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Gruppensieg perfekt: Im Berliner Olympiastadion schlägt Deutschland Ecuador mit 3:0
Jürgen Klinsmann führte das DFB-Team bei der WM 2006 auf Platz 3 © getty

Der ehemalige Bundestrainer unterschreibt beim WM-Gastgeber von 1994. Er tritt die Nachfolge des entlassenen Bob Bradley an.

Chicago - Auf den Tag genau sieben Jahre nach seiner Berufung zum Bundestrainer feiert Jürgen Klinsmann ein spektakuläres Comeback:

Der Weltmeister von 1990 übernahm am Freitag die Nationalmannschaft seiner Wahlheimat USA als Chefcoach.

Klinsmann, der mit seiner Familie seit Jahren in Kalifornien lebt, hat beim WM-Achtelfinalisten einen Vertrag unterschrieben und soll am Montag auf einer Pressekonferenz in New York vorgestellt werden. Vertragsdetails wurden zunächst nicht bekannt.

Nachfolger von Bradley

Der 108-malige Nationalspieler Klinsmann, zuletzt im April 2009 nach nur zehnmonatiger Tätigkeit als Trainer von Rekordmeister Bayern München gefeuert, löst den entlassenen Bob Bradley ab. (2831DIASHOW: Jürgen Klinsmanns Karriere)

"Ich bin stolz und fühle mich geehrt. Ich danke dem amerikanischen Fußball-Verband für diese Chance und blicke mit Aufregung auf die kommenden Aufgaben", sagte Klinsmann, der am Samstag 47 Jahre alt wird.

"Ich werde sofort loslegen"

"Ich freue mich darauf, die Mannschaft auf dem Weg Richtung WM 2014 vorbereiten zu können. Das ist eine tolle Aufgabe, ich werde sofort loslegen."

Sein Debüt auf der US-Bank wird er schon am 10. August im Länderspiel gegen Mexiko geben.

Im nordamerikanischen Fußball ist Klinsmann ein Experte. Er führt in Amerika eine Fußball-Agentur (Soccer Solutions), war Berater des FC Toronto aus der Profiliga MLS und wurde schon seit Jahren als US-Nationaltrainer gehandelt.

Niederlage gegen Mexiko

Der Verband setzte aber auf Bob Bradley, den Vater des ehemaligen Mönchengladbacher Bundesliga-Profis Michael Bradley. Zuletzt hatten die Amerikaner allerdings das Endspiel des Gold Cups gegen den Erzrivalen Mexiko verloren - die Revanche wird Klinsmanns erstes Spiel.

US-Verbandspräsident Sunil Gulati begrüßte Klinsmann geradezu euphorisch. "Wir sind hocherfreut, dass Jürgen unser neuer Cheftrainer wird. Er war ein großartiger Spieler, er hat die Erfahrung und das Wissen, uns weiter voranzubringen. Er bringt die nötigen Führungsqualitäten mit", sagte Gulati.

Positive Äußerungen vom DFB

Auch beim Deutschen Fußball-Bund wurde die Verpflichtung positiv aufgenommen.

"Ich freue mich für Jürgen Klinsmann, dass er die Möglichkeit bekommt, die Auswahl der USA zu betreuen. Wir wissen beim DFB aus eigener Erfahrung, dass er ein sehr guter Nationaltrainer ist. Daher kann man dem US-amerikanischen Verband nur zu dieser Wahl gratulieren", sagte der Präsident Theo Zwanziger.

Bundestrainer Joachim Löw, einst Assistent Klinsmanns beim DFB-Team, gratulierte ebenfalls: "Ich freue mich für Jürgen, dass er eine neue Herausforderung gefunden hat, und wünsche ihm viel Erfolg. Wie wir Jürgen kennen, wird er mit Power an die Aufgabe herangehen und viel bewegen."

Gesicht des Sommermärchens

In Deutschland war Klinsmann das Gesicht des Sommermärchens 2006, wollte aber seine Mission nicht fortsetzen, weil er sich "ausgebrannt" fühlte. Damit begründete er wenige Tage nach dem Ende der Heim-WM, die Deutschland auf dem dritten Platz beendet hatte, seinen Rückzug.

Als Bayern-Trainer scheiterte Klinsmann schmerzhaft. Er wollte dem Verein eine Philosophie der Lockerheit mitgeben, musste sich aber unter anderem wegen Buddha-Figuren am Trainingsgelände verspotten lassen.

Im April 2009 war die Situation so prekär, dass die Bayern Klinsmann entließen.

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