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Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo schieden bei der WM 2010 frühzeitig aus © getty

Lionel Messi und Cristiano Ronaldo treffen sich erstmals in einem Länderspiel. SPORT1 wagt den Vergleich zwischen den Stars.

Von Christian Stüwe und Matthias Becker

München - In Spanien liefern sie sich Woche für Woche ein Fernduell in ihrer eigenen Welt.

24 Tore haben sowohl Lionel Messi als auch Cristiano Ronaldo in dieser Saison schon in der Primera Division erzielt.

Der Titelkampf zwischen dem FC Barcelona (Messi) und Real Madrid (Ronaldo) bekommt durch die beiden Superstars zwei Gesichter (DATENCENTER: Freundschaftsspiele).

Am Mittwochabend treffen die Weltfußballer der letzten Jahre erstmals mit ihren Nationalmannschaften aufeinander, Argentinien spielt in Genf gegen Portugal (ab 21 Uhr LIVESCORES).

SPORT1 wagt den Vergleich zwischen Messi und Ronaldo: Wer ist besser?

Spielweise

Sowohl Ronaldo wie Messi haben viele Ballkontakte, gehen gerne selbst in das Dribbling und suchen den Abschluss. Allerdings hält Messi den Ball nicht ganz so lange wie Ronaldo, ist im Flachpass-System Barcas häufig in die Doppelpässe mit kurzen Kontaktzeiten eingebunden.

Der 1,69 Meter kleine Messi ist extrem wendig und auch von mehreren Gegenspielern kaum vom Ball zu trennen ist, Ronaldo setzt dagegen mehr auf Kraft und Geschwindigkeit.

"Messi kann sich auf engstem Raum gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen", sagte Angel di Maria, argentinischer Nationalspieler und Real-Kollege von Ronaldo kürzlich dem spanischen TV-Sender "La Otra": "Ronaldo setzt auf Geschwindigkeit und hat einen gewaltigen Schuss."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Stärken/Schwächen

Messi glänzt durch perfekte Technik und Eiseskälte im Abschluss, Ronaldo durch seine Schusskraft und seine gefährlichen Standards.

Sein eigensinniges Spiel bereitet Ronaldo aber vor allem dann Probleme, wenn es beim eigenen Team nicht so läuft, er verrennt sich dann in Einzelaktionen.

Messi zeigt, wenn überhaupt, im argentinischen Nationaldress Schwächen. Hier fehlen die kongenielen Barca-Partner Xavi und Iniesta und aller Druck lastet auf seinen Schultern.

Sein Kopfballspiel gehört bei 1,69-Meter-Körpergröße natürlich auch nicht zu den großen Stärken - trotz des Treffers im Champions-League-Finale 2009.

Erfolge

Messi war viermal Spanischer Meister und hat zweimal die Champions League gewonnen. Zudem war er Olympiasieger und ist vor kurzem zum zweiten Mal zum Weltfußballer geworden.

Auch Ronaldo war schon Weltfußballer, gewann 2008 die Champions League und wurde mit Manchester United dreimal Meister in England.

In ihren Nationalmannschaften warten beide aber noch auf einen ganz großen Erfolg. Die Statistiken aus dem Vereinsleben können sie dort noch nicht wiederholen.

Während Ronaldo in 70 Pflichtspielen für Real 68 Tore erzielte, waren es in 79 Länderspielen gerade mal 25 Treffer. Ähnlich sieht es bei Messi aus: 167 Tore erzielte der bislang im Barca Trikot (in 247 Spielen), für Argentinien sind es in 54 Partien nur 15.

Rivalität

Offen würden sich der sehr zurückhaltende Messi und der eitle Ronaldo nie attackieren.

Der Portugiese lässt Taten sprechen. Bei der Wahl zum Weltfußballer erhielt Messi von Ronaldo ? in seiner Funktion als Nationalmannschaftskapitän wahlberechtigt ? keine Stimme.

Im direkten Duell hat Messi klar die Nase vorne. Beim ersten Aufeinandertreffen im Champions-League-Halbfinale 2008 zwischen Barca und Manchester United setzte sich das Ronaldo-Team ManUnited zwar knapp durch (0:0 und 1:0).

Seitdem hat Messi aber alle vier weiteren Duelle mit Ronaldo gewonnen. Zweimal traf Messi bislang wenn es gegen Ronaldo ging, der blieb torlos.

Privatleben

Von Messis Privatleben ist kaum mehr bekannt als der Name seiner Freundin Antonella Roccuzzo. Die stammt aus seinem Heimatstadt Rosario und tritt auf den wenigen gemeinsamen Fotos zumeist vollständig bekleidet auf.

Ronaldo ist da ein anderes Kaliber, sorgt mit ständig wechselnden Lebensabschnittsgefährtinnen und Affären immer wieder für Schlagzeilen. Das erste uneheliche Kind ist inzwischen auch schon da.

Davon erfuhr die aktuelle Freundin Irina Shayk, ein russisches Unterwäschemodel, eher überraschend.

Fazit

Momentan hat Messi gegenüber Ronaldo, wie auch Barca im Vergleich mit Real, hauchdünn die Nase vorne. Kein Wunder, dass Ronaldo sich von den ständigen Vergleichen zuletzt genervt zeigte.

"Ich habe keine Zwangsvorstellungen, Neid oder direkte Rivalität mit Messi. Für mich ist er ein Gegner wie alle anderen auch", sagte der Portugiese.

Trotzdem würde er am Mittwoch sicher zu gerne das direkte Duell gewinnen, um den marginalen Rückstand zu Messi aufzuholen. Gelingt das nicht, bleiben ihm in dieser Saison noch mindestens zwei Chancen, wenn Real auf Barca trifft.

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