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Ronaldo spielt seit 2003 bei ManUnited und gewann im Mai die Champions League © getty

Der Portugiese ist Europas Fußballer des Jahres. Eine außergewöhnliche Saison mit Manchester United wird so zusätzlich vergoldet.

München/Paris - Cristiano Ronaldo ist zum ersten Mal Europas Bester.

Der Portugiese gewinnt den "Ballon d'Or", die Auszeichnung als Fußballer des Jahres in Europa.

Das Fachmagazin "France Football" hat das Wahl-Ergebnis in der Nacht auf Dienstag bekanntgegeben.

Cristiano Ronaldo wird damit für eine außergewöhnliche Saison und seinen herausragenden Torinstinkt belohnt.

Der Stürmer von Manchester United traf in Champions League und Premier League fast nach Belieben, erzielte insgesamt 42 Tore in der vergangenen Spielzeit.

"Unbeschreibliche Emotionen"

"Für mich waren es unbeschreibliche Emotionen. Das ist einer der schönsten Tage meines Lebens, ein großer Tag für mich und die Familie", erklärte Ronaldo.

"Dieses Auszeichnung zu gewinnen, davon habe ich als Kind geträumt. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ein Traum wahr geworden ist."

Nun ist er auch Favorit bei der Wahl des Welt-Fußballers am 12. Januar in Zürich, doch schon jetzt ist er zufrieden: "Ich bin bei den ganz Großen angekommen. Das ist wunderbar, unglaublich."

Vor Messi und Torres

Der 23-Jährige ist der erste United-Spieler seit George Best (1968), der den "Ballon d'Or" einheimst, und der dritte Portugiese nach Eusebio (1965) und Luis Figo (2000).

Zudem wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge als Englands Fußballer des Jahres prämiert und gewann die Torschützen-Krone der Premier League.

An der Wahl beteiligten sich 96 Sportjournalisten aus aller Welt. Platz zwei belegte der Argentinier Lionel Messi (FC Barcelona) vor dem Spanier Fernando Torres (FC Liverpool).

Ribery landet auf Platz 16

Bester Spieler der Bundesliga war Franck Ribery.

Der Franzose im Dienste des FC Bayern wurde auf Platz 16 gewählt, Michael Ballack (Chelsea) landete als bester Deutscher auf Rang 19.

Im Vorjahr ging die Auszeichnung an Kaka, den Mittelfeldlenker des AC Mailand.

Auszeichnung in schwieriger Lage

Für Ronaldo bedeutet die Auszeichnung zugleich ein Trostpflaster in einem schwierigen Moment.

Zu Saisonbeginn nahmen ihn die Fans von ManUnited einen Flirt mit Real Madrid übel, dann plagten ihn Verletzungssorgen (OP am Knöchel).

Doch in elf Premier-League-Einsätzen traf er bisher achtmal. Allerdings flog er im Derby gegen Manchester City (1:0) am vergangenen Wochenende mit Gelb-Rot vom Platz.

Der "Red Devils"-Stürmerstar hatte den Ball mit der Hand Richtung Tor gefaustet. Schon vorher hatte er sich von der aufgeheizten Derby-Stimmung beeinflussen lassen.

"Schwalbenkönig" und "Heulsuse"

Ronaldo polarisiert eben. Als "Schwalbenkönig", "Heulsuse" und "Weichling" wurde er von seinen Kritikern bezeichnet, die auch die jetzige Auszeichnung nicht nachvollziehen können oder wollen.

Dabei ist das Urteil des Experten relativ eindeutig. "Er ist besser als George Best und Denis Law", sagt etwa der frühere holländische Weltstar.

Der Aufstieg zum Weltstar war dem vierten Kind des Gärtners Jose Dinis und der Köchin Maria Dolores keineswegs vorbestimmt. Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem häßlichen Viertel von Funchal auf, der Hauptstadt der Blumeninsel Madeira.

Um für ihre Kinder Platz zu schaffen, musste in der kleinen Wohnung die Waschmaschine an die Decke gehängt werden.

Seinen heutigen Künstlernamen Ronaldo erhielt er wegen des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, dem Lieblingsschauspieler seines Vaters.

Mit elf Jahren ins Sporting-Jugendinternat

Mit elf Jahren ging Ronaldo in ein Jugendinternat von Sporting Lissabon, war todunglücklich und biss sich dennoch durch. Nach einem Testspiel gegen Sporting überredeten United-Spieler Teammanager Sir Alex Ferguson noch im Flieger, den Wunderknaben zu verpflichten.

Auch dort biss sich der Stürmer nach Eingewöhnungsproblemen durch und ist heute der absolute Leistungsträger der "Red Devils".

Den großen Tag konnte Ronaldos Vater allerdings nicht mehr miterleben: Er starb, von der Mutter getrennt, alkoholkrank, im September 2005.

Das Ergebnis in der Übersicht:

1. Cristiano Ronaldo (Manchester United) 446 Punkte2. Lionel Messi (FC Barcelona) 2813. Fernando Torres (FC Liverpool 1794. Iker Casillas (Real Madrid) 1335. Xavi (FC Barcelona) 976. Andrej Arschawin (Zenit St. Petersburg) 647. David Villa (FC Valencia) 558. Kaka (AC Mailand) 319. Zlatan Ibrahimovic (Inter Mailand) 3010. Steven Gerrard (FC Liverpool) 2816. Franck Ribery (Bayern München) 719. Michael Ballack (FC Chelsea) 4

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