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Das Freistoßspray wird nach der WM in vielen anderen Wettbewerben ebenfalls eingesetzt
Bereits im Jahr 2000 liefen die ersten Tests mit dem Spray © getty

Das Schiri-Hilfsmittel gehört in Südamerika zum normalen Spielbetrieb. Der Schaum soll die Disziplin auf dem Platz fördern.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Buenos Aires - Viele Zuschauer in Deutschland fragen sich, was ist das für ein Spray, mit dem die Schiedsrichter bei der Copa America (täglich LIVE im TV bei SPORT1+) bei Freistößen den richtigen Abstand markieren.

Die Idee, mit einer Linie, die nach wenigen Sekunden wieder unsichtbar wird, die richtige Distanz zu markieren, ist allerdings nicht wirklich neu.

Bereits vor zehn Jahren gab es auf brasilianischen Sportplätzen die ersten Versuche mit der Wunderfarbe. Brasiliens Starreporter Galvao Bueno brachte den Stein ins Rollen, als ihm während einer Übertragung der Kragen platzte.

Genervter Kommentator

"Ich werde noch den Tag erleben, an dem der Schiedsrichter es schafft, die Mauer auf dem richtigen Abstand zu halten", stöhnte der genervte Bueno in die Mikrofone.

Wieder einmal hielten sich die Stars beim Klassiker zwischen Brasilien und Argentinien nicht an den vorgeschriebenen Mindestabstand von 9,15 Meter, als der prominente "Globo"-Journalist am Mikrofon die Nerven verlor.

Der bekannte Fernsehmann erfuhr erst Jahre später, was er damit ausgelöst hatte. Denn der Brasilianer Heine Allemagne soll bereits 2000 die geniale Idee mit dem Abstands-Spray gehabt haben.

Noch im gleichen Jahr wendete der brasilianische Verband CBF die Neuerung testweise an (424417DIASHOW: Bundesliga-Stars bei der Copa).

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Conmebol gibt grünes Licht

Wie könnte es in Südamerika anders sein, als dass sich auch in Argentinien ein Urheber dieser Idee feiern ließ. Der Journalist Pablo Silva verkaufte die Idee Jahre später als seine eigene.

Ende 2007 wurde das patentierte Produkt dem argentinischen Verband vorgestellt, der das Spray in der zweiten Jahreshälfte 2008 in der zweiten argentinischen Liga zuließ.

Vor zwei Jahren gab dann der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol (vergleichbar mit der UEFA) grünes Licht für den Einsatz der Farbe.

Damit fand das Spray bei der Copa Libertadores und in den nationalen Ligen der zehn Mitgliedsverbände erstmals offiziell und damit auch durchgehend seine Anwendung.

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Schaum sorgt für mehr Disziplin

Im März dieses Jahres kam dann das Okay des International Boards zur Benutzung des Sprays bei der diesjährigen Copa America (DATENCENTER: Copa America).

Die Wunderfarbe sorgt offenbar nicht nur für mehr Disziplin auf dem Platz, sondern hat auch noch weitere angenehmeme Nebeneffekte.

Laut Statistiken des brasilianischen Verbandes, der das Spray schon länger einsetzt, sei die Zahl der Freistoßtore gestiegen. Auch müssten Schiedsrichter bei der Stellung der Mauer nicht mehr so häufig die Gelbe Karte zeigen.

Zudem bringe die "Linie auf Zeit" auch einen Zeitgewinn mit sich, denn die Spieler positionierten sich nun deutlich schneller an der richtigen Stelle.

Das Spray ist in Brasilien unter der Nummer PI0004962 patentiert. Es handelt sich dabei um einen weißen Farbschaum auf Wasserbasis.

Er soll absolut umweltverträglich sein, keine Giftstoffe enthalten, keinen Geruch verströmen und auch nicht die Ozonschicht angreifen.

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