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Franklin Lucena (l.) hat bisher 29 Länderspiele für Venezuela absolviert © getty

Paolo Guerrero will Peru im kleinen Finale gegen Venezuela aufs Podium führen. Beim Außenseiter kehrt Hamburgs Rincon zurück.

Von Tobias Käufer

La Plata - Zumindest für das Trostpflaster soll es reichen.

Rund 64 Stunden nachdem Venezuela das bittere Halbfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay (Bericht und Video) hinnehmen musste und vier Tage nach der klaren Niederlage Perus gegen Uruguay (Bericht und Video), stehen sich heute die beiden "Enttäuschten" der Vorschlussrunde in La Plata noch einmal gegenüber.

Peru gegen Venezuela (ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) ist auch das Duell der beiden Überraschungsteams der 43. Copa America in Argentinien (DATENCENTER: Copa America).

Beide schafften es immerhin eine Runde weiter, als die großen Favoriten Brasilien und Argentinien, die jeweils im Viertelfinale scheiterten.

Guerrero: "Wollen aufs Podium"

"Jetzt wollen wir auch aufs Podium" kündigte Paolo Guerrero an. Der Stürmer des Hamburger SV entwickelte sich angesichts des Fehlens von Claudio Pizarro (Werder Bremen) und Jefferson Farfan (Schalke 04) neben Kapitän Juan Vargas zur Führungsfigur der peruanischen Auswahl.

Nicht wenige Beobachter rechnen damit, dass in Trainer Sergio Markarian ihn dafür mit der Kapitänsbinde im kleinen Finale belohnt. Denn Vargas ist nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Uruguay gesperrt.

Trotzdem reißen sich die peruanischen Journalisten um ein Interview mit dem Spielmacher, nachdem aus Italien Gerüchte aufgekommen sind, Lazio Rom und Juventus Turin wollten den Profi vom AC Florenz verpflichten.

Fans gegen Pizarro-Comeback

Unterdessen haben peruanische Fans eine Gruppe beim sozialen Netzwerk "Facebook" gegründet, die sich gegen eine Rückkehr von Claudio Pizarro ins Nationalteam ausspricht.

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In Peru ist das Selbstbewusstsein gewachsen, nach dem die Nationalmannschaft nach den vielen Enttäuschungen und Skandalen bei der Copa America zurück in die Erfolgsspur fand.

Für einen Teil der Fans zählt der Bremer immer noch zu der Fraktion, die für die Pleiten, Pech und Pannen der letzten Jahre verantwortlich ist.

Mit seiner Verletzung unmittelbar vor Turnierbeginn verpasste er die Chance sich wieder in die Herzen der Fans zu spielen.

Die gehören nun vor allem Paolo Guerreo, Juan Vargas und Yoshimar Yotun, der zu Kandidaten zählt, die sich Hoffnungen machen dürfen, zu einem der besten Jungprofis des Turniers gewählt zu werden.

Rincon vor Auszeichnung

Auf eine ähnliche Auszeichnung darf auch Venezuelas Tomas Rincon hoffen. Der Mittelfeldspieler des Hamburger SV ist in die Reihe der Akteure aufgenommen worden, die von den Fans zum besten Spieler des Turniers gewählt werden können und führt die Liste mit großem Vorsprung an.

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Für Venezuelas Trainer Cesar Farias, der mit dem Halbfinaleinzug den größten Erfolg in der Verbandsgeschichte des Landes perfekt machte, war er ohnehin bislang der "beste Spieler der ganzen Copa America".

Bei der unglücklichen Halbfinal-Niederlage gegen Paraguay musste Rincon gesperrt zusehen. Nun will er mithelfen, dass mit Platz drei für Venezuela erstmals ein Platz in den Statistiken des Turniers möglich wird.

Der offiziell beste Spieler des Turniers wird am Sonntag von den beim Finale zwischen Uruguay und Paraguay im Estadio Monumental anwesenden Journalisten gewählt.

Arango fraglich

Auch Yohandry Orozco (20) vom VfL Wolfsburg taucht in einer Liste der besten Jungprofis auf, obgleich er über einen Einsatz im Vorrundenspiel gegen Paraguay nicht hinaus kam.

Unklar ist der Einsatz von Juan Arango. Der zum besten Spieler des Halbfinales gewählte Mittelfeldspieler laboriert an einer Verletzung, die er sich im Spiel gegen Paraguay zuzog.

Eine schmerzhafte Erinnerung an das offiziell 100. Länderspiel des Gladbachers wie der Chefstatistiker des venezolanischen Fußball-Verbandes, Javier Minniti, jetzt amtlich bestätigte.

Am 27. Januar 1999 begann die Nationalmannschafts-Karriere Arangos gegen Dänemark. Elf Jahre und 19 Länderspieltore weiter musste Arango ausgerechnet im 100. Länderspiel seiner Karriere das bittere Halbfinal-Aus hinnehmen.

Wenn es irgendwie geht, soll heute Spiel Nummer 101 folgen.

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