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Christoph Daum trainierte in der Bundesliga auch den FC Köln © getty

Nach seinem Intermezzo in Frankfurt bestätigt Daum gegenüber SPORT1 sein Engagement beim belgischen Traditionsklub aus Brügge.

Von Reinhard Franke und Martin Volkmar

München - Christoph Daum geht nach Belgien!

Der Ex-Bundesliga-Coach erklärte gegenüber SPORT1, dass er neuer Trainer beim FC Brügge wird.

Beim Europa-League-Teilnehmer unterschreibt der 58-Jährige einen Vertrag über eineinhalb Jahre plus Option.

"Brügge hat die jüngste Mannschaft in der belgischen Liga und sehr,sehr gute Perspektiven", begründete Daum seine Entscheidung. Finanzielle Aspekte hätten keine Rolle gespielt.

Daum freut sich auf seine Aufgabe

Daum war seit einigen Tagen in konkreten Gesprächen mit dem belgischen Traditionsklub, wo er Nachfolger des Ende Oktober entlassenen Adrie Koster wird.

In der Nacht zum Dienstag einigte sich Daum schließlich mit Brügge-Präsident Bart Verhaege und Manager Vincent Mannaert.

"Ich freue mich auf eine neue und spannende Aufgabe in Belgien", sagte Daum. "Brügge ist nach wie vor eine belgisch-europäische Top-Adresse und ich möchte auch international wieder erfolgreich sein."

Brügge überzeugt Konzept

Deshalb musste der Fußballlehrer auch nicht lange überlegen, als das Angebot der Belgier kam.

"Der Verein hat ein ganz neues Konzept, ist von Grund auf modernisiert worden, sowohl von der Infrastruktur her als auch vom Personal. Das hat mich absolut überzeugt, und ich bin stolz, dass ich diese Dinge mit Leben füllen soll", gab sich Daum regelrecht euphorisch.

Nach Medienberichten war allerdings der ehemalige Nationaltorwart Michel Preud'Homme, der aktuell in Saudi-Arbabien bei Al Shabab unter Vertrag steht, erster Ansprechpartner von Brügge.

[kaltura id="0_zav3yx68" class="full_size" title="Daum will mit Br gge an die Spitze"]

Davon sei dem ehemaligen Leverkusen-Trainer jedoch nichts bekannt und es interessiere ihn auch nicht. "Brügge wollte mich haben, was auch dadurch dokumentiert wurde, dass mich der Präsident zweimal besucht hat", erwiderte Daum.

Hohe Zielsetzung

Von seiner Aufgabe ist Daum zumindest so begeistert, dass er "alle anderen Anfragen und Überlegungen hintenangestellt habe".

Momentan steht der 13-malige Meister nach Platz vier im Vorjahr nach drei Niederlagen in Folge auch aktuell auf Rang vier - zu wenig für die Ansprüche der Verantwortlichen.

Vier Spiele ohne Sieg wurden dem niederländischen Coach Koster schließlich zum Verhängnis.

Debüt am 20. November

Am 20. November beim Lokalderby gegen Cercle Brügge feiert Daum sein Debüt und hat die Chance, seine Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zu führen.

Seine Zielsetzung formulierte der Trainer bekannt selbstbewusst: "Ich will auf Dauer Brügge wieder in Belgien an die Spitze führen und auch in Europa wieder im Konzert der Großen etablieren. Brügge ist schließlich ein Topklub mit Tradition."

Erfolgloses Intermezzo in Frankfurt

Zuletzt hatte Daum von Ende März bis Mai Eintracht Frankfurt trainiert, war mit den Hessen aber aus der Bundesliga abgestiegen.

Nach der Entlassung von Dietmar Constantini wurde Daum auch als österreichischer Nationalcoach gehandelt. Dieses Amt übernahm allerdings der frühere Bochumer und Kölner Trainer Marcel Koller. Zudem galt der langjährige Köln-Trainer als möglicher Nachfolger von Guus Hiddink als türkischer Nationalcoach.

In Deutschland betreute Daum zudem zweimal den 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und den VfB Stuttgart, mit dem er 1992 Deutscher Meister wurde.

Im Ausland holte er den Titel mit Besiktas und Fenerbahce Istanbul sowie Austria Wien.

Kokain-Skandal 2000

Daums Name ist vor allem aber mit dem Skandal um seinen Kokain-Konsum Ende 2000 verbunden, weswegen er den bereits zugesagten Job als Bundestrainer nicht antrat.

Brügge holte neben den 13 Meisterschaften, zuletzt 2005, auch zehn Mal den belgischen Pokal.

1976 stand der Klub im Finale des UEFA-Pokals sowie zwei Jahre später im Endspiel des Europapokals der Landesmeister. Beide Endspiele verloren die Belgier gegen den FC Liverpool.

Mitte August hatte Daum eine überstandene Hautkrebserkrankung öffentlich gemacht und angekündigt, wieder in den Trainerjob zurückkehren zu wollen.

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