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Lucas Barrios wurde vergangene Saison mit Borussia Dortmund Deutscher Meister © getty

Die Selecao hat großen Respekt vor dem BVB-Torjäger. Der könnte an historischer Stätte in die Fußstapfen des "Panzers" treten.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Buenos Aires - Das kleine Fußball-Einmaleins hat er in Argentinien gelernt.

Es folgte die Ausbildung zum gefürchteten Torjäger in Chile und schließlich in Deutschland die Meisterprüfung.

Jetzt aber ist Lucas Barrios in Brasilien als neuer Scharfrichter gefürchtet. (DATENCENTER: Copa America)

Der Stürmer von Borussia Dortmund mit paraguayischem Pass erzeugt beim Rekord-Weltmeister vor dem ersten "Superclasico" der Copa America (ab 20.55 Uhr LIVE im TV bei SPORT1) einen Heidenrespekt.

"Große Vorsicht angesagt"

Die hohe Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Sein Stern ging vor drei Jahren auf, als er mit 37 Toren für den chilenischen Traditionsklub Colo-Colo zum Welttorjäger avancierte und den Spitznamen "La Pantera" verpasst bekam.

Borussia Dortmund schnappte sich das Juwel für 4,2 Millionen Euro und auch bei den Schwarz-Gelben läuft die Tormaschine mit bislang 44 Pflichtspiel-Treffern in zwei Jahren auf Hochtouren. (HINTERGRUND: Bundesliga-Stars überzeugen bei Copa)

"Auf Barrios müssen wir doppelt aufpassen, denn er ist ein klasse Spieler. Natürlich werden wir nicht nur ihn im Auge behalten, aber bei ihm ist große Vorsicht angesagt", bekannte Brasiliens Innenverteidiger Thiago Silva, der an der Seite von "Oldie" Lucio immer mehr zum Abwehrchef in spe der "Selecao" heranreift.

Vorgänger Cabanas

Mit paraguayischen Stürmern haben die Brasilianer in jüngster Vergangenheit schlechte Erfahrung gemacht. Salvador Cabanas, dessen Karriere eine Revolverkugel im Kopf am 25. Januar 2010 auf einen Schlag beendete, nannten sie am Zuckerhut "Carrasco" (Henker).

Den Ruf erwarb sich der heute 30-Jährige in nur vier Spielen.

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(424417DIASHOW: Bundesliga-Stars bei der Copa).

Im Mai 2008 warf der bullige Stürmer im Trikot des mexikanischen Erstligisten America CF mit seinen Toren der Reihe nach die brasilianischen Topklubs CR Flamengo und FC Santos aus dem Libertadores Cup.

Wenige Wochen später war dann die brasilianische Nationalelf im WM-Qualifikationsspiel Opfer von "Panzer" Cabanas, der auch noch beim 1:2 im Rückspiel traf.

Barrios froh über "Nationen-Wechsel"

Mit der Überschrift "Der neue Knipser Paraguays" warnt die brasilianische Tageszeitung "O Globo" jetzt vor Barrios, der nach Cabanas' Schicksalsschlag kurz vor dem WM-Turnier in Südafrika im Handumdrehen vom Argentinier zum Paraguayer gemacht worden war.

Mutter Petrona stammt aus dem kleinen Land im Innern des südamerikanischen Kontinents.

[kaltura id="0_pjkm8gx7" class="full_size" title="Peru siegt dank Guerrero "]

"Heute bin ich froh, die Entscheidung so getroffen zu haben. Ich habe schon an einer WM teilnehmen können und bin jetzt hier bei einer Copa America", gesteht der BVB-Goalgetter, der am 13. November 1984 in der argentinischen Kleinstadt mit dem romantisch anmutenden Namen San Fernando de la Buena Vista zur Welt kam.

In dem Provinz-Örtchen unweit von Buenos Aires standen auch die Wiegen der argentinischen Nationalspieler Juan Roman Riquelme und Esteban Cambiasso.

Premiere an historischer Stätte

Doch statt Blau-Weiß trägt Barrios heute Rot-Weiß. 15 Länderspiele mit fünf Toren und vier Torvorlagen hat er für die "Albirrojas" schon auf dem Konto. Und bei seiner Premiere gegen Brasilien sollen an historischer Stätte weitere folgen.

Das Duell der WM-Viertelfinalisten findet in Cordoba statt, wo Deutschland bei der Endrunde 1978 seine Schmach gegen Österreich erlitten hatte.

Das Stadion trägt heute den Namen eines argentinischen Nationalhelden der damaligen WM. Mario Alberto Kempes, Stürmer wie Barrios, schoss sich mit sechs Treffern in die Herzen der Gauchos, die sicher nichts dagegen hätten, wenn der "fahnenflüchtige" Barrios ihrem Erzrivalen den Abend verdirbt.

Torflaute bei Auftakt-Partien

"Gegen ein Team vom Kaliber Brasiliens zu spielen, bringt einen Schuss Extra-Motivation", lässt der Deutsche Meister dann auch wissen und bekennt weiter: "Es ist entscheidendes Spiel, denn vom Ausgang hängt unsere Zukunft im Turnier ab. Ein Sieg würde uns schon fast in die nächste Runde bringen."

Die Brasilianer waren mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Venezuela ins Südamerika-Turnier gestartet, bei Paraguays Remis gegen Ecuador war ebenfalls Torflaute angesagt.

In der Tabelle der Gruppe B gleichauf, sucht man auch in der jüngsten Statistik vergeblich nach Vorteilen für einen von beiden. Aus den letzten neun Vergleichen gingen beide Teams bei einem Remis jeweils viermal als Sieger hervor.

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