vergrößernverkleinern
Ein Straßenhändler bietet Trikots von Lionel Messi und Carlos Tevez an © getty

Im Gruppenfinale gegen Costa Rica muss die "Seleccion" siegen - dafür greift Trainer Batista auf eine bewährte Taktik zurück.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Zumindest auf den harten Kern seiner Fans kann sich Lionel Messi verlassen. Die komponierten vor dem "Gruppenfinale" gegen Costa Rica eigens einen Song zur Unterstützung des Superstars.

"Messi, ich unterstütze dich von Herzen, du bist der Stolz dieser Nation", singt "El Tigre Ariel" und darf sich nach wenigen Tagen bereits über 31.000 Aufrufe der Liebeserklärung mit dem Titel "Messi, yo te banco" bei "youtube" freuen.

Auch von Fußball-Legende Diego Maradona gab es angesichts der harten Kritik an dem bislang enttäuschenden Angreifer des FC Barcelona aufmunternde Worte: "So kann man mit dem besten Spieler der Welt nicht umgehen."

Das war es aber auch schon an guten Nachrichten vor dem für die Hausherren entscheidenden Duell um das Weiterkommen bei der Copa America (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) im eigenen Land.

Nur ein Sieg zählt

Nach zwei enttäuschenden Unentschieden zum Auftakt gegen das bereits ausgeschiedene Bolivien (1:1) und gegen Gruppensieger Kolumbien (0:0) gibt es vor allem eins: Druck!

Nur ein Sieg sichert die direkte Qualifikation, bei einem Remis wäre Argentinien als Gruppendritter auf die Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen, da die beiden besten Drittplatzieren der drei Gruppen ebenfalls weiterkommen.

Gegner Costa Rica (0:1 gegen Kolumbien und 2:0 gegen Bolivien) würde dagegen ein Remis reichen (DATENCENTER: Copa America).

Fans fordern Pastore

"Die Mannschaft fühlt sich gut und weiß, dass wir vor einem Finale stehen", sagt Nationaltrainer Sergio Batista.

[image id="f780434f-6472-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Rund 1500 Fans erwarteten die "Seleccion" am Sonntagabend vor dem Teamhotel Orfeo Suites in Cordoba und forderten den Einsatz von Hoffnungsträger Javier Pastore.

Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler des US Palermo, gilt als einer der argentinischen Gesichter der Zukunft. Ausgerechnet in seiner Heimatstadt Cordoba hätte seine große Chance kommen können, sich einen Platz in der Startformation zu erkämpfen.

Batista mit taktischer Umstellung

Doch die Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an wurden erst einmal enttäuscht. Batista kündigte vor der Partie einige taktische Umstellungen an.

Trotzdem vertraut der unter Druck geratene Weltmeister von 1986 weiter dem bisherigen Stamm seines Teams und bestätigte folgende Aufstellung für die Partie gegen Costa Rica.

Im Tor Sergio Romero, in der Abwehr Pablo Zabaleta, Nicolas Burdisso, Gabriel Milito, Javier Zanetti, im Mittelfeld Gago, Javier Mascherano und Lionel Messi sowie drei Angreifer mit Agüero, Di Maria und Higuan von denen der Madrilene Higuan als vorgezogene Spitze agieren soll.

Neue Rolle für Messi

Lionel Messi wird im taktischen Konzept also eine andere Rolle erhalten und gegen Costa Rica mehr aus dem Mittelfeld kommen.

Die argentinischen Medien sehen darin eine Rückkehr zum erfolgreichen 4-2-3-1-System mit dem die Auswahl bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking die Goldmedaille gewann.

[kaltura id="0_gwbjz94i" class="full_size" title="Brasilien rettet sich zu Remis"]

Trainer damals: Sergio Batista. Überragend damals: Lionel Messi.

"Ich habe volles Vertrauen in ihn", unterstreicht Batista noch einmal, dass "La Pulga" nicht zur Disposition steht.

"Argentinien noch nicht aufgewacht"

Messi erhielt unterdessen Rückendeckung von Kapitän Javier Zanetti: "Er ist nicht schuld an dieser Situation. Wir wissen, dass Leo ein Phänomen und der beste Spieler der Welt ist. Wir sind eine Mannschaft und jeder von uns hat seine Verantwortung. Das Problem ist nicht wie Messi spielt, sondern dass die ganze Mannschaft nicht so spielt wie sie eigentlich müsste."

Vom Gegner Costa Rica spricht in Argentinien dagegen niemand. Trainer Ricardo La Volpe, als Ersatztorhüter Mitglied der argentinischen Weltmeistermannschaft von 1978, ist im Land nicht sonderlich beliebt.

Sein launischer Kommentar zur Taktik gegen die Gastgeber: "Wir werden Messi attackieren, sobald er den Ball hat. Bislang ist Argentinien noch nicht aufgewacht und ich hoffe auch nicht, dass wir sie aufwecken werden."

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen.

Die brasilianische Tageszeitung "Meia Hora de Rio de Janeiro" forderte Messi zum Auswandern auf: "Floh, jetzt wo dich deine Brüder nicht mehr mögen, kannst Du auch zu uns kommen."

Garniert wurde der ganze Spaß mit einem Foto Messis im brasilianischen Pass. Spätestens da aber hört für die Argentinier der Spaß auf...

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel