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Vier Spiele, vier Unentschieden: Brasilien (im Bild) und Argentinien enttäuschen bisher © getty

Kommt es zum Super-Gau? Die schwächelnden Großmächte Brasilien und Argentinien müssen sich enorm steigern, sonst droht das Aus.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Buenos Aires - Die Runde der letzten Acht der Copa America (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) ohne Argentinien und Brasilien?

Das schien bis vor rund zehn Tagen noch undenkbar, zumal beide südamerikanischen Fußball-Giganten ihre Bestformationen zum ältesten Nationenturnier der Welt geschickt hatten.

Doch der Super-Gau für die beiden Kicker-Großmächte könnte schon in den nächsten Tagen Realität werden, wenn die Formkurve nicht schleunigst nach oben zeigt.

Vier Spiele, vier Unentschieden - die Bilanz des ebenso traditionsreichen wie erfolgreichen Duos ist bislang alles andere als überzeugend.

Vor allem die beiden vor dem Turnier als Topstars gehandelten Stürmer Lionel Messi (Argentinien) und Neymar (Brasilien) erfüllten bislang die Erwartungen nicht.

Blamabel, enttäuschend und ohne Inspiration

Brasiliens Last-Minute-Tor gegen Paraguay zum 2:2-Endstand verhinderte, dass der fünffache Weltmeister sich bis auf die Knochen blamierte.

Trainer Mano Menezes nahm seine Mannschaft in Schutz: Es sei wegen der vielen Fans aus Paraguay fast ein Auswärtsspiel gewesen.

Immerhin sei das Auftreten seiner Schützlinge deutlich besser gewesen als beim 0:0 gegen Venezuela. Doch die brasilianische Presse ist da weniger großzügig: Blamabel, enttäuschend und ohne Inspiration seien die Auftritte des Favoriten bislang. (DATENCENTER: Copa America)

"Damit können wir nicht zufrieden sein"

Dani Alves vom FC Barcelona sieht das ähnlich: "Wir sind die Nationalmannschaft, wir spielen immer, um zu gewinnen. Ein Remis, damit können wir nicht zufrieden sein."

Um sicher einen Platz im Viertelfinale zu ergattern, muss Brasilien nun im abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch in Cordoba gegen das noch sieglose Ecuador unbedingt gewinnen.

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Brasilien hat allerdings den Vorteil vor dem Anpfiff zu wissen, welches Ergebnis zum Weiterkommen reicht, weil die beiden anderen Gruppen ihre Vorrundenpartien bereits abgeschlossen haben.

Neben den beiden Gruppenersten kommen auch die beiden besten Drittplazierten aus den drei Gruppen weiter. Mit anderen Worten: Nur vier von zwölf Mannschaften scheiden nach der Vorrunde aus.

Nicht auszudenken, wenn sich darunter Gastgeber Argentinien und Rekord-Weltmeister Brasilien befinden sollten.

Beide Lager mobilisieren ihre Kräfte

Doch trotz aller Anlaufschwierigkeiten - soweit ist es noch lange nicht. Beide Lager mobilisieren ihre Kräfte, um ein vorzeitiges Aus zu vermeiden.

[kaltura id="0_gwbjz94i" class="full_size" title="Brasilien rettet sich zu Remis"]

In der argentinischen Kabine soll es laut lokalen Medien nach dem 0:0 gegen Kolumbien zu einem handfesten Krach in der Mannschaft gekommen sein.

Ein reinigendes Gewitter? Trainer Sergio Batista kündigte bereits personelle Umstellungen an, zudem soll Superstar Lionel Messi künftig mehr aus dem Mittelfeld heraus agieren, um seine Stärken besser zu Geltung bringen zu können.

Trainer Batista unter Druck

Gegen Costa Rica soll und muss am Montag ein Sieg her. "Ich habe volles Vertrauen in meine Mannschaft. Wir werden uns qualifizieren", verspricht Batista, der nach dem 1:1 gegen Bolivien und der Nullnummer gegen Kolumbien unter Druck geraten ist.

Auch Brasiliens Trainer Menezes verspricht im abschließenden Spiel gegen Ecuador eine deutliche Leistungssteigerung: "Wir werden besser spielen. Und wir werden ins Viertelfinale einziehen."

Vielleicht dann auch mit dem ersten Tor von Neymar, der zwar engagiert auftritt, aber dem der Druck anzusehen ist, im Nationaltrikot bereits die Verantwortung übernehmen zu müssen.

Direktes Aufeinandertreffen unwahrscheinlich

Geht es nach der Statistik, wird der der Copa-Sieger diesmal nicht aus Brasilien oder Argentinien kommen. Eine Mannschaft, die mit zwei Unentschieden in das Turnier gestartet ist, hat bereits seit Jahrzehnten die Copa nicht mehr gewinnen können.

Zuletzt gelang dieses Kunststück Brasilien im Jahr 1925. Daran dürfte sich allerdings kein lebender Fan am Zuckerhut wirklich mehr erinnern können. Immerhin aber haben es die Spielplaner mit den beiden Giganten gut gemeint.

Ein direktes Aufeinandertreffen im Viertelfinale scheint ausgeschlossen, dazu müsste eine Mannschaft Gruppensieger und eine andere als Gruppendritter weiterkommen. Diese Konstellation scheint aber angesichts der aktuellen Punktesituation unwahrscheinlich.

Zunächst einmal geht es für beide Großmächte ohnehin ums nackte Überleben in der Vorrunde.

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