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Andres Iniesta (M.) bejubelt einen Treffer mit Lionel Messi (r.) und Xavi © getty

Vor der Bekanntgabe des Weltfußballers steht der FC Barcelona als Sieger fest. Von den drei Kandidaten gibt es einen Favoriten.

Aus Zürich berichtet Martin Volkmar

Zürich - And the Winner is... FC Barcelona!

Schon bevor heute abend bei einer Gala im Züricher Kongresshaus der Welt-Fußballer 2010 gekürt wird, steht der spanische Meister und Spitzenreiter der Primera Divison als Gewinner fest.

Denn erstmals bei der prestigeträchtigten Wahl stehen drei Spieler aus einem einzigen Verein in der Endauswahl: Die Barca-Stars Xavi, Andres Iniesta und Lionel Messi (304176DIASHOW: Die Kandidaten für den Weltfußballer).

"Dieser Preis ist nicht nur für uns, sondern für den gesamten Klub", sagt Vorjahressieger Messi.

Und Nachwuchschef Albert Benaiges, der die drei in der Jnioren-Kaderschmiede "La Masia" ausbildete, meint: "Die Wahl ist dieses Jahr ein Loblied auf ganz Barca."

Mit der Auswahl des Trios wird von der FIFA und der französischen Zeitschrift "France Football" vor allem der derzeit schönste Fußball der Welt gewürdigt, denn ein Klub wie Champions-League-Sieger Inter Mailand war in der letzten Saison erfolgreicher.

Doch dennoch kam dessen Star Wesley Sneijder nicht in die engere Auswahl, auch wegen der Niederlage mit den Niederlanden im WM-Finale gegen die von Xavi und Iniesta angeführten Spanier.

"Gazetta": Iniesta gewinnt

Nicht nur wegen seines 1:0-Siegtreffers in der 116. Minute, der die Iberer in Südafrika erstmals zum Weltmeister machte, hat die gewöhnlich gut unterrichtete "Gazzetta dello Sport" Iniesta bereits als Sieger ausgemacht.

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Dabei hätte auch Xavi, bei Barca und im Nationalteam der unumstrittene Anführer im Mittelfeld, den Titel verdient.

Für den 31-Jährigen jedoch ist der Dritte im Bunde eindeutig der beste Fußballer der Welt.

Xavi: "Messi ist der Beste"

"Wenn wir anderen uns überhaupt Hoffnungen auf den Ballon d'Or machen dürfen, dann nur, weil Argentinien keine gute WM gespielt hat. Sonst wäre jetzt schon alles klar", erklärt Xavi.

"Messi ist der Beste von allen, er ist sogar besser als Maradona. Es werden noch 30 Jahre vergehen, und wir werden noch immer keinen Besseren haben als Messi."

Doch die schwache WM dürfte trotz aller Qualitäten diesmal den Ausschlag gegen den Superstar geben.

Messis hilfloser Auftritt bei Argentiniens 0:4-Pleite im Viertelfinale gegen Deutschland und seine überragende Vorstellung bei Barcelonas 5:0-Gala Ende November gegen Real Madrid stehen exemplarisch für die Bedeutung seiner Mitspieler Xavi und Iniesta.

Van Gaals kleiner Anteil

Und so wird vermutlich der 26-jährige Iniesta in Zürich das Rennen machen, woran auch Bayern-Trainer Louis van Gaal seinen kleinen Anteil hat.

Denn unter dem damaligen Barca-Coach feierte der Südspanier aus Fuentealbilla, der 1996 als Zwölfjähriger zu Barca kam, im Oktober 2002 sein Profi-Debüt.

Danach ging es rasant aufwärts für Iniesta: 2004 Stammspieler, 2006 erstmals Champions-League-Sieger, 2008 Europameister, 2009 erneut Champions-League-Sieger und Klub-Weltmeister, 2010 Weltmeister, zudem bislang viermal spanischer Meister.

"Der wird uns in Rente schicken"

"Der wird uns beide in Rente schicken", hatte Iniestas Vorbild Pep Guardiola, damals Kapitän und heute Trainer, einst zu Xavi über den Youngster gesagt.

So weit ist es zwar noch nicht, aber zumindest den Weltfußballer-Titel dürfte Iniesta bald seinen einstigen Idolen voraus haben.

Mourinho Favorit bei den Trainern

Wobei Guardiola immerhin Chancen hat, am Abend als weltbester Trainer 2010 ausgezeichnet zu werden.

Favorisiert sind aber der aktuelle Real-Trainer Jose Mourinho, der mit Inter Mailand im Sommer drei Titel holte, und Spaniens Weltmeister-Coach Vicente del Bosque.

Deutsche Frauen hoffen auf zwei Titel

Im Schatten der Männer steht die Wahl bei den Frauen, auch wenn sie aus deutscher Sicht wesentlich erfolgreicher werden dürfte:

Bei den Frauen stehen Birgit Prinz, Fatmire Bajramaj und die favorisierte Brasilianerin Marta, die zuletzt viermal in Folge gewann, in der End-Auswahl.

Und bei den Trainerinnen sind in Silvia Neid und Maren Meinert, die mit der U 20 Europameister wurde, ebenfalls zwei DFB-Vertreter dabei. Dritte Kandidatin ist die Schwedin Pia Sundhage, Nationaltrainerin der USA.

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