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Beim 5:2-Erfolg gegen Fenerbahce steuerte der 17-jährige Aaron Ramsey (l.) einen Treffer bei © getty

Arsene Wenger beweist mit Arsenal im Carling Cup erneut, dass er aus jungen Talenten große Spieler formen kann.

Von Maximilian von Harsdorf

München - Der FC Arsenal siegte unter der Woche im Ligapokal in überzeugender Manier mit 3:0 gegen Wigan Athletic.

Eigentlich nichts besonderes, schließlich ist Arsenal ein europäischer Spitzenclub, während Wigan erst 2005 in die Premier League aufstieg und sich seitdem in latenter Abstiegsgefahr befindet.

Was jedoch aufhorchen lässt, ist die Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Startelf, die Coach Arsene Wenger auf das Feld schickte, nur knapp 19 Jahre betrug.

Bayerns Nachwuchs-Hoffnung Toni Kroos, momentan ja von ganz Fußball-Deutschland mit Argusaugen beobachtet, wäre in dieser Elf - zumindest rein altersmäßig - überhaupt nicht aufgefallen.

Mit 23 Jahren schon der Oldie

So war Torhüter Lukas Fabianski mit 23 Jahren der "Oldie" des Teams. Der Vorlagengeber des ersten Treffers, Jack Wilshere, war mit seinen 16 Jahre der jüngste Spieler auf dem Feld.

Auch Arsene Wenger zeigte sich vom Auftreten seiner Schützlinge begeistert: "Ich habe jede Minute genossen. Das Team hat Willen, Energie und Qualität gezeigt."

Schon in der dritten Runde des Carling Cups sorgten die "Young Guns" mit einem 6:0 gegen Sheffield für Furore.

Doch nicht nur die Ergebnisse im Carling Cup zeigen: Es gibt nur wenige Vereine, bei denen Jugendarbeit und Talentförderung so groß geschrieben werden wie bei den Nord-Londonern.

Vorbild Walcott

Im Ligapokal, in dem Wenger stets seine "B-Mannschaft" aufbietet, steht ein Theo Walcott (Spielerportrait), ebenfalls erst 19 Jahre alt, schon lange nicht mehr auf dem Platz.

Der Jungspund, vor zwei Jahren für über 7 Millionen Euro vom FC Southampton gekommen, hat es längst in die erste Mannschaft der "Gunners" geschafft und ist mittlerweile auch ein fester Bestandteil in den Planungen von Nationaltrainer Fabio Capello.

Wie kein anderer Spieler verdeutlicht er die Philosophie des Clubs, junge Talente zu großen Spielern zu machen.

Jung, talentiert, formbar

Sein Beispiel zeigt, welche Spieler die Londoner bevorzugt an die Themse locken: Jung, talentiert und formbar sollen diejenigen sein, die Arsenals Kader verstärken.

Sie müssen die Voraussetzungen mitbringen, um das schnelle, direkte und technisch hochwertige Spiel, das Wenger - bevorzugt im 4-4-2-System - spielen lässt, zu verinnerlichen.

Der in den 80er und früher 90er Jahren noch als "boring, boring Arsenal" verspottete Club hat sich unter der Führung des Franzosen zu einem der spielstärksten Teams der Welt entwickelt. In der Saison 2004 wurde Arsenal Meister, ohne auch nur ein Spiel verloren zu haben.

Schmerzhafte Abgänge?

Mittlerweile zwölf Jahre ist Wenger bei Arsenal tätig: Unter seine Ägide wuchsen brilliante Fußballer wie Thierry Henry, Fredrik Ljungberg oder Ashley Cole heran, die in der Folge auch von anderen europäischen Top-Klubs umworben wurden.

Jüngstes Beispiel: Mathieu Flamini. Vor vier Jahren als unbeschriebenes Blatt aus Marseilles nach London gewechselt, war er letzten Sommer einer der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt: Der FC Bayern wollte ihn nach München lotsen, am Ende entschied er sich für einen Wechsel zum AC Mailand.

Hohe Leistungsdichte im Kader

Doch scheinbar mühelos fängt der Klub Abgänge wie die von Flamini oder auch Hleb ab.

Das 2:1 gegen Manchester United (Spielbericht) am letzten Spieltag zeigt, wie perfekt das System Wenger funktioniert. Auch das Fehlen von Stützen wie Adebayor, van Persie, Eboue und dem langzeitverletzten Rosicky brachten die "Gunners" nicht aus dem Tritt.

Letztendlich sorgt es da kaum noch für Aufsehen, dass es mit Neuzugang Samir Nasri ein 21-Jähriger war, der Manchester mit zwei Toren das Fürchten lehrte.

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