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Ronaldinho spielte von 2008 bis 2010 für den AC Mailand © getty

Ronaldinho wird bei seinem Debüt gefeiert und begeistert mit Kunststücken. Er spricht von einem der emotionalsten Momente seines Lebens.

Rio de Janeiro - Mit dem Gespür für den historischen Moment trabte Ronaldinho als letzter Spieler auf den Rasen, beflügelt vom Klang seines Namens, der ihm aus Tausenden Kehlen entgegenschlug.

Ein Mosaik aus weißen Schildern verkündete auf der Tribüne die Ankunft eines neuen Heilsbringers: "Bem-vindo R10" - herzlich willkommen.

Beim Debüt des zweimaligen Weltfußballers für den ruhmreichen Clube de Regatas do Flamengo war das Spiel fast Nebensache.

Nach dem 1:0 gegen die Nobodys vom Nova Iguacu FC verließen die 42.108 Zuschauer das Engenhao-Stadion überglücklich. Der Brasilianer hatte mit einigen Kabinettstückchen die alte Magie versprüht.

"Einer der emotionalsten Momente meines Lebens"

"Das ist einer der emotionalsten Momente meines Lebens. Ich verspüre gar keine Lust, vom Platz zu gehen", sagte Ronaldinho nach seinem ersten Spiel für einen brasilianischen Verein seit zehn Jahren.

Seine Mutter Dona Miguelina war eigens in Rios modernsten Fußball-Tempel gekommen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Sie sah, wie ihr Sohn sich 90 Minuten lang um Spielkultur bemühte. Pässe mit dem Absatz, Tempodribblings oder gefährlich gezirkelte Freistöße - doch die Zauberei blieb letztlich brotlos.

Premieren-Trikot ins Museum

Ronaldinho war das egal. "Natürlich hätte ich gern mehr gezeigt. Aber dank des Sieges war es dennoch ein perfektes Debüt", sagte der 30-Jährige.

Mit Flamengo ist er auf dem besten Weg ins Finale der Taca Guanabara, einem regionalen Turnier im Bundesland Rio de Janeiro.

Ronaldinhos Premieren-Trikot bekommt einen Ehrenplatz, wenn im November das Flamengo-Museum eröffnet wird.

Die Kapitänsbinde, die er kurz vor Anpfiff auf dem Platz demonstrativ vom bisherigen Spielführer Leo Moura übernommen hatte, will Ronaldinho dagegen selbst behalten.

Teuerster Spieler im Kader

Klubpräsidentin Patricia Amorim reibt sich angesichts des "beeindruckenden Wirbels" um Ronaldinho die Hände. Zwei Kreditkarteninstitute zahlten insgesamt 390.000 Euro, um nur für dieses Spiel ihren Namenszug auf dem rot-schwarzen Trikot zu verewigen.

Ronaldinho muss bei seiner Heimkehr nach zehn Jahren in Europa sportlich Abstriche machen, steht aber finanziell sehr gut da.

Dank privater Sponsoren liegt das Monatsgehalt jenseits von 600.000 Euro. Zum Vergleich: Die Spieler von Nova Iguacu verdienen monatlich zusammen nur 22.566 Euro.

Als diese Komparsen nach dem Abpfiff mit gesenktem Haupt den Rasen verließen, kehrte Ronaldinho noch einmal in den Mittelkreis zurück und verneigte sich in alle Himmelsrichtungen.

Ein letztes Mal brandete in dieser magischen Nacht Jubel auf. Und Ronaldinho verließ den Rasen als Letzter.

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