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Jürgen Klinsmann führte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 auf Platz drei © getty

Die Pläne des neuen USA-Coaches für den Umbau des Nationalteams sind noch recht diffus. Die US-Medien zeigen wenig Optimismus.

München/New York - Die "18" hätte besser gepasst. Aber die Amerikaner wollten die "11".

Mit dieser Rückennummer auf dem Trikot, das Jürgen Klinsmann zum offiziellen Dienstbeginn überreicht wurde, wollten sie verdeutlichen: 2011 ist das Jahr, in dem "vielleicht eine neue Ära für uns" begonnen hat, wie Sunil Gulati, Präsident des US-Fußball-Verbandes USSF, voller Pathos sagte.

Die Ära ist erst mal auf drei Jahre begrenzt, dabei bräuchte Klinsmann wohl mindestens bis 2018, um seine Mission zu erfüllen. Und die "18" ist ja auch "seine" Rückennummer.

"Klinsi" im Terminstress

Klinsmann will sich Zeit lassen, aber er hat keine zu verlieren. Bereits am Mittwoch muss der neue Nationaltrainer zum ersten Mal einen Kader benennen, eine Woche später (10. August) spielen die USA in Philadelphia gegen Mexiko.

Vom Prestige her ist dieses Duell nicht zu übertreffen. (2831DIASHOW: Jürgen Klinsmanns Karriere)

"Das ist nicht gerade eine einfache Situation für Jürgen", räumte Gulati ein. Dann hetzte er mit ihm schon zur Telefonkonferenz mit Reportern, die es am Montagvormittag nicht nach New York geschafft haben und weiter zum Abendessen mit Don Garber, Boss der Profiliga MLS.

Gute Chancen für Jones

Womöglich wird Klinsmann zunächst auf jene Spieler zurückgreifen, die schon von Bob Bradley berufen wurden. Somit kann sich auch Jermaine Jones, noch immer bei Schalke 04 unter Vertrag, Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Jones könne "ein wichtiger Spieler für die amerikanische Nationalmannschaft sein", ließ der neue Nationaltrainer die "Sport Bild" wissen. Das klingt so unverbindlich wie einiges, was er seit Montagvormittag gesagt hat.

"Etwa 20 Spieler" werde der Kader für das Spiel gegen Mexiko umfassen, erläuterte Klinsmann außerdem.

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"Neuen Geist einhauchen"

Was am Mittwoch kommender Woche von ihm erwartet wird, weiß Klinsmann, deshalb sagte er: "Wir wollen in Philadelphia zeigen, dass dies ein neuer Start ist."

Viel kann er auf die Schnelle eh nicht ändern, aber seine Verpflichtung sollte ohnehin zunächst einmal nur "die Glaubwürdigkeit des Nationalteams erhöhen und den Spielern einen neuen Geist einhauchen", wie der "Boston Globe" schreibt.

"Eine seiner besten Eigenschaften ist seine positive Energie", sagte Nationalspieler Landon Donovan, der Klinsmann von seinem Kurzaufenthalt beim FC Bayern Anfang 2009 kennt.

Top 10 der Welt als Ziel

Doch nach der emotionalen Spritze braucht der US-Fußball eine nachhaltig wirkende Therapie. Klinsmann ahnt das.

"Wir haben einiges vor uns, um wieder in die Top 10 in der Welt zurückzukehren", sagte er. "Es braucht womöglich zehn Landon Donovans auf verschiedenen Positionen, um dort eines Tages hinzugelangen", beschreibt der 108-fache Nationalspieler die Schwierigkeit des Unterfangens.

In der Rangliste der FIFA stehen die USA nur auf Rang 30. "Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, mit der sich jeder identifizieren kann", versprach Klinsmann.

Höherer lateinamerikanischer Einfluss

Damit ist Klinsmann gedanklich schon mal einen wichtigen Schritt gegangen, den Vorgänger Bradley nicht so recht gehen wollte: Der "große Einfluss" der Menschen mit lateinamerikanischer Herkunft auf den Fußball in den USA "muss sich auch in der Nationalmannschaft widerspiegeln", betonte Klinsmann.

Und nicht nur aus Versehen erwähnte er häufiger den Namen Claudio Reyna.

Der ehemalige Profi von Bayer Leverkusen und des VfL Wolfsburg hat als Jugenddirektor der USSF bereits eine Blaupause für Klinsmanns Pläne vorgelegt.

Entdeckungsreise steht bevor

Zunächst geht Klinsmann auf eine "Entdeckungsreise", wie die Zeitung "USA Today" scherzhaft anmerkte. "Monate", sagte er, werde es dauern, bis er sich ein Bild gemacht habe von den ihm zur Verfügung stehenden Spielern oder den möglichen Assistenztrainern.

Das mag so wirken, als habe Klinsmann derzeit noch keinen konkreten Plan - aber es kann auch ein Trick, eine gute Taktik sein: Womöglich will es sich der Wahl-Kalifornier zunächst mal mit keinem verscherzen und allen das Gefühl geben, er binde sie ein.

Der Nationalmannschaftsreporter von "Soccer America" weiß die Aussagen von Klinsmann bislang auch nicht zu deuten, aus seinen schlechten Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten aber leitet er ab: "Er", also Klinsmann, "hat keine Ahnung, auf was er sich da einlässt."

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