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Ramos erzielte letzte Saison 15 Treffer für die Hertha und gab zehn Vorlagen © getty

Der Wahl-Berliner steht beim Copa-Auftakt von Kolumbien vor einer Bewährungsprobe und fordert drei Punkte gegen Costa Rica.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Buenos Aires - So richtig angekommen ist Adrian Ramos eigentlich erst jetzt in der kolumbianischen Nationalmannschaft.

Der Stürmer von Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC Berlin gehört zwar schon seit 2004 zum Kreis der "Seleccion", doch die Copa America in Argentinien (DATENCENTER: Copa America) ist die erste richtige Bewährungsprobe für den Wahl-Berliner.

In den vergangenen Jahren gehörte er zur Fahrstuhlfraktion der "Cafeteros" bestehend aus Spielern, die mal eingeladen wurden und dann wieder zu schauen mussten.

Doch Ramos konstant gute Leistungen im Berliner Trikot haben sich bis nach Kolumbien herumgesprochen.

Ramos bringt die Hertha nach Kolumbien

Die Medien des boomenden Landes, die sich ansonsten eigentlich nur für die Ligen in England, Italien und Spanien interessieren, widmeten dem Aufstieg der Hertha wegen Ramos Toren eigene Geschichten.

Nun will der Offensivspieler aus der kolumbianischen Kleinstadt Santander de Quilichao auch im Nationaltrikot glänzen.

Einen Teilerfolg hat Ramos nach der Vorbereitung schon errungen und den im Land deutlich populäreren Hugo Rodallega vom englischen Premier-League-Klub Wigan Athletic verdrängt.

Hinter Top-Stürmer Falcao

"Wir haben uns gut vorbereitet und wir haben eine starke Mannschaft", sagt Ramos im Gespräch mit SPORT1 am Rande der Vorbereitungen zur Südamerika-Meisterschaft.

Im Spiel gegen Costa Rica (ab 20.30 LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) gehört Ramos aller Voraussicht nach zur Startformation. So kündigte es zumindest Nationaltrainer Hernan Dario Gomez im Rahmen einer Pressekonferenz an.

Er soll hinter dem gesetzten Top-Stürmer Falcao von Europa-Leauge-Sieger FC Porto für Druck im Spiel nach vorne sorgen.

[kaltura id="0_utkjs20f" class="full_size" title="Fehlstart Argentinien stolpert in die Copa"]

"Tag für Tag verbessert"

Gomez hat sich für ein 4-1-4-1-System im Spiel gegen die Mittelamerikaner entschieden.

Dass Ramos in die Startformation rutschte ist wohl auch seiner starken Leistung im Abschluss-Testspiel gegen Senegal (2:0) zu verdanken, als der 25-Jährige seine Teamkollegen immer wieder geschickt einsetzte.

"Wir haben uns zuletzt Tag für Tag verbessert und eine bessere Ordnung gefunden. Ich glaube wir sind ganz gut aufgestellt", zieht Ramos eine positive Bilanz der Vorbereitung.

Sieg gegen Costa Rica Pflicht

"Das wird keine leichte Aufgabe, denn wir haben eine starke Gruppe erwischt", weiß Ramos, dass die Qualifikation für die nächste Runde kein Spaziergang wird.

Das überraschende 1:1 von Außenseiter Bolivien gegen Gruppenfavorit Argentinien (Nachbericht) gibt dem Wahl-Berliner recht.

Das erhöht den Druck auf Kolumbien im Spiel gegen Costa Rica, denn anschließend folgt das direkte Duell mit den Gastgebern, die bereits mit dem Rücken zur Wand stehen.

Ohne einen Dreier gegen die für das eigentlich vorgesehene Japan eingesprungene Costa Rica, dürfte es schwer werden, den Sprung in die Runde der letzten Acht zu schaffen.

Ramos bremst Euphorie

Traditionell wird die Copa America um zwei Gastmannschaft aufgestockt, um das zehn südamerikanische Verbände starke Teilnehmerfeld auf zwölf Teams aufzustocken. Japan sagte wegen des Erdbebens ab, Costa Rica schickt eine verstärkte U-23-Auswahl.

Die zuletzt starken Leistungen der Kolumbianer im europäischen Ausland, insbesondere von Stürmerstar Falcao, haben Hoffnungen in der Heimat auf den zweiten Titelgewinn nach 2001 im eigenen Land geschürt.

"Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen, gerade in dieser schwierigen Gruppe", warnt Ramos allerdings vor übertriebenen Erwartungen. "Wenn wir aber konzentriert weiterarbeiten, dann können wir bei dieser Copa America eine gute Rolle spielen. Zuerst aber brauchen wir einen guten Auftakt."

Trainer Gomez sorgt für Verwunderung

Erst einmal zuschauen muss dagegen Elkin Soto vom FSV Mainz 05. Der Mittelfeldspieler wusste zuletzt im Testspiel gegen Mexiko (0:0) nicht zu überzeugen.

Unterdessen sorgte Kolumbiens eigenwilliger Coach Gomez mit seiner Ankündigung zurücktreten zu wollen, sollte es nicht zum Erreichen der Viertelfinals reichen, für Verwunderung im kolumbianischen Lager.

Verbandspräsident Luis Bedoya kommentierte die offenbar nicht abgesprochene Äußerung mit einer ironischen Note: "Er hat halt einen Imageberater und macht alles was der ihm sagt."

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