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Ronaldo (r.) geht in Zukunt für Corinthians Sao Paulo auf Torjagd © getty

WM-Rekordtorjäger Ronaldo spielt in Zukunft für Corinthians in Sao Paulo. Beide Seiten erhoffen sich nur Vorteile von dem Deal.

Sao Paulo - Nicht England, nicht Italien und erst recht nicht das große Geld:

Ronaldo, Brasiliens prominentester Fußball-Rekonvaleszent, wird seine Karriere in der Heimat beim Sport Club Corinthians aus Sao Paulo fortsetzen.

Eine strategische Allianz, die den 32-Jährigen auf den Weg zur WM-Endrunde 2010 bringen soll und dem Erstliga-Aufsteiger ein "fenomenales" Geschäft verspricht.

"Corinthians glaubt an mich, und es gibt ein fantastisches Projekt für 2009. Ich habe ein großes Jahr vor mir", sagte der seit Februar nach einer schweren Knieverletzung außer Gefecht gesetzte Stürmer in einem kurzen Statement, ohne Details zu verraten.

WM ist das große Ziel

Die Unterschrift unter dem Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison soll noch in dieser Woche erfolgen.

Corinthians' Marketingdirektor Luis Paulo Rosenberg erklärte zu den Beweggründen von "Il Fenomeno", dem auch ein Angebot vom AC Siena aus Italien vorlag: "Wenn er Geld wollte, würde er zu Manchester City oder in die arabische Welt gehen."

Und weiter: "Wenn er nur ein schönes Leben haben möchte, wäre er in Rio de Janeiro geblieben. Aber er verzichtet auf all das und will sich noch einmal durchbeißen."

Die WM in Südafrika sei Ronaldos großes Ziel.

Fit bis Ende des Monats

Der WM-Rekordtorjäger, der bis zum Sommer noch die Schlagzeilen mit einem Transvestiten-Skandal und einem ausschweifenden Urlaub auf Ibiza füllte, macht aber kein Hehl daraus, dass er nach drei Monaten Aufbautraining lieber bei Flamengo geblieben wäre.

"Der Klub liegt mir am Herzen. Doch es ist in dieser Zeit nichts passiert", klagte der Weltmeister von 2002, der laut seines Physiotherapeuten Bruno Mazziotti körperlich bis Ende des Monats in Form sei.

Am 26. Dezember startet für die Spieler des 1910 gegründeten Arbeiterklubs die Vorbereitung auf die neue Saison.

Das erste Pflichtspiel des viermaligen brasilianischen Meisters steht am 21. Januar in der Regionalmeisterschaft des Bundeslandes Sao Paulo an. Erst Anfang Mai beginnt die Punktejagd auf nationaler Ebene in der Serie A.

Klub hofft auf Sponsoren

Der laut Umfrage mit 24 Millionen Fans zweitbeliebteste Klub des Landes - zu Flamengo halten 33 Millionen Anhänger - erhofft, nun dank des neuen Werbeträgers weltweit an Bekanntheit zu gewinnen.

Der Köder für einen finanzkräftigen Sponsor ist ausgelegt, eine international agierende Fluggesellschaft und eine große Bank haben bereits Interesse angemeldet.

Aber der Real rollt schon. Kurz nach Bekanntwerden des Transfers gingen im Fan-Shop 150 Trikots mit dem noch vor Ort aufgedruckten Schriftzug Ronaldo für umgerechnet je 53 Euro über den Ladentisch.

"Wir haben schnell gemerkt, dass wir keinen Spieler engagiert haben, sondern eine Firma", bekannte Klubpräsident Andres Sanchez, der am Dienstag bei einem Frühstück mit Ronaldo die letzten Vereinbarungen traf.

"Die perfekte Hochzeit"

Der dreimalige Weltfußballer, der im Januar zum zweiten Mal Vater wird, soll neben einem Anteil an den Werbeeinkünften geschätzte 31.000 Euro pro Monat an Gehalt einheimsen.

"Mit Ronaldo läuft das so: Er macht das Angebot, der Klub stimmt zu und muss dies dann in die Tat umsetzen", so Sanchez weiter.

"Die perfekte Hochzeit", jubelte Ex-Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira. Trotz aller Kritik am Fitnesszustand Ronaldos hatte der Coach den Angreifer vor zwei Jahren mit nach Deutschland genommen, und dieser bedankte sich mit seinen WM-Toren 13 bis 15. Vielleicht folgt 2010 noch ein letztes Kapitel.

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