vergrößernverkleinern
Rafael Benitez hat mit Inter Mailand in dieser Saison schon sieben Niederlagen kassiert © imago

Klub-Boss Moratti lässt die Zukunft des spanischen Trainers beim Klub-Weltmeister offen. Die Profis spüren den zunehmenden Druck.

Abu Dhabi - Die Spieler feierten, der Präsident jubelte, nur der Trainer motzte - und hat bei Inter Mailand kaum noch eine Zukunft.

"Ich bin deprimiert und werde vom Klub im Stich gelassen. Man verspricht mir Spieler, die nicht kommen, und es fehlt an Unterstützung für meine Arbeit", klagte Rafael Benitez, noch während seine Schützlinge den 3:0 (2:0)-Sieg im Endspiel um den Weltpokal gegen TP Mazembe Englebert aus dem Kongo mit Rutschpartien auf dem Rasen und einer nicht enden wollenden Ehrenrunde zelebrierten.

Auch bei weiteren Festivitäten in der Mannschaftskabine hielt sich der spanische Coach abseits, der Rüffel des Klubpräsidenten Massimo Moratti jedenfalls versprach nichts Gutes für den 50-Jährigen.

Präsident Moratti rüffelt den Trainer

"Das ist nicht der richtige Moment für solche Äußerungen. Wir wollen jetzt unseren Sieg feiern", sagte der mächtige Vereinsboss.

Zu enttäuscht ist Moratti von der sportlichen Talfahrt der Lombarden im Alltagsgeschäft.

Enttäuschende Saison

Als Meister, Pokalsieger und Champions-League-Gewinner in die Saison gestartet, beträgt in der Serie A der Rückstand auf den Tabellenführer und Lokalrivalen AC Mailand bereits 13 Punkte, in der Königsklasse reichte es nicht einmal zum Gruppensieg.

Prompt kommt es bereits im Achtelfinale zur Endspielneuauflage gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München.

Finale mit Trainingscharakter

Da werden es die Inter-Stars nicht mehr so leicht haben wie gegen den afrikanischen Außenseiter.

Nach einer schnellen Führung durch Tore von Goran Pandev (12.) und Samuel Eto'o (17.) war die einseitige Partie früh entschieden.

Das Spiel hatte für den hohen Favoriten kaum mehr als Trainingscharakter, fünf Minuten vor dem Abpfiff stellte Jonathan Bianiany den Endstand her. Chancen auf einen weit höheren vergab vor allem Torjäger Diego Milito.

[kaltura id="0_0f0darw1" class="full_size" title="Inter tanzt Afrikaner aus"]

Lucio: "Sahnehäubchen auf dem Kuchen"

Dennoch fiel von den Inter-Profis nach der Partie eine große Anspannung ab.

"Nur wir selbst wissen, unter welchem Druck wir stehen und was wir durchmachen müssen, um unsere Titel zu gewinnen. Deshalb ist es sehr wichtig für uns, dass wir unseren Gefühlen mal freien Lauf lassen konnten. Dieser Sieg war das Sahnehäubchen auf dem Kuchen", sagte der Ex-Münchner Lucio.

Mehrere Nachfolger im Gespräch

Bei einer Niederlage gegen den krassen Außenseiter wäre Benitez wohl umgehend gefeuert worden, nun wird der Trainermarkt noch einmal genauer sondiert.

Als Favoriten auf die Nachfolge des eher emotionslosen Fußball-Lehrers, der auch bei den Fans nicht so gut ankommt wie sein exzentrischer Vorgänger Jose Mourinho, sind mehrere Kandidaten im Gespräch.

Englands Nationalcoach Fabio Capello gehört ebenso zu den Anwärtern wie Luciano Spalletti, Trainer des russischen Meisters Zenith St. Petersburg, und der ehemalige Inter-Keeper Walter Zenga, der derzeit den Klub Al Nasr in den Vereinigten Arabischen Emiraten betreut.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel