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Das estische Schlusslicht Lasnamäe verlor im Jahr 2011 bereits zwölf Mal zweistellig © getty

31 Niederlagen in 35 Spielen und ein Torverhältnis von 11:183. Ajax Lasnamäe ist das schlechsteste Erstliga-Team Europas.

München - Ein Verein, der sich nach dem griechischen Helden Ajax benennt, hat Großes vor.

Ajax Amsterdam hat es vorgemacht - und immerhin vier Mal die Champions League gewonnen. Bei Ajax Lasnamäe lief es nicht ganz so erfolgreich.

Wobei: Der Klub ist 1993 mit dem Ziel gegründet worden, binnen 15 Jahren in die erste estnische Liga aufzusteigen.

Schon nach zwölf Jahren war Ajax in der Meistriliiga angekommen. Doch was Lasnamäe dort in dieser Saison widerfährt, gereicht dem großen Namen kaum zur Ehre.

Letzter Sieg vor zwölf Monaten

Einen Spieltag vor Saisonende liegt der Verein aus dem Nordosten der estnischen Hauptstadt Tallinn abgeschlagen am Tabellenende.

Die Bilanz: Vier Unentschieden bei 31 Niederlagen in 35 Spielen. Torverhältnis: 11:183.

Ajax stellt die mit Abstand schlechteste Erstliga-Mannschaft Europas. Der letzte Liga-Sieg liegt fast ein Jahr zurück: Am 7. November 2010, dem letzten Spieltag der vergangenen Saison, gewann Ajax 2:1 bei Johvi JK Orbiit.

Johvi stieg aus der 2. Liga (Esiliiga) ab, Ajax auf - als Dritter hinter den nicht aufstiegsberechtigten Levadia Tallinn II und Flora Tallinn II.

Die dritte Erstliga-Saison der Klubgeschichte begann Ajax mit zwei noch eher glimpflichen Niederlagen (0:3, 1:5), am dritten Spieltag glückte sogar der erste Punktgewinn mit dem 1:1 gegen den FC Kuressaare.

Zweistellige Ergebnisse als einsamer Rekord

Doch dann hagelte es ein 0:7 gegen Trans Narva - und in ähnlichem Stil ging es bald weiter. Der Klub ging mit schöner Regelmäßigkeit unter, verlor insgesamt sieben Mal 0:7 und je ein Mal 0:8, 0:11, 0:12 und 1:13.

Die höchste Niederlage kassierte Ajax am 24. Spieltag beim 0:14 in Narva - Rekord in Europas ersten Ligen 2011. Der Abstieg stand bereits fünf Runden vor Schluss fest.

Vaapo Vaher, ein bekannter estnischer Essayist, nannte den Verein in seinem Blog für das politische Wochenblatt Eesti Ekspress kürzlich "lächerlich" und spottete: "Ajax ist das kostenlose Mädchen auf der Straße."

"Sind bemüht, guten Fußball zu zeigen"

Angeblich waren jedoch nicht alle Pleiten koscher. Niederlagen gegen Flora und Nomme Kalju riefen Betradar auf den Plan.

Das 0:4 bei Kalju am 23. April war laut Wettpolizisten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit manipuliert. Wettmanipulationen sind in der Meistriliiga nichts Neues, auch Ajax hat damit leidvolle Erfahrung.

Vor der Saison trennte sich der Klub von einigen Spielern, die in einen Wettskandal verwickelt gewesen sein sollen. Auch die bis 2011 letzte Saison von Lasnamäe im Oberhaus hatte einen sehr verdächtigen Verlauf genommen. 2007 stieg die Mannschaft mit fünf Punkten ab. Torverhältnis: 15:153.

Präsident als "Mädchen für alles"

Dass es 2011 nicht läuft, hat auch mit den bestenfalls semiprofessionellen Bedingungen zu tun.

Präsident Boriss Dugan kümmert sich als "Mädchen für alles" um den Papierkram, die Juniorenteams und das Stadion, das laut Internet-Lexikon Wikipedia "in dem Sinn keine Plätze (hat), von ein paar Klappstühlen abgesehen".

Und: Das Team trainiert nur zweimal wöchentlich. "Wir haben gute Spieler im Kader, leider läuft es in dieser Saison einfach nicht", sagte Ajax-Coach Andreij Sapowalow dem brasilianischen Internetdienst "globoesporte.com".

Seine Mannschaft sei aber weiter bemüht, "guten Fußball" zu zeigen, selbstverständlich auch im letzten Spiel am Samstag bei Tartu Tammeka. "Wir vertrauen weiter unserem Talent. Vertrauen, das ist doch das Wichtigste."

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