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Neymar gewann 2011 die Copa Libertadores mit dem FC Santos © getty

Der Stürmer erntet auf seinem selbsternannten Weg zum Weltstar nicht nur Applaus. Gegen Außenseiter Venzuela will er es beweisen.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

La Plata - Eigentlich kann sich Neymar da Silva Santos Junior alias Neymar nur noch selbst stoppen.

Die Copa America (Brasilien - Venezuela ab 20.55 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und SPORT1+) soll eine weitere Bühne für den 19-jährigen Brasilianer sein.

Aber: Auf dem Weg zum Weltstar liegen so manche unverhoffte Stolpersteine.

So wie am 6. April 2011, als der Stürmer des FC Santos im Gruppenspiel der Copa de Libertadores) gegen den chilenischen Topklub Colo Colo den wohl ungewöhnlichsten Platzverweis seiner noch jungen Karriere kassierte.

Neymar griff sich nach einem Tor eine Pappmaske mit seinem Foto, die der Klub vor dem Spiel im Publikum als Gag verteilt hatte.

Mit dem eigenen Konterfei vor dem Gesicht bejubelte Neymar den Treffer, um unmittelbar danach regelkonform vom Schiedsrichter mit Gelb bestraft zu werden.

Da er zuvor schon einmal den gelben Karton gesehen hatte, war für den verdutzten Jungstar nach dem Spaß "mit sich selbst" die Partie beendet.

"Der Junge ist ein Rotzlöffel"

Es war in den vergangenen Wochen nicht das einzige Mal, dass sich Neymar durch unbedachte Gesten oder Aussagen selbst unnötig in Bedrängnis brachte.

Eine Woche vor dem Start der Copa America in Argentinien ließ der von mehreren europäischen Spitzenklubs heiß umworbene Neymar via Website wissen, er könne auch zum Weltfußballer gewählt werden, wenn er auch weiterhin in Brasilien spiele.

Derart selbstbewusste Töne hört man vor allem in Argentinien nicht gerne, prompt konterte Diego Maradona: "Dieser Junge ist ein Rotzlöffel, er hat keinen Respekt."

Garant für die Copa Libertadores

Sportlich aber - da sind sich alle Experten einig - ist Neymar auf dem Weg zum nächsten globalen Superstar nicht mehr aufzuhalten.

Den FC Santos, Klub von Fußball-Legende Pele, schoss er nach Jahrzehnten erstmals wieder zum Gewinn der Copa Libertadores und rührte damit selbst die sprachlose brasilianische Ikone zu Tränen.

[kaltura id="0_ga69fj8h" class="full_size" title="Kolumbien siegt dank Ramos"]

Europäisches Tauziehen um Neymars Dienste

In der Nationalmannschaft hat Neymar die Rolle der Symbolfigur für die WM 2014 im eigenen Land übernommen. Jung, unbekümmert und genial soll er aufspielen, so wünschen es sich die Brasilianer und so liefert Neymar bislang seine Arbeit ab.

Topklubs wie Real Madrid oder Manchester City reißen sich um Neymar, das Pokerspiel füllt seit Wochen die brasilianischen und europäischen Gazetten. 350007(DIASHOW: Internationale Wechselbörse)

Bei der Copa America soll nun der nächste Schritt zum Weltstar folgen. Ausgerechnet in "Feindesland" Argentinien, soll Neymar die "Selecao" zum dritten Copa-Sieg in Folge führen. Keine leichte Aufgabe, aber auch keine, vor der sich Neymar fürchtet. (DATENCENTER: Copa America)

Feuerprobe gegen Venezuela

Seit er am 10. August 2010 beim Neubeginn nach der WM in der gegen die USA (2:0) gleich sein erstes Länderspieltor erzielte, sind die Brasilianer verliebt in ihren neuen Liebling. Nun soll es weiter steil bergauf gehen, Gedanken einen Rückschlag ? die gibt es in den Planungen von Neymar nicht.

Bei der Copa America wird es nun erstmals auch im Nationaltrikot ernst für den Emporkömmling.

Am Sonntag wartet mit der Partie gegen das vermeintliche südamerikanische Leichtgewicht Venezuela (ab 20.55 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und SPORT1+) das erste "Pflichtspiel" auf Neymar im brasilianischen Dress. Vorbei ist die Zeit der Testspiele, jetzt müssen Ergebnisse her.

Arango: "Können an einem guten Tag alle schlagen"

Auf dem Papier eine scheinbar leichte Aufgabe, konnte Venezuela doch bislang bei allen 14 Copa-Teilnahmen seit 1967 gerade einmal zwei Spiele gewinnen.

Doch Kapitän Juan Arango von Borussia Mönchengladbach glaubt an eine echte Chance: "Wir können an einem guten Tag jede Mannschaft schlagen. Warum sollen wir also nicht an das Maximale glauben", sagte der Mittelfeldspieler unter dem Eindruck eines zehntägigen Trainingslagers im US-amerikanischen Dallas.

"Wir haben dort hart an unserer Physis gearbeitet und sind einen großen Schritt vorangekommen", lautet das Fazit von "Arangol". Die Fußverletzung, die sich der Gladbacher bei einem Testspiel in Dallas zuzog, ist Geschichte:

Seine Zuversicht zieht Arango vor allem auf die positive Entwicklung des venezolanischen Fußballs in den letzten fünf Jahren. Immer mehr Profis schaffen den Sprung nach Europa und holen sich dort den notwendigen Schliff.

Auch Rincon in der Startelf

Sowie der Hamburger Tomas Rincon, der wie Juan Arango zur Startformation gehören wird und im zentralen Mittelfeld mithelfen soll, die brasilianischen Kombinationen zu zerstören.

Auch der Wolfsburger Yohandry Orozco, der in der Bundesliga noch nicht zum Zuge kam, will von einer Rolle als Punktelieferant nichts mehr wissen: "Wir sind auf das fokussiert, was wir erreichen wollen."

Und das ist zumindest das Viertelfinale. Im Auftaktspiel wird Orozco diesen Worten erst einmal keine Taten folgen lassen können.

Er gehört nicht zu der von Trainer Cesar Farias favorisierten Startformation gegen den fünffachen Weltmeister.

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