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Marcello Lippi pausierte nach dem WM- Triumph 2006 zwei Jahre als Italien-Coach © getty

Italiens Trainer Marcello Lippi jagt einen historischen Rekord, während Berti Vogts in Aserbaidschan mit dem Rücken zur Wand steht.

München - Marcello Lippi steht im Duell mit Otto Rehhagel vor einem Weltrekord und Berti Vogts in Aserbaidschan mal wieder unter Druck.

Am letzten großen Länderspieltag des Jahres könnten sich Lippis Italiener mit einem Weltrekord einen festen Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern sichern.

Der Weltmeister-Trainer ist mit der Squadra Azzurra seit 30 Spielen in Folge unbesiegt und könnte durch ein Unentschieden in Griechenland mit den Rekordhaltern Javier Clemente (Spanien/Serie von September 1994 bis Januar 1998) und Alfio Basile (Argentinien/Februar 1991 bis August 1993) gleichziehen.

Alleiniger Rekordhalter?

In seiner Heimat wäre Lippi, der nach dem WM-Titel 2006 zwei Jahre lang durch den glücklosen Roberto Donadoni ersetzt worden war, dann alleiniger Rekordhalter.

30-mal nacheinander unbesiegt war auch Vittorio Pozzo, Weltmeister-Trainer von 1930 und 1934.

Lippi selbst nahm die Aufregung um den greifbaren Rekord gelassen. "Während dieser Serie haben wir ein paar sehr wichtige Siege errungen und ein neues Team aufgebaut", sagte er.

Ohne Del Piero

"Das Spiel am Mittwoch könnte ein weiterer bedeutender Schritt in unserer Entwicklung sein", sagte er weiter.

Keine Rolle bei dieser Entwicklung spielt derzeit offenbar Juve-Stürmer Alessandro Del Piero: "Über die Nichtberücksichtigung habe ich mit ihm gesprochen und ihm meine Sicht der Dinge deutlich gemacht", sagte Lippi.

"Er ist immernoch Juves Talismann und einer dieser Spieler, die außerordentliche psychologische und technische Fähigkeiten besitzen", lobte er. In der Nationalmannschaft kann Lippi auf diese außergewöhnlichen Fähigkeiten momentan aber offenbar verzichten.

Vogts schon vor dem Aus?

Für Aserbaidschans Nationaltrainer Berti Vogts könnte die Partie gegen Albanien (ab 20.15 Uhr LIVE) unterdessen zu einem Schlüsselspiel werden.

Nach nur einem Sieg (Ergebnisse in der WM-Quali) in sieben Spielen könnte eine erneute Niederlage schon einen Schlussstrich unter das dann siebeneinhalbmonatige Engagement des Ex-Bundestrainers im Kaukasus ziehen.

Die vom Verband angestrebte WM-Qualifikation hat der deutsche Gruppengegner nach der 0:1-Niederlage in Finnland schon so gut wie verpasst.

Vogts selbst war den überzogenen Forderungen seiner Arbeitgeber zuletzt nur noch mit Sarkasmus begegnet: "Ich habe schon ein Quartier für die WM 2010 gebucht. Vielleicht treffen wir ja auf Deutschland."

Über 40 Spiele

Einen guten Jahresabschluss streben wie alle der am Mittwoch weltweit über 80 im Einsatz befindlichen Nationalteams auch die Schweiz mit Ottmar Hitzfeld gegen den deutschen Gruppengegner Finnland an.

Österreich als zweiter Co-Gastgeber der EM 2008 empfängt in Wien die Türkei zum zumindest mit Blick auf die Geschichte beider Länder brisanten Duell.

Frankreichs zuletzt hart kritisierter Trainer Raymond Domenech steht gegen Uruguay vor einer erneuten Prüfung, nachdem der Verband ihm Mitte Oktober überraschend das Vertrauen ausgesprochen hatte. Europameister Spanien empfängt in Villarreal Chile, während Rekord-Weltmeister Brasilien auf Portugal trifft.

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