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Klaas-Jan Huntelaar traf in acht Partien in der EM-Quali zwölf Mal ins Schwarze © getty

Vor allem für die Ex-Bundesliga-Profis ist die Partie gegen Deutschland besonders. Erinnerungen an frühere Erfolge werden wach.

Den Haag - Als Bondscoach Bert van Marwijk und seine Oranje-Stars am Sonntagmorgen im futuristischen Stadion von ADO Den Haag wieder das Training aufnahmen, war der Ärger über die Pfiffe von Amsterdam verflogen.

Vielmehr herrschte im Lager der niederländischen Nationalmannschaft große Vorfreude auf den Länderspiel-Klassiker gegen Deutschland am Dienstag in Hamburg.

"Es werden zwei Mannschaften auf dem Platz stehen, die beide mit einem Ziel zur EM fahren. Deutschland will Europameister werden, wir wollen das auch", sagte Mittelfeldstar Wesley Sneijder vor dem Duell gegen die DFB-Auswahl.

Erinnerungen an 1988

"Gegen Deutschland zu spielen macht immer Spaß", betont auch der frühere HSV-Verteidiger Joris Mathijsen. Gleichwohl sei das Kräftemessen mit einem der Hauptrivalen im Kampf um den EM-Titel aber nicht mehr als ein Härtetest.

"Was am Dienstag auch passiert, ist nicht so wichtig. Wenn wir im Sommer dann irgendwann auf Deutschland treffen, kommt es zu den wichtigen Spielen - so wie 1988."

Damit spricht Mathijsen einen der größten Erfolge in der Geschichte des Koninklijke Nederlandse Voetbalbond (KNVB) an. Im EM-Halbfinale feierten Marco van Basten und Co. einen 2:1-Sieg und gewannen kurz darauf auch das Finale gegen die Sowjetunion.

Bis heute ist es der einzige große Titelgewinn der Niederländer. Das soll sich 2012 ändern. "Wir haben nach der WM einfach weitergemacht und uns noch verbessert. Wir haben neun Spiele gewonnen und tollen Fußball gezeigt", ergänzte Mathijsen nicht ohne Stolz.

Pfiffe ärgern van Marwijk

Das enttäuschende 0:0 gegen die Schweiz am Freitag (Spielbericht) war dagegen ein negativer Ausreißer und wurde von den Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert quittiert, was van Marwijk verärgerte.

"Nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren haben die Jungs das nicht verdient. Das ist wieder typisch holländisch", schimpfte der Bondscoach. (BERICHT: Ärger über Oranje-Pfiffe)

[kaltura id="0_fkvz6miy" class="full_size" title="Ronaldo und Co bleiben torlos"]

Zuvor waren die Oranje-Stars noch mit tollem Offensivfußball und neun Siegen in zehn Spielen durch die EM-Qualifikation spaziert.

"Die Leute sind sehr verwöhnt, aber die Pfiffe interessieren uns nicht. Wir müssen unseren Weg weitergehen", sagte der frühere HSV-Verteidiger Mathijsen, für den das Spiel gegen Deutschland eine Rückkehr in die Vergangenheit ist. Fünf Jahre hatte er von 2006 bis zum Sommer für den HSV gespielt.

Kampf auf Biegen und Brechen

Auch für Ex-Bayern-Profi und Oranje-Kapitän Mark van Bommel ist das Aufeinandertreffen mit Deutschland eine besondere Partie.

"Spiele gegen Deutschland haben für mich immer einen hohen Stellenwert. Ich bin nicht weit weg von der deutschen Grenze aufgewachsen. Die historischen Begegnungen kenne ich alle. Im Fernsehen habe ich 1988 den Halbfinalsieg in Hamburg über Deutschland gesehen. Unvergesslich", meinte der Milan-Star.

Er erwartet am Dienstag einen Kampf auf Biegen und Brechen: "Freundschaftsspiele gibt es heute nicht mehr, erst recht nicht gegen Deutschland. Da spielen viele Emotionen mit."

Huntelaar will spielen

Gegen die Schweiz war es ein Spiel zum Vergessen für die Niederländer, die ihre Dynamik in der Offensive vermissen ließen. Das soll gegen die DFB-Auswahl in erster Linie Klaas-Jan Huntelaar ändern.

Der "Hunter" will gegen Deutschland auf Torejagd gehen: Der Schalker Torjäger möchte trotz seines Nasenbeinbruchs als Maskenmann im Länderspiel-Klassiker auflaufen.

"An die Maske, die ich seit Mittwoch trage, habe ich mich jedenfalls gewöhnt. Ich habe auch keine Kopfschmerzen mehr und die Schwellungen an den Augen sind zurückgegangen. Aber wir sind natürlich vorsichtig", sagte der Angreifer der Königsblauen der "Welt am Sonntag".

(Themenabend Deutschland - Holland: Mo, ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1)

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