vergrößernverkleinern
Silvia Neid wurde in Zürich zum ersten Mal zur Welt-Trainerin des Jahres gewählt © getty

Die Bundestrainerin will den Schwung der verliehenen Trophäe für die Heim-WM nutzen. Birgit Prinz kritisiert den Wahlmodus.

Aus Zürich berichtet Martin Volkmar

Zürich - Sie kam, sah und siegte: Auch ohne einen Titelgewinn 2010 ist Silvia Neid von der FIFA zur Trainerin des Jahres gewählt worden.

Die Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft setzte sich gegen Maren Meinert, Coach der bei der WM erfolgreichen U-20-Juniorinnen des DFB, und die schwedische US-Nationaltrainerin Pia Sundhage durch.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung", sagte Neid.

"Aber ohne meine Spielerinnen, die Unterstützung des Verbandes, meine Crew und die gute Zusammenarbeit mit der Liga würde ich nicht hier stehen."

Schwung für WM-Vorbereitung nutzen

Nun will die 46-Jährige den Schwung der erstmals verliehenen Trophäe nutzen, um die schon jetzt mit Hochdruck angelaufene WM-Vorbereitung weiter voran zu treiben.

Die deutschen Frauen gehen als Titelverteidiger und große Favoriten in das mit Spannung erwartete Turnier vom 26. Juni bis 17. Juli in der Heimat.

"Ich denke, wir dürfen uns von der Erwartungshaltung nicht verrückt machen lassen", sagt Neid.

"Wir setzen uns selbst schon genug unter Druck. Wir müssen einfach Spaß haben, dann kommt vieles von alleine."

[image id="84242421-6488-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Marta zum fünften Mal Weltfußballerin

Dass allerdings nicht alle Titel von alleine kommen, zeigte die Wahl zur Weltfußballerin. Dort war Birgit Prinz, Siegerin von 2003 bis 2005, erneut chancenlos gegen die Brasilianerin Marta.

Die 24-Jährige gewann die Wahl schon zum fünften Mal in Folge und ist damit im Frauen-Fußball weiter das Maß aller Dinge.

"Das ist unglaublich. Es ist immer eine große Ehre, überhaupt nominiert zu sein. Viele andere Spielerinnen wären gerne in dieser Situation", sagte Marta.

Bajramaj: "Auf jeden Fall verdient"

Für die deutsche Nationalspielerin Fatmire Bajramaj, die ebenso wie Prinz zu den verbliebenen drei Akteurinnen in der End-Auswahl gehörte, ist die Auszeichnung gerechtfertigt.

"Sie ist eine absolute Ausnahmespielerin und hat die Wahl auf jeden Fall verdient", erklärte die 22-Jährige von Turbine Potsdam.

Prinz kritisiert Wahlmodus

Auch Prinz gratulierte ihre Kontrahentin, kritisierte aber das Wahlverfahren. "Die FIFA könnte uns mehr Infos zur Verfügung stellen. Das könnte die Wahl noch wertvoller gestalten", sagte die 33 Jahre alte Frankfurterin vor der Bekanntgabe.

"Das wäre ein wichtiger Schritt für den Frauenfußball. Ich habe die Weisheit nicht gepachtet, aber ich möchte einen Anstoß geben."

Die diesjährige Wahl wurde erstmals weltweit unter Journalisten sowie den Spielführerinnen und Trainern der Nationalmannschaften durchgeführt. Zuvor waren nur die Spielführerinnen und Trainer wahlberechtigt.

Große Bühne für Steffi Jones

Auch die deutsche WM-Organisatorin Steffi Jones hatte bei der Gala im Züricher Kongresshaus ihren Auftritt auf großer Bühne.

Dort machte die OK-Chefin Werbung für die Endrunde und bekräftigte das ambitionierte Ziel der Gastgeber, alle 700.000 Eintrittskarten zu verkaufen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel