für Europas Top-Torjäger auf den Weg zu bringen.

Mitten in diese heiße Phase fällt nun Ronaldos angebliche Heimflug-Weigerung, die angeblich auch mit Angst zu tun hat, sich Fergusons Zorn auszusetzen.

In Manchester wird die Angelegenheit heruntergespielt: Laut dem "Mirror" sind die "Red Devils" zuversichtlich, dass Ronaldo noch in dieser Woche zu ihnen kommt.

Madrids Präsident stiftet Verwirrung

Real-Präsident Ramon Calderon sorgte bei van der Vaarts Präsentation am Dienstag für weitere Verwirrung, indem er andeutete, Ronaldo abgeschrieben zu haben.

"Rafael van der Vaart ist der erste Neuzugang für dieses Jahr und wird ziemlich sicher auch der einzige bleiben", meinte Calderon.

Allerdings hatte der Madrider Vereinsboss auch schon die Bemühungen um van der Vaart für beendet erklärt - mit bekanntem Ergebnis.

Ausstiegsklausel als Anreiz zum Bleiben?

Allerdings scheint sich am Old Trafford die Erkenntnis durchzusetzen, dass man nicht mehr langfristig mit Ronaldo planen kann - obwohl er erst im April um fünf Jahre verlängert hat.

Laut der "Sun" erwägt United, Ronaldo eine Ausstiegsklausel gegen eine festgeschrieben Ablöse für 2009 anzubieten - um ihn zumindest noch bis dahin zum Bleiben zu bewegen.

Im Weg steht dieser Lösung allerdings wohl Ferguson, der schon aus Prinzip darauf pochen soll, dass Ronaldo seinen Kontrakt erfüllt.

Einladung von Julio Iglesias

Die "Sun" hat übrigens auch eine Erklärung dafür, warum Ronaldo am Dienstag nicht nach Manchester geflogen ist.

Am Abend gibt Julio Iglesias ein Konzert im portugiesischen Portimao - und die Schlagerlegende hat Ronaldo persönlich dazu eingeladen.

Verständlich, dass er sich den Schmusesänger im Moment lieber anhören will als seinen wütenden Coach.

Möglich, dass Iglesias dem Portugiesen von Real vorschwärmt. In seiner Jugend spielte er schließlich selbst in Madrid - im Tor von Reals Nachwuchsteam.

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