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Brasilien hat die Copa America acht Mal gewonnen, zuletzt 2007 © getty

Brasilien enttäuscht bei der misslungenen Revanche für das WM-Aus. Der Neuaufbau stockt. Die Fans fordern ihr Geld zurück.

Goiania - Auch im dritten Anlauf gelang der ruhmreichen Selecao kein Sieg gegen ein Team aus den Top 20 - da riss den brasilianischen Fußball-Fans der Geduldsfaden.

Pfiffe schon zur Pause und Rufe wie "Gebt uns unser Eintrittsgeld zurück!" begleiteten die hochbezahlten Profis nach dem 0:0 gegen die Niederlande in die Kabinen.

Trainer Mano Menezes, der nach dem 1:2 gegen die Elftal im WM-Viertelfinale vor einem Jahr den gescheiterten Dunga abgelöst hatte, sprach zwar anschließend vor einer "Vorstellung, die eine Weiterentwicklung bestätigte", doch vom "futebol-arte", der hohen Fußballkunst, war wie zuvor bei den 0:1-Niederlagen gegen Argentinien und Frankreich nicht viel zu sehen.

Letzte Chance Copa America?

Schon werden die ersten Zweifel laut, ob der 48-Jährige das Zeug dazu hat, für die Heim-WM in drei Jahren eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen.

Bleiben die positiven Resultate und überzeugenden Auftritte auch bei der Copa America im kommenden Monat in Argentinien aus, dürfte der Hoffnungsträger schnell zum Problemfall werden.

In der FIFA-Weltrangliste sind die "Kanarienvögel" noch Dritter, doch in Argentinien (5.), Uruguay (7.) und Chile (13.) warten gleich drei Gegner aus den Top 20 beim südamerikanischen Nationenturnier.

Kein gutes Omen auf dem Weg zum fünften Titel aus den letzten sechs Auflagen.

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"Es ist traurig, ausgebuht zu werden"

Torhüter Julio Cesar, einer der zehn "Überlebenden" des WM-Desasters, verstand den Unmut der Fans jedoch nicht. "Die Selecao befindet sich im Umbau, da muss man ein bisschen mehr Geduld haben", forderte der Keeper.

Ins gleiche Horn stieß auch Jungstar Neymar, der klagte: "Es ist traurig, ausgebuht zu werden."

Nicht genug, dass die Torflaute nun schon drei Spiele anhält.

Ideenloses Passspiel, schwacher Abschluss

Die 36.449 Anhänger im Serra-Dourada-Stadion von Goiania regten sich zudem über weitere Dinge auf: Das ideenlose Passspiel, eine Reihe leichtfertig vergebener Chancen und die überflüssige Gelb-Rote Karte für Ramires (78.).

Den nach Urlaub lechzenden Niederländern war es recht.

"Die Jungs sehnen sich nach dem Saisonende. Das kann man spüren", erklärte Arjen Robben, der erstmals nach dem verlorenen WM-Finale wieder im Oranje-Trikot auflief.

Oranje mit sechs "Deutschen"

Neben dem Starspieler von Bayern München spielte vom Bundesliga-Sextett auch noch Joris Mathijsen (Hamburger SV) 90 Minuten durch, während Klaas-Jan Huntelaar (Schalke 04), Khalid Boulahrouz (VfB Stuttgart) und Eljero Elia (Hamburger SV) spät eingewechselt wurden.

Edson Braafheid (1899 Hoffenheim) blieb nur die Ersatzbank.

Die Niederländer werden sich am Mittwoch in Montevideo gegen Uruguay mit der Neuauflage des letztjährigen WM-Halbfinales in die Sommerpause verabschieden.

Brasilien wird am Dienstag gegen Rumänien seinen letzten Test vor der Copa America bestreiten. Es ist zugleich das offizielle Abschiedsspiel des Ex-Weltfußballers Ronaldo.

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