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Thomas Hitzlsperger wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © getty

Der Deutsche trifft nach sechs Monaten Pause gleich im ersten Pflichtspiel für West Ham und berichtet von seiner Leidenszeit.

Von Matthias Becker

München/London - Eigentlich hatte Thomas Hitzlsperger genug Zeit, sich auf diesen Moment vorzubereiten.

Sechs Monate musste der Deutsche in Diensten von West Ham United wegen einer schwerwiegenden Muskelverletzung im Oberschenkel auf sein Debüt für die "Hammers" warten.

Als "The Hammer" dann am Montagabend erstmals im rot-blauen Trikot den Rasen des Upton Parks betrat, war er aber doch überrascht.

"Der Empfang durch die Fans war fantastisch. Ich hatte das nicht erwartet, weil ich dachte, sie hätten mich vielleicht schon vergessen", stellte Hitzlsperger strahlend fest.

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Ein Tor als Markenzeichen

Selbst jene Anhänger des Londoner Traditionsklubs die Hitzlsperger möglicherweise wirklich vergessen hatten, dürften ihn in der 23. Minute des FA-Cup-Achtelfinals gegen Zweitligist FC Burnley spätestens wiedererkannt haben. (DATENCENTER: FA Cup)

Da zog der frühere Nationalspieler rechts im Mittelfeld kurz das Tempo an und nutzte den gewonnen Raum, um den Ball aus 28 Metern mit links ins Burnley-Gehäuse zu prügeln.

Es war ein typischer Hitzlsperger, ein Tor als Markenzeichen - und das Ende einer langen Leidenszeit für den früheren Stuttgarter.

"Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut"

"Ich habe eine harte Zeit hinter mir, vor allem nachdem ich erfahren hatte, wie lange die Reha dauern würde. Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut, es war großartig", berichtete der gelöste Mittelfeldspieler.

Beim 2:2 im Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Dänemark am 11. August 2010 hatte er sich am Oberschenkel verletzt.

Gerade wieder ins Training eingestiegen, zog er sich im Oktober einen Sehnenriss im Hüftansatz des linken Oberschenkels zu. Eine Operation und weitere vier Monate Pause waren die Folge.

[kaltura id="0_a967gs6q" class="full_size" title=" The Hammer schl gt wieder zu"]

Lange Leidenszeit und WM-Aus

Diese schwere Blessur war aber nicht der Anfang des Alptraums.

Unter Trainer Christian Gross sank 2009 der Stern des VfB-Kapitäns in Stuttgart.

Um seine Chancen auf eine WM-Teilnahme nicht zu gefährden wechselte Hitzlsperger im Winter 2009/2010 zu Lazio Rom - und kam beim abstiegsgefährdeten Seria-A-Klub nur zu sechs Einsätzen.

Die WM war dahin, und kurz darauf auch der Muskel.

Sonderlob vom Trainer

Kein Wunder, dass der Auftritt beim 5:1 gegen Burnley, der West Ham das Ticket für das FA-Cup-Viertelfinale bei Stoke City sicherte, Balsam für die Wunden war.

"Ich wusste nicht, was ich nach der langen Pause erwarten konnte", sagte Hitzlsperger. "Aber ich bin natürlich froh, mit einem Tor bei einem sehr wichtigen Sieg für uns zurückzukommen."

Sonderlob gab es von Trainer Avram Grant. "Es ist sehr wichtig, dass Thomas zurück ist. Er kann von überall aus treffen. Wir haben auf ihn gewartet", sagte er.

"Nicht halb so viel wie er kann"

Der umstrittene Grant hofft natürlich, dass Hitzlsperger sein Team auch in der Liga mitreißt. Dort steht West Ham als 19. mit drei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer auf einem Abstiegsplatz.

"Was man heute von ihm gesehen hat, ist nicht halb so viel wie er kann", erklärte Grant.

Schwere Aufgaben vor der Brust

Hitzlsperger selbst blieb bescheiden und dachte lieber an die Mannschaft. "Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen für die schweren anstehenden Spiele", sagte er.

Am Sonntag müssen die "Hammers" gegen den FC Liverpool ran, danach geht es in Liga und Pokal gegen den Robert-Huth-Klub Stoke City, anschließend gegen Tottenham Hotspur und Manchester United.

Ein strammes Programm. Aber mit Überraschungen kennt Hitzlsperger sich jetzt ja aus.

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