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Shinji Kagawa hat in seinen bisherigen 19 Länderspielen für Japan zwei Tore erzielt. © getty

Shinji Kagawa will sich beim Asien-Cup auf der großen Bühne präsentieren. Dem BVB ist der Wettbewerb dagegen ein Dorn im Auge.

Doha - Die Spieler hauen auf den Putz, ihre Arbeitgeber schlagen die Hände über den Kopf zusammen.

Während die Klub-Manager mit Wut im Bauch und sorgenvoller Miene Richtung Asien-Meisterschaft im künftigen WM-Gastgeberland Katar (ab 17.15 Uhr LIVESCORES) schauen, sind die Bundesliga-Legionäre kaum wiederzuerkennen.

Pünktlich zum Startschuss am Freitag legen sie ihre asiatische Zurückhaltung ab und nutzen die große Bühne zur persönlichen Marktwertsteigerung.

"Ich will eine Nummer Zehn sein, die auch viele Tore schießt", sagte der Dortmunder Shootingstar Shinji Kagawa und fügte, beobachtet von einer Journalistenschar und etlichen Kameras, mit einem breiten Grinsen an: "Genau wie Lionel Messi."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Kagawa will Eigenwerbung betreiben

Kagawa will offensichtlich die Gunst der Stunde nutzen und Werbung in eigener Sache betreiben.

Denn auf dem Gehaltscheck besteht noch immer ein himmelweiter Unterschied zwischen dem angeblich von spanischen Top-Klubs umworbenen Kagawa und dem argentinischen Superstar vom FC Barcelona.

Kagawa weiß: Asiatische Fußballer sind begehrt wie nie zuvor - und das nicht nur als Werbe-Gag für den riesigen Markt im fernen Osten.

Ji-Sung Park als Vorbild

Scouts von fast allen europäischen Topklubs werden in Katar auf der Tribüne sitzen, denn Leute wie Kagawa oder der Südkoreaner Ji-Sung Park von Manchester United haben bereits bewiesen, dass sie nun auch taktisch und physisch mit europäischen Spitzenspielern mithalten können.

Genau deshalb ist der Aufschrei unter den Vereinen so groß. Sie müssen mitten in der Saison in mehreren Partien auf Spieler verzichten, die plötzlich unverzichtbar geworden sind.

Zorc geht auf Blatter los

"Das ist doch immer dasselbe. Da gehen Verbands- vor Klubinteressen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc und schimpfte gegen die Abstellungsregularien des Weltverbandes FIFA und dessen Präsidenten Joseph S. Blatter:

"Die FIFA macht ihr eigenes Ding. Es ist ärgerlich, denn man kommt nicht dagegen an, weil ein Herr Blatter von oben herab regiert."

Borussia Dortmund wird eventuell in den ersten drei Begegnungen des Jahres auf seinen Spielmacher Kagawa verzichten müssen. Zorc forderte alle großen Vereine auf, sich künftig im Verbund gegen den Terminplan der FIFA zu wehren:

"Schließlich bezahlen die Klubs die Spieler, die dann im besten Fall müde und im schlechtesten Fall verletzt von solchen Turnieren zurückkommen."

Auch Schalke und HSV betroffen

Aus der Bundesliga müssen neben Dortmund auch Erzrivale Schalke 04 (Atsuto Uchida/Japan und Hao Junmin/China), der VfL Wolfsburg (Makoto Hasebe/Japan), 1. FC Köln (Tomoaki Makino/Japan) und der Hamburger SV (Son Heung-Min/Südkorea) Spieler für den Asien-Cup abstellen.

Dem VfB Stuttgart ist das Risiko offenbar zu groß. Er wartet mit der geplanten Verpflichtung des Japaners Shinji Okazaki bis zum Ende des Turniers ab.

FIFA macht keine Ausnahme

Wie schon in den vergangenen Jahren prallen die Vereine mit der Bitte nach Ausnahmeregelungen bei der FIFA erfolglos ab.

"Wir haben versucht, Uchida nicht abgeben zu müssen", sagte Schalkes Trainer-Manager Felix Magath:

"Aber wenn man bei einem die Ausnahme macht, dann kommt natürlich der nächste Verein und will seinen Spieler auch nicht freistellen."

Kagawa: "Ich will den Asien-Cup gewinnen"

Das Klagen ihrer Arbeitgeber nehmen auch die Spieler wahr. Kagawa zum Beispiel versprach, seine Teilnahme werde am Ende auch den Dortmundern zugute kommen:

"Ich will den Asien-Cup gewinnen und den Schwung mit in die Bundesliga nehmen, um dort eine große Saison perfekt zu machen." Die Einstellung seines Chefs Zorc dürften diese Sätze kaum ändern.

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