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Placido Domingo wurde am 21. Januar 1941 in Madrid geboren © getty

FIFA-Boss Blatter sagt Korruption und Bestechung mit einer illustren Runde um den Star-Tenor den Kampf an.

Frankfurt/Zürich - Der Rat der Weisen des Fußball-Weltverbandes FIFA wird eine illustre Runde und soll die Vergabe der WM 2022 an Katar überprüfen:

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter kündigte an, dass neben dem 88 Jahre alten Henry Kissinger auch Star-Tenor Placido Domingo der neuen Kommission im Kampf gegen Korruption und Bestechung im Weltverband angehören wird.

"Placido Domingo ist sehr stolz und glücklich, dass er dabei ist. Genauso sieht es Henry Kissinger. Die Leute sagen zwar, Kissinger sei ein alter Mann, aber er ist ein weiser Mann", sagte Blatter "CNN".

Neben dem früheren US-Außenminister Kissinger und Opern-Star Domingo sollen auch der frühere FBI-Boss Louis Freeh sowie die Fußball-Ikonen Johan Cruyff (Niederlande) und Pele (Brasilien) Teil der von Blatter neu ins Leben gerufenen "Lösungskommission" sein.

Beckenbauer kritisiert Blatter

"Diese Personen sind mehr oder weniger Ratgeber. Sie sind keine Experten, aber sie sind Ratgeber. Sie werden den Rat der Weisen bilden. Das wird meinem Exekutivkomitee wahrscheinlich nicht gefallen, weil sie der Überzeugung sind, dass sie der Rat der Weisen sind", sagte Blatter.

FIFA-Task-Force-Boss Franz Beckenbauer kritisierte Blatter allerdings für dessen Umgang mit der Regierung des Weltfußballs: "Bei der FIFA scheint mir im Moment viel Aktionismus im Spiel zu sein. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, die Exekutive zu schwächen", sagte Beckenbauer der "Bild".

Blatter ging einmal mehr auf Distanz zu dem 24-köpfigen FIFA-Exekutivkomitee, in dem seit vergangenen Mittwoch auch DFB-Boss Theo Zwanziger als europäischer Vertreter sitzt.

[kaltura id="0_vsqe9cr0" class="full_size" title="Zwanziger will WM Vergabe pr fen lassen"]

Exekutivkomitee entmachtet

Der Schweizer Blatter hatte im Zuge seiner Wiederwahl (Bericht) auf dem 61. FIFA-Kongress in Zürich durchgeboxt, dass in Zukunft die 208 Delegierten, und nicht mehr das Exekutivkomitee über die Vergabe der Weltmeisterschaften entscheidet.

Damit hatte Blatter das im Zusammenhang mit den von Korruptionsvorwürfen begleiteten WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) skandalumwitterte FIFA-Exko entmachtet.

Ohnehin steht die WM 2022 in Katar wegen vermeintlicher Bestechungen am Pranger. Auch Zwanziger hatte eine Überprüfung gefordert.

Entscheidung über WM Neuvergabe

Schmiergelder in zweistelliger Millionenhöhe sollen an Mitglieder des Exekutivkomitees geflossen sein. Blatter unterstrich, dass die Ethikkommission und der Rat der Weisen, sobald dieser komplett ist, über eine mögliche WM-Neuvergabe entscheiden werden.

"Sollten die Ethik- oder die Lösungskommission der Ansicht sein, dass etwa getan werden muss, dann sollen sie eine Entscheidung treffen", sagte Blatter.

Unterdessen ist IOC-Chef Jacques Rogge zuversichtlich, dass die FIFA den Kampf gegen die Korruption ernsthaft angehen wird.

Rogge lobt FIFA

"Ich bin sicher, dass die FIFA - und ich weiß, das ist die Absicht von Sepp Blatter - alles tut, um ein solches Szenario in Zukunft zu vermeiden", erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im "Luxemburger Tageblatt".

Das Korruptionsproblem habe das IOC vor den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City auch gehabt und dies durch "eine gute Struktur und Führung" überwunden.

"Ich bin überzeugt, dass die FIFA selbst die Strategien findet, um so etwas in Zukunft zu vermeiden. Das IOC hat es nach Salt Lake City jedenfalls getan", sagte Rogge.

"Geld erlaubt es, den Sport zu demokratisieren"

Die Macht des Geldes im Sport sieht Rogge dennoch kritisch: "Geld ist notwendig. Wenn man den Sport weiterentwickeln will, braucht man finanzielle Mittel. Das Geld kann aber nur ein Mittel sein, kein Ziel. Es kann nicht sein, dass wir mit unseren Aktivitäten nur Geld verdienen wollen.

Allerdings stellt er auch klar: "Wir benötigen das Geld, um den Sport in den Entwicklungsländern voranzubringen. Ich bin der Meinung: Geld erlaubt es, den Sport zu demokratisieren, aber der Sport muss gut organisiert sein."

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