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Der Schweizer Sepp Blatter ist der achte Präsident der FIFA und seit 1998 im Amt © getty

Der Präsident sieht bei seinem Machtverlust den Fortbestand der FIFA gefährdet und sie in "einem schwarzen Loch versinken".

München - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter glaubt bei einer Machtübernahme seines Herausforderers Mohamed Bin-Hammam an einen Untergang des Fußball-Weltverbandes.

"Die Wahl vom 1. Juni kann zu einer tektonischen Plattenverschiebung führen, mit irreversiblen Schäden", schreibt Blatter in seiner Kolummne für die Schweizer Zeitung "Blick".

"Es geht um den Fortbestand der FIFA schlechthin", so Blatter. "Darum, ob die erfolgreich gewachsene Weltorganisation des Fußballs nach diesem Datum noch weiterbesteht oder in einem schwarzen Loch verschwindet."

Allerdings ist der 75-jährige Schweizer, der bei der Wahl in Zürich seine vierte Amtszeit anstrebt, siegessicher.

"Ich bin zuversichtlich"

"Ich bin zuversichtlich, dass ich die Wahl mit Zwei-Drittel-Mehrheit gewinnen werde. Südamerika, Zentral- und Nordamerika, Europa, Ozeanien und ein wesentlicher Teil von Afrika und Asien werden meine Ideen weiterhin unterstützen. Dennoch lohnt es sich zu zeigen, was die Alternative wäre - nämlich gar keine", schrieb Blatter.

Offizielle Unterstützung haben Blatter bislang der ozeanische (OFC), der europäische (UEFA) und der südamerikanische (CONMEBOL) Kontinentalverband zugesichert. Den Namen seines Herausforders erwähnte Blatter in der Kolummne nicht.

Kein Wort zu Bestechungsvorwürfen

Ebenso wenig ging er auf die jüngsten Bestechungsvorwürfe um die Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 ein.

Stattdessen führte Blatter ein flammendes Plädoyer für eine Beibehaltung der bestehenden Strukturen.

Er ist überzeugt, dass "eine Weltorganisation wie die FIFA nur pyramidal" geführt werden könne. Das bringe ihm zwar oft den Vorwurf ein, antidemokratisch zu handeln, doch das Gegenteil sei der Fall.

Die FIFA als Weltkonzern?

"Ob Deutschland oder Papua-Neuguinea - jeder der 208 Nationalverbände hat eine Stimme, ist gleichberechtigt", erklärte Blatter.

Und weiter: "Wenn schon, müsste man mir vorwerfen, den demokratischen Gedanken bis ins Extreme ausgedehnt zu haben - nur so kann die Universalität des Fußballs garantiert werden. Die Entscheidungsgewalt allerdings kann und muss zentral geregelt werden, wie in jedem Weltkonzern auch", meinte Blatter.

"Was für jeden Zimmermann gilt, gilt auch für uns: Das Dach hält nur so lange, wie das Fundament steht. Bricht der Boden weg, stürzt das Ganze ein. Genau darum geht es am 1. Juni - um alles oder nichts!"

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