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Der Schweizer Sepp Blatter (l.) ist seit 1998 FIFA-Präsident und tritt gegen Bin Hamman an © AFP

Die Ethik-Kommission der FIFA nimmt Bin Hammam ins Visier. Zur Wahl des FIFA-Präsidenten sollen Absprachen getroffen worden sein.

Paris - Herausforderer Mohamed Bin Hammam hat eine Woche vor der Kampfabstimmung um das FIFA-Präsidentenamt gegen Amtsinhaber Joseph S. Blatter möglicherweise ein entscheidendes Eigentor geschossen.

Am Mittwoch leitete die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes ein Ermittlungsverfahren gegen den Katarer Bin Hammam und Exekutivmitglied Jack Warner ein.

Zudem wird gegen zwei Funktionäre aus der Karibik ermittelt.

Bin Hammam wird vorgeworfen, dass es im Zuge der Präsidentschaftswahl am 1. Juni in Zürich bei einem von Warner organisierten Treffen des Fußball-Verbandes der Karibik (CFU) am 10. und 11. Mai zu Bestechungsabsprachen gekommen sei.

Verfahren gegen vier Funktionäre

Nach Angaben der Ethikkommission wurde das Ermittlungsverfahren gegen die vier Funktionäre nach einem Hinweis von FIFA-Exekutivkomitee-Mitglied Chuck Blazer (USA) eröffnet.

Nachdem Blazer die Informationen weitergereicht hatte, sorgte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke am Mittwoch dafür, dass die Ethikkommission ein Verfahren gegen Bin Hammam, Warner sowie die beiden CFU-Funktionäre Debbie Minguell und Jason Sylvester einleitete.

Vorwürfe gegen Bin Hamman

Bis 27. Mai sollen Blatter-Herausforderer Bin Hammam, Warner, Minguell und Sylvester Stellung zu den Vorwürfen beziehen. Am 29. Mai müssen sich die Beschuldigten dann vor der Ethikkommission mit dem Vorsitzenden Petrus Damaseb in Zürich verantworten.

Nach Angaben der Kommission besteht der Verdacht, dass Bin Hammam und Co. den Ethik-Code der FIFA möglicherweise verletzt haben. Bereits nach der doppelten Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 waren hinter den Kulissen Bestechungsvorwürfe gegen Bin Hamman laut geworden.

Blatter: Abgang nach zwei Jahren?

Damit dürften die Chancen für Blatter bei der Kampfabstimmung am kommenden Mittwoch weiter gestiegen sein. Der Schweizer würde in seine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident gehen.

Gerüchten zufolge will Blatter sogar nur noch zwei Jahre im Amt bleiben und dann für UEFA-Präsident Michel Platini den Weg frei machen. Dagegen dürfte Bin Hammam nach den Ermittlungen der Ethikkommission nun endgültig aus dem Rennen sein.

Große Unterstützung für Blatter

Bin Hammam muss schon seit Wochen um jede Stimme kämpfen. Dafür setzte er nun möglicherweise unlautere Mittel ein. Zuletzt verdichteten sich die Anzeichen, dass der umstrittene Blatter mit großer Mehrheit wiedergewählt wird.

Der 75-Jährige erhält bei der Kampfabstimmung auf dem Kongress wie erwartet auch breite Unterstützung aus Afrika.

Bei einem Treffen des Rates südafrikanischer Verbände COSAFA in Johannesburg sicherten alle 37 anwesenden Verbände dem Schweizer ihre Stimme für die Wahl zu. Erst am vergangenen Montag hatte sich das Exekutivkomitee der afrikanischen Konföderation CAF für die erneute Wahl Blatters ausgesprochen.

Der Eidgenosse hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass Südafrika 2010 als erstes afrikanisches Land eine WM-Endrunde ausrichten durfte. Seit 1998 ist der Mann aus dem Wallis FIFA-Chef.

Auch Europa hält zum Schweizer

Zuvor hatten bereits die Europäische Fußball-Union (UEFA), die südamerikanische Konföderation CONMEBOL und die Konföderation Ozeaniens OFC Blatter ihre Unterstützung zugesagt.

Wahrscheinlich ist auch, dass die Konföderation von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik CONCACAF den Eidgenossen unterstützt. Großes Vertrauen genießt Blatter auch in Europa.

Das Exekutivkomitee empfiehlt allen Mitgliedern der UEFA, bei der kommenden Wahl Blatter zu unterstützen.

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