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Andreas Hinkel (r.) wechselte vor genau einem Jahr von Sevilla zu Celtic Glasgow © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Hinkel über seine Erfahrungen im Ausland, unterschiedliche Trainingsmethoden und über Heimweh.

Von Martin Volkmar

München - Lange Zeit war es ruhig um Andreas Hinkel. Beim FC Sevilla saß der ehemalige Stuttgarter meist nur auf der Bank.

Seit seinem Wechsel zu Celtic Glasgow im Winterfenster 2007/2008 ist der Außenverteidiger nun aber wieder Stammspieler bei den "Bhoys".

Im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland (3:3) im September gehörte Hinkel nach dreijähriger Pause auch wieder zum DFB-Kader und wurde in der 83. Minute eingwechselt.

Im Interview mit Sport1.de spricht Hinkel über seine lehrreiche Zeit in Spanien, unterschiedliche Trainingsmethoden und über Heimweh.

Sport1.de: Herr Hinkel, nach drei Jahren Abstinenz sind Sie in die Nationalmannschaft zurückgekehrt. Bringen Sie sich nun aktiver ein, bedingt durch ihre Erfahrung in Spanien und Schottland?

Andreas Hinkel: Wenn man drei Jahre weg war, lernt man einiges dazu. Erfahrung ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Ich will angreifen, ich habe nichts zu verlieren. Der Bundestrainer hat mich gewiss nicht zur Nationalmannschaft eingeladen, damit ich mir ein paar schöne Tage mache. Wer bei der Nationalmannschaft ist, hat immer die Gelegenheit, sich zu beweisen und sich zu präsentieren.

Sport1.de: Was haben Sie aus ihrer Zeit beim FC Sevilla in der Primera Division gelernt. Was ist anders als in Deutschland?

Hinkel: Das Training in Spanien war top, die Vorbereitung intensiv. Wir haben viel mit dem Ball gearbeitet, aber auch im Kraftraum geschwitzt. Die Fitness-Coaches haben die Übungseinheiten optimal abgestimmt. Besser geht es eigentlich gar nicht. Die ganze Mannschaft war über die gesamte Spielzeit auf einem Level, jeder konnte über 90 Minuten Gas geben. Wir haben auch viel rotiert, zwischen Pokal-, Liga- und Europacup-Spielen haben wir manchmal auf vier, fünf Positionen gewechselt.

Sport1.de: Und nun spielen Sie Celtic Glasgow in Schottland. Die Schotten sind ja eher für ihren Kampfgeist als für spielerische Glanzlichter bekannt ?

Hinkel: In jedem Land wird anders trainiert, weil der Spielrhythmus einfach ein anderer ist. Daran muss man sich erst gewöhnen. Jedes Land hat verschiedene Abläufe. Manchmal haben wir vor einem Spiel sogar zwei Tage frei.

Sport1.de: In Glasgow sind Sie unmittelbar zum Stammspieler geworden. Haben Sie selbst damit gerechnet?

Hinkel: Ich will mich mit dem Verein, zu dem ich wechsle, auch identifizieren. Ich beschäftige mich mit der Geschichte des Vereins und dem gesamten Umfeld. Das alles versuche ich aufzusaugen. Die Zeit in Spanien und in Schottland hat mich weit nach vorne gebracht. Ich genieße diese Phase. Es liegt aber auch nicht jedem.

Ich habe David Odonkor in Sevilla getroffen. Es läuft bei ihm nicht, er hat die Herausforderung nicht angenommen, war auch vielleicht nicht der Typ für diesen Schritt. Ich bin offen für alles. Selbstverständlich kann ich mir auch eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen, schließlich bin ich dort ja sozusagen "groß geworden". Das steht aber noch völlig in den Sternen. Ich kann mich mit den ausländischen Ligen identifizieren, dies liegt aber gewiss nicht jedem.

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