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Bei der WM 2010 war für Brasilien gegen Holland im Viertelfinale Schluss © getty

Van Marwijk hegt vor dem Test gegen Brasilien Abschiedsgedanken, der Gegner Rachegelüste. Der "Elftal" fehlt der WM-Held.

Rio de Janeiro - Es ist die Neuauflage des letztjährigen WM-Viertelfinals in Südafrika: Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Vize-Weltmeister Holland. (Samstag 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Doch Oranje-Bondscoach Bert van Marwijk war die Stimmung während der Vorbereitung auf die Partie am mondänen Ipanema-Strand von Rio de Janeiro wohl eine Spur zu lässig.

Während der Münchner Arjen Robben sich beim Fußvolleyball vergnügte und Schalkes Pokalsieger Klaas-Jan Huntelaar auf den "prächtigen Gegner lieber mitten in der Saison" getroffen wäre, sorgte der Chef der niederländischen Fußball-Elftal für eine Überraschung.

Bert van Marwijk vor Abschied?

"Ich weiß noch nicht, ob ich bis zur WM 2014 in Brasilien bleibe", verkündete der 59-Jährige, der sich für Angebote von "Klubs aus Spanien, England, Deutschland oder vielleicht Italien" selber ins Gespräch brachte und zu Bedenken gab: "In meinem Alter darf man darauf nicht mehr allzu lange warten."

Die in der Heimat umstrittene Südamerika-Tournee mit dem Duell gegen die Brasilianer am Samstag in Goiania und am Mittwoch beim WM-Halbfinal-Gegner Uruguay in Montevideo ist für den Ex-Trainer von Borussia Dortmund "kein Straflager oder Urlaubscamp".

"Adel verpflichtet. Wir wollen hier keine schlechte Figur abgeben", sagte der Bondscoach, unter dem das Oranje-Team in 37 Auftritten nur zwei Niederlagen hinnehmen musste.

Verletzungssorgen bei Oranje

Der Vize-Weltmeister, der mit sechs Bundesligaprofis antritt, geht jedoch am Stock.

Nach Torwart Maarten Stekelenburg, dem Ex-Münchner Mark van Bommel und Hamburgs früherem Spielmacher Rafael van der Vaart musste nun auch Wesley Sneijder verletzt absagen.

Der Mittelfeldmotor von Inter Mailand hatte beim 2:1 vor Jahresfrist in Südafrika die Südamerikaner mit zwei Toren überraschend aus dem Turnier geschossen.

Brasilien steckt im Neuaufbau

Dass Brasilien auch nur mit zehn Spielern aus dem WM-Kader das Prestigeduell angeht, hat andere Gründe. Mit Blick auf die Copa America im Juli in Argentinien und vor allem der WM 2014 im eigenen Land steckt der fünfmalige WM-Champion im Neuaufbau.

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In der Offensive haben nur Robinho (AC Mailand) und Nilmar (FC Villarreal) vorerst die Verjüngungskur überstanden.

Und dennoch sind Revanchegelüste da. "Ohne Zweifel ist es eine wunderbare Chance, den bitteren Geschmack, der nach der WM blieb zu beseitigen", äußerte Barcelonas Champion Dani Alves.

Jungstar löst Hysterie aus

Knapp 20 Monate nach dem letzten Auftritt der "Kanarienvögel" auf heimischen Boden steht aber auch das Wiedersehen mit den eigenen Fans im Vordergrund.

So verfolgten 5000 Zuschauer lautstark das erste Training der Selecao. Die verspätete Ankunft von Jungstar Neymar, der am Mittwoch noch mit dem FC Santos Libertadores-Cup-Halbfinale aktiv war, löste am Spielerhotel unter den weiblichen Fans gar eine wahre Hysterie aus.

Endlich ein Topteam schlagen

Die neue Generation steht vor der schwierigen Aufgabe, nach den Niederlagen gegen Argentinien und Frankreich endlich ein Topteam unter Dunga-Nachfolger Mano Menezes zu besiegen.

Am Dienstag gehört dann aber noch einmal einem Altstar die Aufmerksamkeit, wenn Ex-Weltfußballer Ronaldo gegen Rumänien mit einem Kurzeinsatz seinen Abschied von der Fußballbühne nimmt.

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