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Uruguays WM-Star Diego Forlan (r.) erzielte in 79 Spielen 29 Treffer für die "Celeste" © getty

Vor dem Copa-Viertelfinale dämpft Messi die Euphorie. Trainer Batista warnt vor Forlan in einer geschichtsträchtigen Begegnung.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Santa Fe - Sturm, Nebel und kalte Temperaturen:

Der Empfang für die argentinische Nationalmannschaft am Vorabend des Klassikers gegen Uruguay am Samstag in Santa Fe (Sa., ab 00.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) hätte zumindest aus meteorologischer Sicht nicht ungemütlicher sein können.

Das Stimmungsbarometer bei den Fans dagegen zeigt nach dem Befreiungsschlag gegen Costa Rica (3:0) (Spielbericht) deutlich freundlichere Werte an.

Tausende argentinische Fans bereiteten der "Albiceleste" einen begeisternden Empfang, vor allem dem zuletzt so hart kritisierte Superstar Lionel Messi flogen die Herzen der Fans zu.

Messi bremts die Euphorie

Argentinien glaubt wieder an seine Seleccion. Vergessen sind die schwachen Auftritte nach dem 1:1 gegen Bolivien und 0:0 gegen Kolumbien zwar nicht, zumindest aber verdrängt.

Der eigentliche Härtetest wartet nun im Duell gegen den ewigen Rivalen, Nachbarn und WM-Vierten Uruguay.

Lionel Messi selbst warnt vor allzu großer Euphorie: "Wir wollen alle die Copa America gewinnen, aber wir müssen in kleinen Schritten denken. Uruguay wird eine sehr komplizierte Partie."

Damit die Gastgeber auch nach diesem Wochenende noch vom Finale in Buenos Aires träumen können, wollen Messi und Co gegen Uruguay den jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen.

(DATENCENTER: Copa America)

Tevez und Cambiasso wieder nur Zuschauer

Nationaltrainer Sergio Batista setzt auf die gleiche Elf, die gegen die U-23-Auswahl Costa Ricas endlich zu ihrer spielerischen Linie fand.

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Mit dem bereits bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 erfolgreich praktizierten 4-2-3-1-System, in dem Lionel Messi hinter den drei Offensivkräften Angel Di Maria, Sergio Agüero und Gonzalo Higuain agiert, soll es auch gegen Uruguay klappen.

Für die Stars Carlos Tevez und Esteban Cambiasso bedeutet dies, erneut auf der Bank Platz nehmen zu müssen.

Trainer Batista warnt vor Suarez und Forlan

"Mir hat sehr gefallen wie die Mannschaft gegen Costa Rica gespielt hat, deswegen werde ich an dieser Formation festhalten", kündigte Batista an.

Die Hausherren haben vor dem WM-Dritten Uruguay großen Respekt:

"Das ist eine Mannschaft, die viel läuft, sehr gut organisiert ist und sehr starke Offensivspieler wie Diego Forlan oder Luis Suarez in ihren Reihen hat", warnt Batista.

"Das wird eine sehr schwierige Partie wie immer wenn es gegen Uruguay geht."

[kaltura id="0_todzq1ks" class="full_size" title="Kracher im Copa Viertelfinale"]

Uruguay: Wie vor 95 Jahren

Der kleine Nachbar bemüht derweil die Geschichte. Der 16. Juli ist für Uruguays Fußball ein ganz besonderer Tag:

Vor exakt 61 Jahren, am 16. Juli 1950 krönte sich Uruguay zum zweiten Mal zum Weltmeister.

In Rio de Janeiro gewann die "Celeste" damals gegen die am Boden zerstörten Brasilianer mit 2:1.

Ebenfalls am 16. Juli, allerdings vor 95 Jahren, gab es den ersten "Clasico rioplatense" - den Klassiker am Grenzfluss Rio de la Plata - zwischen Argentinien und Uruguay im Rahmen der Copa America.

Damals endete die Partie 0:0 und Uruguay gewann das sogenante Campeonato Sudamericano, die später als Copa America weitergeführt wurde.

Erfüllung eines Kindheitstraums

Uruguays Sebastian Abreu macht sich und seiner Mannschaft mit einem weiteren Blick in die Historie Mut:

"1987 haben wir Argentinien im eigenen Land im Halbfinale besiegt. Damals wie heute hat Argentinien in Bestbesetzung gespielt. Damals mit Maradona, heute mit Messi. Für uns alle ist diese Partie die Erfüllung eines Kindheitstraums."

Die Copa America gewann anschließend übrigens Uruguay.

Duell der Copa-Rekordsieger

Beide Länder sind mit je 14 Titeln die erfolgreichsten Teams in der Geschichte des ältesten Nationenturniers der Welt, nur eine Mannschaft kann aber auch nach dem Viertelfinale auf Titel Nummer 15 hoffen und sich Rekordsieger nennen.

Argentinien ist vor dem Duell gegen den unangenehmen Nachbarn nervös, wohlwissend dass Uruguay eine andere Qualität besitzt als zuletzt Costa Rica.

Vielleicht auch deshalb baut Nationaltrainer Batista für den Fall einer möglichen Niederlage schon einmal vor:

"Ich habe ein Projekt. Das wichtigste Ziel ist die Weltmeisterschaft. Ich habe einen Vertrag, den ich erfüllen werde."

Unbändiger Optimismus klingt anders.

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