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Lucas Barrios (l.) gab im Sommer 2010 sein Debüt im Nationalteam © getty

Im Copa-Viertelfinale treffen erneut Brasilien und Paraguay aufeinander. Dortmunds Stürmer warnt vor Neymar und Pato.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

Buenos Aires - Auch der Regen konnte Mano Menezes nicht stoppen.

Der Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft ließ im Vorfeld des Viertelfinales gegen Paraguay am Sonntag (ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) immer wieder Abwehrformationen üben.

Freistöße, Ecken, Standardsituationen musste die brasilianische Defensive im Minutentakt über sich ergehen lassen, während der Regen unaufhörlich prasselte.

Aus gutem Grund: In den letzten beiden Vorrundenspielen gegen Paraguay (2:2) und Ecuador (4:2) kassierte die Hintermannschaft um Kapitän Lucio immerhin vier Gegentore. (DATENCENTER: Copa America)

Maicon wohl wieder für Alves

"Unsere erste Aufgabe ist es zu verteidigen, erst danach kommt die Offensive", stellt Star-Verteidiger Maicon von Inter Mailand klar.

Das für Dani Alves vom FC Barcelona ins Team gerückte Kraftpaket auf der rechten Außenbahn dürfte auch gegen Paraguay wieder erste Wahl sein.

Sorgen macht Menezes der körperlicher Zustand von Abwehrspieler Thiago Silva, den Probleme im rechten Oberschenkel zu einer Trainingspause am Freitag und Samstag zwangen.

Statt der Einheiten mit der Mannschaft absolvierte der Innenverteidiger leichte Übungen mit den Physiotherapeuten.

Lucio weist Kritik an Abwehr zurück

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Für ihn steht David Luiz vom FC Chelsea bereit.

Lucio wollte derweil die Pauschalkritik an der Defensive aus der Heimat nicht gelten lassen:

"Die Abwehr spielt nicht schlecht. Wir haben die Gegentore wegen individuellen Fehlern kassiert."

Torloser Robinho als Teamplayer

Sorgenkind im Angriff ist Robinho. Der Stürmer vom AC Mailand traf zuletzt im WM-Viertelfinale gegen die Niederlande für das Nationalteam und ist als einziger der vier nominellen Copa-Stürmer unter Menezes noch ohne Torerfolg.

"Ich respektiere meine Teamkollegen und meinen Trainer. Alle haben das gleiche Recht zu spielen", gab sich der als schwierig geltende Angreifer vor dem Duell gegen Paraguay als Teamplayer.

Dass ihn die Torflaute im brasilianischen Trikot nervt, gibt Robinho derweil offen zu und hofft auf eine weitere steigende Formkurve:

"Man ist nie glücklich, wenn man keine Tore schießt. Aber mit meiner Leistung gegen Ecuador war ich zufrieden."

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"Wenn wir wollen, sind wir stark"

Paraguays Stürmer Lucas Barrios kündigt vor dem zweiten Aufeinandertreffen mit Brasilien binnen rund einer Woche deshalb einen diesmal endlich hochkonzentrierten Herausforderer an:

"Gegen Brasilien werden wir wieder unser bestes Gesicht zeigen. Wenn wir wollen, sind wir eine sehr starke Mannschaft."

Gleich zweimal vergab Paraguay in der Vorrunde scheinbar sicher geglaubte Siege in den Schlussminuten.

Gegen Brasilien führte "La Albirroja" 2:1, gegen Venezuela lag Paraguay gar schon mit 3:1 in Front, ehe die Gegner noch einmal den Spieß umdrehen konnten.

Barrios: Neymar und Pato aus dem Spiel nehmen

So reichte es nur zu drei Unentschieden in der Vorrunde.

Als zweibester Drittplazierter muss das Barrios-Team deshalb gegen den Gruppensieger Brasilien ran.

"Es hängt viel davon ab, ob wir hoch konzentriert in dieses Spiel gehen, denn wir dürfen Spielern wie Neymar, Pato, Robinho oder Ganso zu keinem Zeitpunkt Raum lassen, sonst werden sie treffen", fordert der Dortmunder Meister-Stürmer eine hellwache Mannschaft - diesmal bis zur 90. oder 120. Minute.

Gebürtiger Argentinier ist stolz für Paraguay zu spielen

Seine vor gut einem Jahr getroffene Entscheidung für Paraguay und gegen sein Geburtsland Argentinien bereut Barrios nicht:

"Ich bin sehr glücklich an diesem Turnier in Argentinien teilnehmen zu dürfen", sagt Barrios, der in Buenos Aires geboren ist.

"Ich spüre hier die Unterstützung meiner Familie und ich identifiziere mich mit meiner Nationalmannschaft, weil sie mich spüren lassen, dass ich wertvoll für sie bin. Dieses Trikot tragen zu dürfen ist eine große Freude."

Da seine Mutter aus Paraguay stammt, nahm er im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika das Angebot des Verbandes aus Paraguay an.

Der Sieger aus der Partie in La Plata trifft im Halbfinale am Mittwoch in Mendoza auf den Gewinner des zweiten Viertelfinales am Sonntag zwischen Chile und Venezuela. (Copa AmericaLIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+)

Im ersten Halbfinale stehen sich am Dienstag in La Plata die beiden Überraschungs-Gewinner Peru und Uruguay gegenüber.

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