vergrößernverkleinern
Didier Drogba (l.) stand nach seiner Verletzung erstmals wieder in Chelseas Startelf © imago

Der Chelsea-Stürmer steht nach dem Aus im Carling-Cup in der Kritik. Liverpool verliert gegen den Titelverteidiger.

München - Ein Skandal um Toptorjäger Didier Drogba hat das peinliche Aus des FC Chelsea im englischen Carling-Cup gegen den Zweitligisten FC Burnley überschattet.

Der Stürmer warf nach seinem Tor zum 1:0 eine Münze zurück in den Block der Gästefans und zeigte den Burnley-Anhängern den Mittelfinger.

Chelsea mit dem Rekonvaleszenten Michael Ballack droht nach dem sensationellen Aus eine unruhige Zukunft, dem Ivorer eine lange Sperre und ein juristisches Nachspiel.

"Drogba stürzt Chelsea ins Chaos", titelte die "Times" und zitierte einen Polizeisprecher:

"Ich kann bestätigen, dass wir in dem Vorfall ermitteln. Bei der Fußball-Einheit der Polizei in Fulham wurde eine Untersuchung eingeleitet, es wurde aber niemand verhaftet", sagte ein dieser in der englischen Tageszeitung.

Mikel verschießt Elfmeter

An der Niederlage war der Angreifer jedoch nicht schuld. John Obi Mikel verschoss den letzten Strafstoß und machte so "eine der größten Überraschungen in der 101-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbs" (Daily Mail) perfekt: Burnley, Fünfter in der Championship, bezwang Chelsea 5:4 im Elfmeterschießen.

Nach 120 Minuten und den Toren von Drogba (27.) sowie Ade Akinbiyi (69.) hatte es 1:1 gestanden.

Drogba entschuldigt sich

Vor allem Drogbas Entgleisung stand danach im Blickpunkt. "Als ich mein Tor feierte, wurde ich mit Gegenständen beworfen. Es war ein großer Fehler, dass ich etwas zurückgeworfen habe", gestand er später ein: "Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich bereue es, es war ein Fehler."

Drogba, der für den Münzwurf die gelbe Karte sah, wird vom englischen Verband FA wohl gesperrt.

Nach einem ähnlichen Vorfall zog die FA 2002 Jamie Carragher vom FC Liverpool für drei Spiele aus dem Verkehr.

Keine interne Strafe

Vereinsintern kommt Drogba (Spielerporträt) dagegen voraussichtlich ungeschoren davon. "`Wenn ich sauer bin, dann nur auf mich selbst", sagte Teammanager Luiz Felipe Scolari, "wenn meine Spieler Fehler machen, heißt das, dass ich sie nicht gut unterrichte."

Für Chelsea war es die fünfte Pleite im Elfmeterschießen in Folge, zuletzt war das Team im Mai im Finale der Champions League so an Manchester United gescheitert. Zuletzt gelang 1998 im Ligapokal gegen Ipswich Town ein Erfolg in der finalen Lotterie.

Aus in Überzahl

"Wir sind ausgeschieden, dass ist für uns nicht normal. Wir wollten jeden Wettbewerb gewinnen. Nun müssen wir erstmal versuchen zu verstehen, was hier überhaupt passiert ist", sagte der sichtlich geschockte Scolari über die Niederlage gegen zehn Burnley-Spieler.

Nach der Gelb-Roten Karte gegen ihren Kapitän Steven Caldwell (116.) kämpften sich die Gäste in Unterzahl ins Viertelfinale.

Im Elfmeterschießen hatte dann der Außenseiter die besseren Nerven.

Während bei den Gästen lediglich Wade Elliott das Tor verpasste, trafen bei Chelsea mit John Mikel Obi und Wayne Bridge gleich zwei Spieler nicht ins Netz.

Deutliche Führung zur Pause

Dort steht auch Cup-Verteidiger Tottenham Hotspur, das einen der Favoriten FC Liverpool mit 4:2 (3:0) ausschaltete. Für die Spurs trafen je zweimal der Russe Roman Pawljutschenko (38./52.) und Frazier Campbell (42./45.). Für die Reds waren Damien Plessis (49.) und Sami Hyypiä (63.) erfolgreich.

Der ehemalige Dortmunder Philipp Degen durfte bei Liverpool von Beginn an ran, Kevin-Prince Boateng kam beim Der Tabellen-16. der Premier League in der Nachspielzeit für Pawljutschenko.

Roque triff für Rovers

Auch die Blackburn Rovers (Teamseite) stehen in der Runde der letzten Acht. Ex-Bayern-Star Roque Santa Cruz (65.) erzielte beim 2:1 (0:0)-Sieg beim FC Sunderland das wichtige 1:0.

Zuvor waren bereits der FC Arsenal, Manchester United, Stoke City sowie die Zweitligisten Derby County und FC Watford ins Viertelfinale eingezogen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel