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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Ätsch: Lionel Messi wurde wie im Vorjahr erneut zum Weltfußballer gewählt © getty

Selbst Lionel Messi hatte nicht mit seiner erneuten Wahl zum Weltfußballer gerechnet. Dabei ist der Barca-Star jeden Cent wert.

Aus Zürich berichtet Martin Volkmar

Zürich - Als Barca-Coach Pep Guardiola den Umschlag aus dem Kuvert zog und is Publikum zeigte, ging ein Raunen durchs Auditorium im Züricher Kongresshaus:

Denn nicht der favorisierte Andres Iniesta oder sein spanischer Landsmann Xavi stand auf dem Zettel, sondern zur großen Überraschung deren Vereinskollege Lionel Messi.

Auch der Argentinier hatte nicht damit gerechnet, seinen Titel als Weltfußballer zu verteidigen 335475(DIASHOW: Die Weltfußballer seit 1988).

"Das hätte ich nicht erwartet"

"Um ehrlich zu sein, das hätte ich nicht erwartet. Ich war schon glücklich, heute überhaupt hier zu sein", erklärte Messi staunend, nachdem ihm der "Goldene Ball" überreicht worden war.

Denn eigentlich waren fast alle Anwesenden von der Wahl Iniestas ausgegangen, der Spanien bei der WM in Südafrika mit seinem 1:0-Siegtreffer erstmals zum Weltmeister gemacht hatte (335321DIASHOW: Die Bilder der Gala).

Messi dagegen war mit Argentinien im Viertelfinale sang- und klanglos mit 0:4 an Deutschland gescheitert ? nebenbei ein weiterer Beweis für die überragende WM-Vorstellung der DFB-Auswahl.

"Für mich war 2010 ein kompliziertes Jahr. Mit Barcelona lief es sehr gut, bei der WM weniger gut", gab Messi zu.

Nationaltrainer und Spielführer geben den Ausschlag

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Dass er trotzdem als erst fünfter Spieler überhaupt zweimal in Folge bester Fußballer der Welt wurde, hatte der 23-Jährige vor allem den Nationaltrainern und Spielführern zu verdanken.

Bei ihnen war der offensive Mittelfeldspieler klar vorne, während die ebenfalls wahlberechtigten rund 150 ausgewählten Sportjournalisten mehrheitlich Iniesta wählten.

Erstmals waren die früher getrennten Abstimmungen von FIFA (Trainer und Spielführer) und "France Football" (bis letztes Jahr Europas Fußballer des Jahres, Wahl durch Sportjournalisten) zusammengelegt worden.

Am Ende gewann Messi mit 22,65 Prozent der Stimmen vor Iniesta (17,36) und Xavi (16,48).

Deutsches Quintett chancenlos

Dagegen hatten die ursprünglich nominierten deutschen Stars Miroslav Klose, Philipp Lahm, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil nicht den Sprung in die End-Auswahl der besten drei geschafft.

Letztlich konnten sie der geballten Kraft des FC Barcelona nichts entgegensetzen, der das finale Trio stellte und fast in Mannschaftsstärke mit zwei Privatfliegern nach Zürich gereist war.

"Das zeigt die großen Fortschritte des spanischen Fußballs. Und für Barcelona gilt, dass wir nur als Kollektiv funktionieren. Jeder hängt vom anderen ab", erklärte Xavi.

Preis für Barca-Akademie

"Dieser Preis ist nicht nur für uns, sondern für den gesamten Klub", hatte Messi schon vorher erklärt, der wie seine beiden Teamkollegen in Barcas legendärer Nachwuchsakademie "La Masia" ausgebildet wurde.

Auch nach der Ehrung dankte der 1,69-Meter-Mann dem Verein. "Gegen zwei Mitspieler zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes", erklärte er.

"Ich möchte diesen Preis mit so vielen Leuten teilen, mit all meinen Freunden, meiner Familie und allen Fans Argentiniens und den Anhängern des FC Barcelona."

Die Katalanen haben sicherlich den größten Anteil an der Karriere des besten Kickers der Welt. Denn sie zahlten dem mit 13 Jahren nur 1,40 Meter großen "Floh" die zuvor in der Heimat verweigerte Hormonbehandlung gegen die Wachstumsstörungen.

Fixe Ablöse von 250 Millionen

Sein erster Vertrag mit einem Einstiegsgehalt von 600 Euro monatlich wurde auf einer Serviette unterschrieben, heute verdient der 23-Jährige rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr und hatte in seinem bis 2016 laufenden Vertrag eine festgeschriebene Ablösesumme von 250 Millionen Euro.

Denn Messi ist jeden Cent wert. Mehr als 150 Tore hat er bisher für Barca erzielt. 2009 schoss er Barca zum Champions-League-Sieg, in der vergangenen Saison hatte er mit 34 Treffern maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft.

Und ein Ende der erfolgreichen Zweierbeziehung ist nicht abzusehen. "Es gibt keinen Verein, der Barcelona toppen kann", sagte Messi. "Ich will für immer dort bleiben."

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