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Aziz Yildirim (li., mit Mecnun Odyakmaz, rechts) ist seit 1998 Präsidetn bei Fenerbahce Istanbul © imago

Bei mehreren Razzien in der Türkei werden neben Yildirim und seinem Stellverteter rund 40 weitere Personen festgenommen.

Istanbul - Der türkische Fußball wird von einem Manipulationsskandal erschüttert, viel Prominenz wanderte am Sonntag ins Gefängnis.

Bei landesweiten Razzien gegen Erstliga-Klubs am frühen Morgen verhafteten die Ermittler Präsident Aziz Yildirim vom Meister Fenerbahce Istanbul und seinen Sivasspor-Kollegen Mecnun Odyakmaz.

Außerdem Trabzonspor-Vizepräsident Nevzat Sakar, den Nationalspieler Serdar Kulbilge (MKE Anakaragücü), Eskisehirspor-Sportdirektor Ümit Karan und rund 40 weitere Personen.

Allen wird die Beteiligung an Spielmanipulationen in der vergangenen Spielzeit vorgeworfen.

Zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt

Gegen 7 Uhr begannen die Beamten in Istanbul, Sivas, Ankara und Izmir zeitgleich die Durchsuchung von Yildirims Haus, der Fener-Geschäftsstelle und der Klubhäuser der anderen verdächtigen Süper-Lig-Vereine.

Dabei beschlagnahmten die Einsatzkräfte zahlreiche Unterlagen.

"Wir leben in einem Polizeistaat"

Besonders Fenerbahce, das in der abgelaufenen Saison durch seine 18. Meisterschaft zum alleinigen Rekordtitelgewinner aufgestiegen war, hatten die Sondereinheiten zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Visier:

Neben Yildirim nahmen die Behörden auch seinen Stellvertreter Sekip Mosturoglu sowie den in Izmir lebenden Cousin von Fenerbahces Mittelfeldspieler Emre Belözoglu fest.

Fenerbahces Aufsichtsratschef Yuksel Gunay kritisierte die Vorgehensweise der Polizei massiv.

"Das ist die Bestätigung, dass wir in einem Polizeistaat leben", sagte Yildirims Vertrauter: "Man sagt ja noch nicht einmal, welche Spiele genau untersucht werden."

Trabzonspor als Leidtragender

In der Tat waren die Hintergründe der Razzia bis Sonntagnachmittag noch nicht bekannt.

Offen blieb damit auch, ob die mutmaßlichen Spielmanipulationen zugunsten einer Wettmafia oder zur Erlangung von sportlichen Vorteilen stattgefunden haben sollen.

Pikanterweise nämlich sicherte sich Fenerbahce seinen Meister-Titel erst am letzten Spieltag der Saison - durch ein 4:3 gegen Sivasspor. Leidtragender war Istanbuls punktgleicher Rivale Trabzonspor.

Auch Georgiadis verhaftet

Europaweit gehen die Behörden zurzeit entschlossener als in der Vergangenheit gegen Ergebnisabsprachen in Profiligen vor. Zuletzt nahm die griechische Polizei zahlreiche verdächtige Personen fest 350007(DIASHOW: Internationale Wechselbörse).

Zu den Verhafteten gehörten in Piräus auch Liga-Chef Vangelis Marinakis, der in Personalunion Chef des Spitzenklubs Olympiakos Piräus ist, sowie U-21-Nationaltrainer Giorgos Georgiadis und Nationalspieler Avraam Papadopoulos.

Medienberichten zufolge sollen auch Länderspiele der griechischen Nationalmannschaften von den Manipulationen betroffen gewesen sein.

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