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Milans Kevin-Prince Boateng gab sein Profidebüt im August 2005 für Hertha BSC © imago

Die deutschen Fußballer im Ausland erleben sehr unterschiedliche Spielzeiten. SPORT1 stellt den Legionären ein Zeugnis aus.

Von Christian Stüwe

München - Auch im Ausland sind die Titel und Trophäen vergeben, die Spielzeiten beendet.

Mesut Özil und Sami Khedira wurden mit Real Madrid in Spanien Pokalsieger, Kevin-Prince Boateng und Alexander Merkel feierten mit dem AC Mailand in Italien die Meisterschaft.

Eine starke Saison erlebte Robert Huth bei Stoke City, während ein Eintracht-Frankfurt-Reservist in der Türkei zum Star wurde (DATENCENTER: Internationaler Fußball).

Doch nicht für alle deutschen Legionäre lief es so gut. Thomas Hitzlsperger stieg mit West Ham United ab, Timo Hildebrand kam bei Sporting Lissabon nicht über die Reservistenrolle hinaus.

SPORT1 hat sich umgeschaut und stellt einigen der deutschen Legionäre ein Abschlusszeugnis aus.

Mesut Özil (Real Madrid)

Keine Frage, Mesut Özil ist der erfolgreichste deutsche Profi im Ausland.

Bei Real Madrid schaffte er auf Anhieb den Durchbruch, gewann den Pokal und stand von 53 möglichen Spielen 45-mal in der Startelf.

Der 22-Jährige bereitete 25 Tore vor, elf Treffer legte er alleine Superstar Cristiano Ronaldo vor, mit dem er perfekt harmoniert.

Die Fans der "Königlichen" lieben den Nationalspieler, Real-Legende Alfredo di Stefano huldigte Özil.

"Es sieht einfach gut aus, was Özil auf dem Platz macht", erklärte der Argentinier (ZUR MELDUNG: Özil sagt Barca den Kampf an).

Keine Frage, Özil hat den nächsten Schritt hin zum Superstar gemacht.

Sami Khedira (Real Madrid)

Ein wenig im Schatten von Özil wurde auch Sami Khedira sofort Stammspieler bei Real.

Unauffällig, aber zuverlässig, mit starker Physis und guter Technik erledigte der Ex-Stuttgarter seinen Job im defensiven Mittelfeld - und wurde zu einem der Lieblingsspieler von Trainer Jose Mourinho.

"Jede Elf braucht einen wie ihn, einen deutschen Schäferhund", lobte die "Marca". 40 Einsätze stehen zu Buche, nur Verletzungen verhinderten noch mehr.

Auch der 24-jährige Nationalspieler lässt für die Zukunft einiges erhoffen.

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Kevin-Prince Boateng (AC Mailand)

Kevin-Prince Boateng ist der Shooting-Star der deutschen Profis im Ausland. (ZUR MELDUNG: Boateng macht den Moonwalk)

Der frühere Junioren-Nationalspieler entschied sich für Ghana aufzulaufen und glänzte schon bei der WM 2010 im Team der "Black Stars". Den Ruf des "Fußball-Rüpels" legte er nun in Diensten des AC Mailand endgültig ab und wurde stattdessen zum unverzichtbaren Kämpfer und absoluten Fan-Liebling im Mittelfeld der Italiener.

Mit Milan holte er die Meisterschaft und glänzte anschließend mit einer sensationellen Tanzperformance, bei der er Michael Jacksons "Moonwalk" zum Besten gab.

Kein Trikot wurde in Mailand häufiger verkauft als das des 24-Jährigen. Kein Wunder also, dass die Vereinsbosse tief in die Tasche griffen und die Leihgabe des FC Genua für rund sieben Millionen Euro endgültig verpflichteten.

Jerome Boateng (Manchester City)

Weniger erfolgreich verlief die Saison für Boatengs Halbbruder Jerome. Immer wieder verletzte sich der Nationalspieler und schaffte es so nicht in die Stammelf bei Manchester City.

Wenn er ran durfte, verteidigte er aber zuverlässig auf links, rechts und in der Mitte.

Nun ist der ambitionierte Defensiv-Allrounder beim FC Bayern im Gespräch. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Alexander Merkel (AC Mailand)

Auf der anderen Seite der Alpen reift ein weiterer deutscher Star heran. Gerade erst 19 geworden, feierte Merkel bereits den Titel mit dem AC Mailand.

Immer wieder darf der offensive Mittelfeldspieler im Starensemble der "Rossoneri" ran. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung des Junioren-Nationalspieler in Italien weitergeht.

Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau)

Die Saison in Russland ist in vollem Gange, Kevin Kuranyi leidet derzeit aber unter Ladehemmung. Nach zehn Spieltagen hat der Stürmer erst einen Treffer für Dynamo Moskau erzielt.

Dafür glänzte der 29-Jährige zuletzt als Vorbereiter und legte Andryi Voronin den Siegtreffer gegen Krylja Sowjetow Samara auf.

Damit liegt der Hauptstadt-Klub nur noch zwei Punkte hinter Tabellenführer Lokomotive Moskau auf Rang vier der Tabelle.

"Ich hätte gerne getroffen. Aber es ist zur Zeit wie verhext", schrieb der frühere Nationalspieler auf seiner Homepage: "Doch solange wir gewinnen, kann ich damit leben, die Tore 'nur' vorzubereiten."

Robert Huth (Stoke City)

Der deutsche Verteidiger spielte eine glänzende Saison. Solide in der Abwehrarbeit und gefährlich im Spiel nach vorne - sechs Treffer erzielte Huth in der Premier League für Stoke.

Das FA-Cup-Finale gegen Manchester City ging zwar knapp verloren, da die Citizens jedoch für die Champions League qualifiziert sind, dürfen Huth und die "Potters" nun in der Europa League ran.

Cenk Tosun (Gaziantepspor)

In Frankfurt dürfte man sich angesichts des Werdegangs Tosuns die Haare raufen.

Ex-Trainer Michael Skibbe ignorierte den 19-jährigen Stürmer so lange, bis dieser in der Winterpause entnervt für eine Ablösesumme von rund 550.000 Euro wechselte.

Der Junioren-Nationalspieler schloss sich Gaziantepspor an und schlug dort sensationell ein.

Zwölf Tore in Liga und weitere Treffer im Pokal machten ihn in der Türkei zum Shootingstar und steigerten seinen Marktwert um ein Vielfaches.

Während Tosun nun vor seinen Debüt in der türkischen Nationalmannschaft steht, bereitet sich die Eintracht auf die kommende Zweitliga-Saison vor.

Thomas Hitzlsperger (West Ham United)

Thomas Hitzlsperger erlebte wahrlich keine gute Spielzeit. "The Hammer" war lange verletzt. (ZUR MELDUNG: Ba und Hitzlsperger gehen K.o.)

Als er wieder einsatzbereit war, konnte auch er den Abstieg mit West Ham United nicht verhindern.

Immerhin konnte der 29-Jährige in den letzten Spielen der Saison überzeugen. Es wird spannend zu beobachten, wie es mit dem Mittelfeldspieler weitergeht.

Timo Hildebrand (Sporting Lissabon)

Noch ein Ex-Stuttgarter bei dem es derzeit nicht rund läuft. Zuletzt saß Timo Hildebrand meistens als Torwart Nummer drei bei Sporting Lissabon sogar auf der Tribüne.

Der 32-Jährige hofft auf eine Rückkehr nach Deutschland.

Andreas Hinkel (Celtic Glasgow)

Auch Hinkel spielt einst erfolgreich beim VfB. Doch auch er erlebte eine katastrophale Spielzeit bei Celtic.

Zum Saisonstart zog er sich einen Kreuzbandriss zu und fiel lange aus.

Zum Ende der Saison stieg er zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, kam aber nicht mehr zum Einsatz.

Fabian Ernst (Besiktas Istanbul)

Fabian Ernst ist bei Besiktas Istanbul rundherum zufrieden. Anfang des Jahres verlängerte er seinen Vertrag beim Fünften der türkischen Liga um weitere drei Jahre.

Der Mittelfeldspieler ist gesetzt und bei den Fans beliebt.

Roberto Hilbert (Besiktas Istanbul)

Auch Roberto Hilpbert erlebte eine zufriedenstellende erste Saison am Bosporus.

In 25 Spielen kam der frühere Stuttgarter zum Einsatz.

Maximilian Haas (Middlesbrough)

Der Kapitän der Bayern-Reserve wechselte im Winter zum englischen Zweitligisten.

Der Durchbruch blieb ihm aber verwehrt, er brachte es nur auf zwei Einsätze.

Middlesbrough-Trainer Tony Mowbray sprach ihm zudem die nötige Physis für das englische Unterhaus ab.

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