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Kevin Kuranyi (2.v.r.) wechselte im Sommer von Schalke zu Dynamo Moskau © getty

Özil und Khedira werden gefeiert, Kuranyi wird in Moskau Spieler der Saison. SPORT1 stellt den Legionären ein Zeugnis aus.

Von Christian Stüwe

München - Mit viel Getöse wechselten die deutschen WM-Stars Mesut Özil und Sami Khedira nach dem Turnier in Südafrika im Sommer zu Real Madrid.

Beim Weltklub fassten die beiden Nationalspieler sofort Fuß und gehörten in der Hinrunde zur Stammelf von Jose Mourinhos Starensemble.

Auch Jerome Boateng wagte den Sprung aus der Bundesliga zu einem Top-Klub und verteidigt seither bei Manchester City.

Während den Auftritten Özils, Khediras, oder Boatengs auch hierzulande viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, gibt es von anderen Legionären weniger zu hören.

Kevin Kuranyi ist seit seinem Engagement bei Dynamo Moskau nicht mehr so präsent wie zu Schalker Zeiten und auch Timo Hildebrand steht bei Sporting Lissabon nicht mehr im Fokus der deutschen Öffentlichkeit.

Dass der mittlerweile 37-jährige Dietmar Hamann noch immer beim englischen Drittligisten Milton Keynes Dons spielt, ist so vergleichbar wenig bekannt, wie dass neun deutsche Profis in den Niederlanden aktiv sind und ein gutes Dutzend in Österreich dem Ball hinterherjagt.

SPORT1 hat sich umgeschaut und stellt einigen der deutschen Legionäre ein Zwischenzeugnis aus.

Mesut Özil (Real Madrid)

Keine Frage, der 22-Jährige ist in Madrid eingeschlagen. Özil glänzte als Torschütze und vor allem als Vorbereiter. "Er serviert Tore wie ein Oberkellner", jubelte die Zeitung "Don Ballon".

Fans und Mitspieler sind begeistert von Özils uneigennütziger Spielweise, lediglich die Konstanz fehlt ihm noch, um den endgültigen Durchbruch zum Weltklassespieler zu schaffen.

So mischten sich zwischen die starken Leistungen auch immer mal wieder schwächere. Etwa beim bitteren 0:5 im "Clasico" beim FC Barcelona.

Sami Khedira (Real Madrid)

Was für Özil gilt, trifft auch auf Khedira zu. Der Ex-Stuttgarter hat den Wechsel nach Madrid reibungslos geschafft und ist an der Seite von Xabi Alonso im defensiven Mittelfeld gesetzt.

Der 23-Jährige hat es besonders Mourinho angetan, der ihn immer wieder für seinen Fleiß und sein Zweikampfverhalten lobt.

Die beiden Nationalspieler seien "fabelhafte Jungs" fasste Mourinho kürzlich seine Auffassung von Khedira und Özil zusammen.

Jerome Boateng (Manchester City)

Dem 22-Jährigen machten nach seinem Wechsel zum Scheich-Klub immer wieder Verletzungen zu schaffen, so dass er in der Hinrunde noch nicht über neun Einsätze hinaus kam.

"Ich hoffe, dass ich mehr Spielpraxis bekomme und den City-Fans meine wahre Form bald zeigen kann", erklärte Boateng kürzlich.

Dass er das Zeug dazu hat, bei den Citizens zur Stammelf zu gehören, hat er aber bereits angedeutet.

Kevin Prince Boateng (AC Mailand)

Jeromes Bruder Kevin Prince ist hingegen schon richtig durchgestartet.

Der 23-Jährige wechselte in den vergangenen Jahren häufig seine Klubs, mit seinem Foul an Michael Ballack sorgte er im Frühjahr für negative Schlagzeilen.

Doch dann wechselte der ehemalige deutsche U-21-Nationalspieler in das ghanaische Nationalteam, spielte eine bärenstarke WM und überzeugt nun auch beim italienischen Top-Klub AC Mailand.

Boateng ackert und rackert im Mittelfeld und ist bei den Fans beliebt. Der ehemalige "Bad Boy" des deutschen Fußball ist zum Champions-League-Spieler gereift.

Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau)

Im Sommer wechselte der 28-Jährige zu Dynamo Moskau. In Russland war die Hälfte der Saison zu diesem Zeitpunkt schon vorbei, doch Kuranyi begann sofort mit dem Toreschießen.

Neun Treffer erzielte er noch in der Halbserie und wurde zum Dynamo-Spieler der Saison gewählt. "Das ist eine große Ehre für mich", erklärte Kuranyi.

Dass Dynamo aber am Ende nur Siebter wurde, konnte auch Kuranyi nicht verhindern.

Thomas Hitzlsperger (West Ham United)

Der Nationalspieler zog sich im Herbst beim Länderspiel gegen Dänemark eine schwere Muskelverletzung zu und verpasste die ganze Hinrunde.

Außerdem stehen die "Hammers" auf dem letzten Tabellenplatz der Premier League. 2010 ist für den 28-Jährigen wirklich ein Jahr zum Vergessen.

Robert Huth (Stoke City)

Der 26-Jährige spielte zuletzt stark in Stokes Innenverteidigung. So stark, dass nun der FC Liverpool auf den "Berlin Wall" aufmerksam wurde.

Angeblich wollen die "Reds" sechs Millionen Euro für den Ex-Nationalspieler auf den Tisch legen.

Timo Hildebrand (Sporting Lissabon)

Der frühere Nationaltorwart ist in Portugal nur die Nummer zwei bei Sporting. Lediglich im Pokal darf der 31-Jährige ran.

Hildebrand Abstieg begann als er den VfB Stuttgart verließ. In Lissabon scheint er sich fortzusetzen.

Andreas Hinkel (Celtic Glasgow)

In der vergangenen Saison war Hinkel Stammspieler beim schottischen Traditionsklub, doch im August setzte ihn Kreuzbandriss für die komplette Hinrunde außer Gefecht.

Eine Rückkehr in eine der großen europäischen Ligen ist somit bis auf Weiteres kein Thema mehr.

David Odonkor (Betis Sevilla)

Der WM-Held von 2006 spielt bei den zweitklassigen Andalusiern und verpasste in der letzten Saison knapp den Aufstieg.

In der neuen Spielzeit musste der Klub Insolvenz anmelden, nimmt aber weiter am Spielbetrieb teil. Odonkor selber wird aber immer wieder von Kniebeschwerden zurückgeworfen.

Es läuft nach wie vor nicht rund für Odonkor.

Fabian Ernst (Besiktas Istanbul)

Der Ex-Nationalspieler ist im defensiven Mittelfeld des türkischen Traditionsteams gesetzt und wird von den Fans für seinen großen Einsatz und seine Durchsetzungsstärke geschätzt.

Ernst scheint sich bei dem Klub mit den fanatischen Fans rundum wohl zu fühlen.

Roberto Hilbert (Besiktas Istanbul)

Der 26-Jährige wird von Trainer Bernd Schuster regelmäßig eingesetzt und spielt seine Rolle solide.

Von einer Rückkehr in die Nationalmannschaft ist er allerdings weit entfernt.

Michael Fink (Bucaspor)

Der 28-Jährige erzielte kurz vor Weihnachten noch ein Tor für Besiktas im Pokal, wurde dann aber an Aufsteiger Bucaspor ausgeliehen.

Wie es dort für den Ex-Frankfurter weitergeht, ist noch offen.

Thomas Broich (Brisbane Roar)

Der 29-Jährige wurde einst als große Hoffnung des deutschen Fußballs gehandelt.

Doch die Karriere verlief nicht wie gewünscht und mittlerweile ist der Ex-Gladbacher und Kölner in Australien gelandet. Dort führt er mit Brisbane Roar die Tabelle an. Immerhin.

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