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Mohamed Bin Hammam , war seit 1996 Mitglied der FIFA-Exekutive © AFP

Die FIFA zeigt Blatters gescheiterten Widersacher keine Gnade. Bin Hammam beteuert seine Unschuld und will vor den CAS ziehen.

Zürich/München - Keine Gnade für Sepp Blatters gescheiterten Widersacher:

Das Ethik-Komitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hat den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mohamed Bin Hammam lebenslang gesperrt. Das gab die FIFA nach zweitägigen Verhandlungen in Zürich bekannt.

Der 62 Jahre alte Katarer Bin Hammam wurde der Korruption für schuldig befunden.

"Dem Offiziellen Mr. Bin Hammam wird hiermit auf Lebenszeit untersagt, an Aktivitäten auf nationaler oder internationaler Ebene, die den Fußball betreffen, teilzunehmen", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Ethik-Komitees, Petrus Damaseb, nach Abschluss der Anhörung im FIFA-Hauptquartier.

"Ich werde Einspruch einlegen"

Bin Hammam hatte an den Verhandlungen in Zürich nicht teilgenommen, sondern war durch zwei Anwälte vertreten worden.

Kurz nach der Anhörung bestätigte der ehemalige Präsident des asiatischen Fußball-Verbandes (AFC) auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur "AFP" seine Absichten, gegen die Entscheidung vor den internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen: "Ich werde Einspruch einlegen."

Bin Hammam "beharrt auf seiner Unschuld"

Schon unmittelbar nach Damasebs Ausführungen hatte einer von Bin Hammams Sprechern gesagt, dass der Katarer die Ergebnisse des Komitees nicht anerkenne:

"Er beharrt auf seiner Unschuld und wird weiter kämpfen auf den Rechtswegen, die sich ihm noch öffnen."

Bin Hammam hatte an den Verhandlungen in Zürich nicht teilgenommen, sondern war durch zwei Anwälte vertreten worden.

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Angeblicher Stimmenkauf

Der milliardenschwere Geschäftsmann soll gemeinsam mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner aus Trinidad und Tobago bei einem Treffen der Karibischen Fußball-Union (CFU) im Mai Stimmen für seine Präsidentschaftskandidatur gekauft haben.

Geldgeschenke in Höhe von jeweils rund 40.000 US-Dollar (knapp 28.000 Euro) sollen an die Delegierten verteilt worden sein.

Bin Hammam hatte kurz vor der Wahl gegen Amtsinhaber Joseph S. Blatter Ende Mai seine Kandidatur zurückgezogen und damit den Weg für dessen vierte Amtszeit freigemacht.

"Vorwürfe schwach und ohne jegliche Substanz"

"Die Vorwürfe und Beweise gegen mich sind schwach und ohne jegliche Substanz. Die Vorwürfe sind vor keinem Gericht der Welt zu halten", hatte Bin Hammam am Freitag vor Beginn der Anhörung in Zürich auf seiner Homepage geschrieben.

"Aber ich bin mir sicher, dass am Ende die Gerechtigkeit siegen wird, wenn es einen fairen Prozess vor dem CAS oder einem anderen ordentlichen Gericht gibt", gab sich der Katarer zuversichtlich.

Er fürchtete ohnehin, dass das Urteil der Ethikkommission längst feststand.

Böse Vorahnung

"Die FIFA hat ihre Entscheidungen bereits vor Wochen gefällt. Nach dem, was vonseiten der FIFA seit meiner Suspendierung alles zu vernehmen war, scheint es für sie nun unmöglich zu sein, ihre Fehler einzugestehen. Deshalb rechne ich fest mit einer Verurteilung", schrieb Bin Hammam.

Der Herausforderer des FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter stand auch wegen seiner Rolle bei der dubiosen Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar stark unter Druck.

Nicht nur Bin Hammam, sondern auch Warner bestreitet die Vorwürfe. Der ehemalige FIFA-Vizepräsident Warner trat aber dennoch bereits von allen Ämtern zurück und entzog sich so einer Strafe durch die FIFA.

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