vergrößernverkleinern
Buchautor Leopoldo Luque (r.) während des WM-Endspiels 1978 mit Wim Jansen © getty

Der Weltmeister von 1978 überbringt der niederländischen Prinzessin Maxima ein Buch, was als Versöhnungsgeste gewertet wird.

Den Haag - Die Frau des niederländischen Thronfolgers Willem Alexander, Prinzessin Maxima, hat unter Ausschluss der Öffentlichkeit in ihrer Privatwohnung "Villa Eikenhorst" ein Exemplar des Buches "Fußball in einem schmutzigen Krieg" über die WM 1978 in Empfang genommen.

In Maximas argentinischer Heimat hatte das Militär Mitte der 70er Jahre unter Führung von General Jorge Rafael Videla eine brutale und blutige Diktatur errichtet. Mehr als 30.000 Regimegegner wurden ermordet oder verschwanden spurlos.

Der Autor des Buches, der frühere argentinische Nationalspieler und Fußball-Weltmeister von 1978, Leopoldo Luque, überreichte Maxima ein Exemplar in Begleitung von Nora de Cortinas, Gründerin der Mütterinitiative.

Sie demonstriert noch heute auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires, um Informationen über ihre während der Diktatur (1976 bis 1983) spurlos verschwundenen Kinder zu erhalten.

Luque erklärte, dass sie damals als Spieler zu unpolitisch gewesen seien. Erst später habe er sich mit der Situation auseinandergesetzt. Er sei zu dem Entschluss gekommen, dass der Weltverband FIFA Argentinien unter diesem Regime niemals die Austragung der Weltmeisterschaft hätte anvertrauen dürfen.

"Nur ein schlechter Mensch kann das"

Die damalige argentinische Regierung habe mit den Titelkämpfen von den Verbrechen ablenken wollen. "Wie kann man in einem Land Fußball spielen, wenn gleichzeitig Menschen ermordet werden?" fragte der ehemalige River-Plate-Kapitän.

Mit seinem heutigen Wissen, so Luque, hätte er damals nicht gespielt. "Nur ein schlechter Mensch kann das", sagte er der Tageszeitung "De Volkskrant".

Der Empfang bei Maxima wird von den Regime-Opfern als Versöhnungsgeste gewertet.

Maximas Vater immer noch umstritten

Die Prinzessin ist die Tochter des damaligen Landwirtschaftsministers Jorge Zorreguieta, der als Begleiter des Staatsoberhauptes General Videla beim Finale Argentinien gegen Niederlande mit auf der Tribüne saß.

Deshalb ist Zorreguieta in den Niederlanden immer noch eine umstrittene Person.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel