vergrößernverkleinern
Luis Suarez (r.) traf bei der Copa America bisher drei Mal für Uruguay © getty

Uruguay feiert den Finaleinzug gegen überforderte Peruaner. Suarez kann diesmal strahlen und über Trainer Tabarez wird spekuliert.

Von der Copa America berichtet Tobias Käufer

La Plata - Diesmal strahlte Luis Suarez über beide Ohren: Er wird im Finale dabei sein.

Seine beiden Treffer zum 2:0-Endstand im ersten Halbfinal-Spiel gegen ein überfordertes Peru brachten die Entscheidung in einem einseitigen Spiel.

Bei eisigen Temperaturen im Stadion von La Plata, rund eine Autostunde von Buenos Aires entfernt, hatten die Kicker des zweimaligen Weltmeisters von Beginn an die Partie dominiert und wurden auf dem schlechten Rasen für ihr Engagement belohnt.

Diesmal kein Opfer wie 2010

Für Luis Suarez wurde es ein Happy-End. Diesmal musste er sich nicht wie im Viertelfinale der WM 2010 in Südafrika opfern (DATENCENTER: Copa America).

Damals hatte er die Südamerikaner gegen Ghana mit einem Handspiel in der Schlussminute der Nachspielzeit ins Elfmeterschießen gerettet.

Doch Suarez blieb wegen seiner Roten Karte im Halbfinale gegen die Niederlande gesperrt.

"Diesmal ohne zu leiden" titelte dann auch die Tageszeitung "Observador" aus Montevideo und zeigte einen strahlenden Suarez.

Uruguayer feiern möglichen Copa-Rekordmeister

In der uruguayischen Hauptstadt feierten kurz vor Mitternacht tausende Fans den Einzug der "Celeste" ins Finale (So., ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+).

"Vamos a la 15" sangen die Menschen begeistert: "Holen wir uns Titel Nummer 15".

Damit wäre Uruguay zum alleinigen Rekord-Sieger der Südamerikameisterschaft aufgestiegen.

[kaltura id="0_7va6yilg" class="full_size" title="Suarez hievt Uruguay ins Finale "]

Bislang teilen sich Argentinien und Uruguay mit je 14 Titelgewinnen die Krone, dahinter folgt Brasilien mit acht Trophäen.

Uruguays Trainer Oscar Washington Tabarez zog schon vor dem Finale am Sonntag gegen den Gewinner des zweiten Halbfinales zwischen Venezuela und Paraguay (Do., ab 2.40 UhrLIVE im TV auf SPORT1) eine positive Bilanz:

"Die Uruguayer glauben nicht länger, dass ein zweiter Platz ein Desaster ist. Es gibt eine Veränderung in der Mentalität."

[image id="1931d6f3-6472-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Hinten gut stehen, vorne richten es Forlan und Suarez

Und diese Einstellung macht die Truppe vom Rio de la Plata offenbar stark. Das System Tabarez greift wie schon bei der WM 2010.

"Die Mannschaft hat ihre Ordnung und Disziplin behalten. Das ist das Wichtigste."

Hinten sicher stehen und vorne helfen die Top-Stars Diego Forlan und Luis Suarez.

Tabarez' erneuter Siegeszug weckt Begehrlichkeiten im Nachbarland Argentinien.

Dort mehren sich die Stimmen der Experten, die den Uru-Coach gerne an der Stelle von Nationaltrainer Sergio Batista auf der argentinischen Bank sehen wollen.

Tabarez bald Argentinien-Coach?

Der ist nach dem schwachen Auftritt der Gastgeber und dem Viertelfinal-Aus (Spielbericht) angezählt, wenngleich der argentinische Verband erklärte, Batista werde seine Arbeit fortsetzen.

Nicht wenige Insider des Fußballs erwarten aber, dass Tabarez nach einem Erfolg bei der Copa America seinen Rücktritt erklären könnte.

Eigentlich wollte Tabarez schon nach dem Erfolg bei der WM 2010 abtreten, mit dem Gewinn der Südamerikameisterschaft aber wäre der Zenit der Leistungsfähigkeit wohl endgültig erreicht.

Und dann wäre Tabarez frei für andere Aufgaben...

Mit Torjägerkrone zum Titel für die "Krieger"

Doch soweit ist es noch lange nicht. Noch warten 90 oder gar 120 Minuten auf die "Krieger Uruguays" wie der "Observador" die wackere Truppe taufte.

Und Luis Suarez könnte sich mit einem weiteren Treffer im Finale im Stadion Monumental in Buenos Aires, der traditionsreichen Heimspielstätte des abgestiegenen Kultklubs River Plate, die Torjägerkrone der 43. Auflage der Copa America sichern:

"Heute bin ich glücklich, aber ab morgen müssen uns auf das Finale vorbereiten", sagte Suarez.

Erster Titel sei über 15 Jahren

Der sonst so gestrenge Taberez gab seinen Spielern erst einmal freie Hand:

"Jeder darf so feiern wie er es für richtig hält."

Der Coach weiß, dass er sich auf seine Spieler verlassen kann.

Torjäger Luis Suarez, Elfmetertöter Fernando Muslera und Kapitän Diego Forlan wollen es nämlich erst am Sonntagabend so richtig krachen lassen.

Als frischgebackene Südamerika-Meister. Es wäre der erste Titel seit 1995.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel