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Diego Maradona holte mit Argentinien 1986 den WM-Titel © getty

Argentiniens Ikone liefert sich eine Schlammschlacht mit Verbandsboss Julio Grondona und erhebt schwere Doping-Vorwürfe.

Ausgerechnet Diego Maradona: Argentiniens Idol und Volksheld hat den nationalen Verband AFA und dessen Präsident Julio Grondona mit Dopinganschuldigungen schwer belastet.

Ausgerechnet Maradona, der in seiner Karriere als Spieler immer wieder wegen Doping- und Drogenproblemen in Verruf geraten war.

"Man hat uns etwas in den Kaffee getan, damit wir schneller laufen", sagte der Kapitän der argentinischen Weltmeister-Mannschaft von 1986 in einem TV-Interview.

Maradona beschuldigt Verbandschef

Demnach sollen Maradona und Co. vor einem WM-Qualifikationsspiel gegen Australien 1993 mit Wissen Grondonas einen mit Dopingmitteln versetzten Kaffee erhalten haben.

Darüber hinaus habe es in Australien damals auf Anweisung des argentinischen Funktionärs, den Maradona als "Diktator" bezeichnet, auch keine Dopingkontrollen gegeben.

Nach zwei Entscheidungsspielen setzte sich Argentininen (1:0, 1:1) schließlich gegen den Ozeanienvertreter durch und qualifizierte sich für die WM 1994 in den USA.

Diego dopte bei WM 1994

Dort war es dann ausgerechnet Maradona, der nach nur einem Spiel wegen einer positiven Dopingprobe auf die verbotene Substanz Ephedrin von der FIFA vom Turnier ausgeschlossen wurde.

Die argentinische Nationalmannschaft indes wurde auf dem sportlichen Weg aus der Endrunde befördert. Im Achtelfinale unterlagen die Gauchos den Rumänen (2:3).

Die Schlammschlacht hat begonnen

Der 50-jährige Maradona kündigte an, dass er Grondona verklagen wolle.

Der Vizepräsident der FIFA hatte Maradona zuletzt unterstellt, dass er möglicherweise immer noch drogenabhängig sei.

Nach dem 0:4-Debakel im WM-Viertelfinale in Südafrika gegen Deutschland war Grondona die treibende Kraft für die Entlassung "Dieguitos" als Nationalcoach des zweimaligen Weltmeisters.

Kritik an Batista

Wie tief der Stachel der Enttäuschung nach der verpatzten WM bei der "Hand Gottes" sitzt, zeigt auch Maradonas harsche Kritik an Sergio Batista, seinem Amtsnachfolger bei der "Albiceleste".

Erst in der letzten Woche hatte Maradona gegenüber argentinischen Medien gewettert: "Mich haben sie immer für alles kritisiert, und der jetzt das Sagen hat, der ist ein Stümper!"

Stein des Anstoßes war die Nicht-Nominierung von Carlos Tevez von Manchester City für die Copa America (1. bis 24. Juli).

"Wenn jemand sagt, es gebe einen besseren Stürmer als Tevez, muss derjenige betrunken oder bescheuert sein." Batista sei ein Clown.

Als Coach in der "Wüstenliga"

Maradona selber war in der vergangenen Woche, zehn Monate nach seiner Entlassung in Argentinien im Juli 2010, auf den Trainerstuhl (Bericht) zurückgekehrt.

In den nächsten zwei Jahren wird das "enfant terrible" allerdings kaum sportliche Schlagzeilen im internationalen Spitzenfußball schreiben können.

Mit seinem neuen Klub Al-Wasl aus Dubai spielt Maradona in der nahezu bedeutungslosen "Wüstenliga" der finanzstarken Scheichs.

Maradona will auspacken

Für weitere Aufregung und medienwirksame Auftritte dürften allerdings Maradonas Ankündigungen in Bezug auf die Dopingpraxis im argentinischen Fußball sorgen.

Er werde jetzt auspacken und der Justiz alles über die Dopinggeschichten in der Nationalelf erzählen, drohte Maradona.

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