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Santos-Legende Pele (l.) freut sich mit Verteidiger Leo über den Cupgewinn © imago

Die Brasilianer besiegen Montevideo und holen erstmals seit Peles Zeiten die Copa Libertadores. Neymar weint und rühmt sich.

Sao Paulo - Freudestrahlend und den Tränen nahe lief Brasiliens Fußball-Ikone Pele über den Rasen des Pacaembu-Stadions in Sao Paulo.

Nach dem Copa-Libertadores-Triumph des FC Santos ließ das legendäre Vereins-Idol seine Dankbarkeit jeden Spieler durch eine herzliche Umarmung spüren.

Besonders innig fiel Peles Gratulation für Angreifer Neymar aus, nachdem der Jungstar die "goldene Generation" des Klubs beim 2:1 (0:0) gegen Penarol Montevideo (Hinspiel: 0:0) 48 Jahre nach dem bislang letzten Erfolg im südamerikanischen Pendant zur Champions League wieder auf Südamerikas Fußball-Thron geführt hatte (DATENCENTER: Copa Libertadores).

"Das ist eine große Belohung für diese junge Garde, eine wundervolle Sache", sagte Pele, der einst beim FC Santos den Durchbruch schaffte.

Neymar kniet nieder

Unter seiner Regie hatten die Brasilianer 1962 und 1963 die ersten beiden Libertadores-Cup-Titel gefeiert. Noch heute ist der Verein für den 70-Jährigen eine Herzensangelegenheit .

Auch das umjubelte Ausnahmetalent Neymar ließ seinen Gefühlen freien Lauf: Er kniete nieder und weinte. "Ich bin sehr glücklich, es ist wundervoll. Wir haben Geschichte geschrieben", sagte der Mann mit dem markanten Irokesenschnitt.

Zuvor hatte er das junge Team mit dem Treffer zum 1:0 (47.) auf die Siegerstraße gebracht. Danilo erhöhte 22 Minuten später auf 2:0.

Schlägerei nach Abpfiff

Durch das Eigentor von Verteidiger Durval (80.) mussten die Brasilianer allerdings bis zum Schlusspfiff um den ersehnten Erfolg zittern - umso ausgelassener waren die anschließenden Jubelstürme.

Ihre Ausgelassenheit ließen sich die Brasilianer auch vom berüchtigten Temperament der Uruguayer nicht nehmen. Nach dem Abpfiff war es zwischen beiden Teams zu einem hässlichen Tumult gekommen, bei dem Akteure beider Teams Tritte und Schläge austauschten.

Vor dem Abflug nach Madrid?

Den Siegesfeiern wohnte jedoch eine Hauch von Melancholie bei - die mit Talenten gespickte Mannschaft droht auseinanderzufallen.

Schon vor der Partie hatten spanische Medien berichtet, Neymar sei auf dem Sprung zum spanischen Rekordmeister Real Madrid 350007(DIASHOW: Internationale Wechselbörse).

"Das ist eine groteske und unverantwortliche Lüge", kommentierte Klub-Präsident Luis Alvaro de Oliveira Ribeiro die Gerüchte.

45 Millionen stehen im Raum

Wenn es nach ihm ginge, würde der 19-Jährige bis zu seinem Karriereende bei Santos bleiben: "Es liegt ein meilenweiter Unterschied dazwischen, jemanden zu wollen und dann auch wirklich zu bekommen."

Dass wohl ein nicht minder geringerer Abstand zwischen seinen Wünschen und den Karrieplänen Neymars liegen, dürfte jedoch auch Oliveira Ribeiro bewusst sein.

Neymar, dem die "Königlichen" einen Sechsjahres-Vertrag angeboten haben sollen, könnte aber zumindest dem Schatzmeister des FC Santos ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern - rund 45 Millionen Euro stehen bei einem Wechsel als finanzielle Entschädigung im Raum.

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