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Lucio holte 2010 mit Inter Mailand die Champions League © getty

Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Ecuador ruft Kapitän Lucio seine Kollegen zur Ordnung. Der Trainer erwägt einen Wechsel.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Cordoba - In der Stunde der Not meldet sich der Chef zu Wort.

"Wir müssen zur Seriosität und Verantwortung zurückfinden", fordert Kapitän Lucio.

Vor der abschließenden Vorrundenpartie bei der Copa America in Argentinien gegen das ebenfalls noch sieglose Ecuador (Do., ab 2.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) ist dem Abwehrchef der brasilianischen Nationalmannschaft nicht nach Scherzen zu Mute.

Das torlose 0:0 gegen Überraschungs-Tabellenführer Venezuela und das anschließende glückliche 2:2 gegen Paraguay mit dem Last-Minute-Tor von Stürmer Fred haben im Lager des fünffachen Weltmeisters die Alarmglocken läuten lassen (DATENCENTER: Copa America).

Mit nur zwei Punkten aus zwei Spielen droht das Aus nach der Vorrunde.

Copa keine Kaffefahrt

"Alle Spieler sind zufrieden, dass sie hier sein dürfen und wir wissen um die Verantwortung, die wir tragen", erinnert Lucio seine Teamkollegen, dass die Teilnahme am ältesten Nationenturnier der Welt keine Kaffeefahrt ist.

Und er ruft seine Kollegen dazu auf, persönliche Karriereplanungen erst einmal zurückzustellen: "Den Auftrag, den wir mit dem Nationaltrikot zu erfüllen haben, ist wichtiger, als der Name der auf unserem Rücken prangt."

"Wir repräsentieren hier eine Nation, unser Land. Wir haben alle auf unseren Urlaub verzichtet und darauf mit unseren Familien zusammen zu sein. Wir dürfen jetzt nicht vergessen, worum es hier geht. Verantwortung und Seriosität."

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Umbruch will noch nicht gelingen

Im Lager des Turnierfavoriten und Titelverteidigers (Copa America - täglich LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) wächst vor dem Duell gegen Ecuador die Unruhe.

Die Journalisten sind angesichts der durchwachsenen Auftritte drei Jahre vor der WM im eigenen Land unzufrieden. Der Umbruch ohne die Stars der letzten Jahre wie Ronaldinho, Ronaldo oder Kaka will noch nicht so recht gelingen.

Zudem überschattet das Tauziehen der europäischen Top-Klubs um Jungstar Neymar die Arbeit der Nationalmannschaft.

[kaltura id="0_fe3fwzee" class="full_size" title="Messi f hrt Argentinien ins Viertelfinale"]

"Werden die nächste Runde erreichen"

Die wiederum hat vor allem Probleme mit sich selbst. Jungstar Ganso von Copa-Libertadores-Gewinner und Pele-Klub Santos hat den Wink von Lucio offenbar verstanden und gibt artig zu Protokoll: "Die, die mehr Erfahrung haben und schon länger dabei sind, geben uns die notwendige Orientierung und das hilft uns sehr."

Einer von denen, die schon länger dabei sind, konzentriert sich auf das Wesentliche: "Es kommt heute nur auf das Ergebnis an. Wir müssen gewinnen, egal wie, ob wir angreifen oder verteidigen. Am Ende muss ein Sieg stehen", fordert Torhüter Julio Cesar von Inter Mailand.

Auch Torschütze Fred weiß worum es geht: "Ich weiß noch nicht wie, aber wir werden die nächste Runde erreichen. Das ist unser Ziel."

Maicon für Alves?

Die brasilianischen Medien spekulieren unterdessen über einen möglichen Wechsel auf der Außenbahn.

Für Dani Alves vom FC Barcelona könnte Maicon von Inter Mailand in die Startformation rücken, denn Trainer Mano Menezes war zuletzt mit dem Defensiv-Verhalten seiner Hintermannschaft nicht zufrieden.

Unterdessen hat Sandro das brasilianische Lager verlassen. Der Mittelfeldspieler von Tottenham Hotspur ist nach einer medizinischen Untersuchung nach Sao Paulo zurückgekehrt. Dort sollen weitere Untersuchungen am lädierten Meniskus folgen. Auf eine mögliche Nachnominierung eines Spielers verzichtete Menezes.

Unruhe bei Ecuador

Bei Brasiliens Gegner Ecuador hängt derweil der Haussegen schief und die Kritik an Trainer Reinaldo Rueda wächst.

Verbandspräsident Luis Chiriboga Acosta ließ Meldungen dementieren, er habe bereits mit dem argentinischen Trainer Costa Ricas, Ricardo La Volpe, über ein mögliches Engagement als Nachfolger Ruedas gesprochen.

Zuvor hatte Chiriboga Acosta heftigte Kritik am Zustand der ecuadorianischen Nationalmannschaft geübt: "Es muss sich einiges verändern. Die Mannschaft hat bislang nicht gut gespielt."

Ob sich das ausgerechnet gegen ein angeschlagenes Brasilien ändern wird, bleibt abzuwarten.

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